4. Bericht aus Marrakech / Ende Dezember 2021

Liebe Freunde,

und wieder geht ein Jahr zu Ende, in dem uns Corona mehr oder minder heftig begleitet und bedrängt hat! Dankbar müssen wir sein, wenn das Virus uns nicht persönlich oder im persönlichen Umfeld getroffen hat!!

Allgemein zu den Beeinträchtigungen können wir sagen:

“Stürme im Leben machen keine Unordnung, sie räumen auf”
(kluge Gedanken von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz)

So haben wir auch für unser Projekt „Afous Rofous“ leider akzeptieren müssen, aus Sicherheitsgründen nicht nach Marokko fahren zu können, was wir und unsere Mannschaft heftig bedauert haben. Aber wir wollen doch alle gesund bleiben und jeder kann die Zeit an seinem Platz nutzen!!

In Kharoua ist eine starke Art von Familiengemeinschaft entstanden. Unser Brahim hat vor Ort eine große Aufgabe der Betreuung und Führung übernommen, wir haben persönlich von Dortmund aus, über WhatsApp, das Leben unseres Kinderhauses mitgestaltet.

Es sind die Kindergarten-Kinder, die Dorf-Schüler, die Gymnasiasten, die Studierenden, die Auszubildenden, die fast täglich zusammenkommen. Es sind insgesamt bis zu 35 der verschiedenen Altersklassen, von denen alle bis auf die Kleinen 2 mal geimpft sind!! (Helga und Ich haben seit rund 4 Wochen die 3. Impfung!)

Dies vor dem Hintergrund einer Bevölkerung, deren Lebensverhältnisse immer schwieriger werden, mit einer Trockenheit, die auf Monate kein Wachstum erwarten lässt, einer ständig wachsenden Teuerung in allen Bereichen, einer ständig wachsenden Dichte von Flüchtlingen, deren Lebensumstände in ihren Ländern noch katastrophaler sind als in Marokko!!

Unsere Kinder im Kinderhaus wissen, was eine solche geschenkte Betreuung bedeutet und fühlen sich aufgerufen, wenigstens durch ihre Mithilfe im Tagesgeschehen ein wenig ihren Anteil beitragen zu können!

Wir können alle stolz sein, dass wir dem Projekt Afous Rofous in dieser schwierigen Zeit eine solche Standfestigkeit geben konnten. Das zu beweisen, sind wir auch allen schuldig, gerade unseren Freunden und Sponsoren, die uns bisher eine so feste finanzielle Basis gegeben haben. Darauf hoffen wir auch in Zukunft!

Schon seit langer Zeit lassen wir uns fachmännisch von unserem Sohn aus Abidjan und einem Experten aus Marrakech beraten, ob und wie die digitale Ausstattung von Afous Rofous den heutigen Anforderungen generell und denen des Gymnasiums in Tahannaout angepasst werden müsste.

Die allgemeinen Informationen über unsere Arbeit, die per Jahr an die marokkanischen Behörden zu geben sind, wurden zusammengestellt.

Mit unserem Projekt und der Darstellung unserer Aktivitäten erfreuen wir uns in Tahannaout größerer Wertschätzung, zumal viele andere ausländische Organisationen inzwischen ihre Arbeiten stark reduziert oder sogar eingestellt haben!

Wir freuen uns mit „unseren Kindern“ auf eine schöne Weihnachtszeit! Die Großen haben vor, ein tolles Festessen zu gestalten!!

Nun bleibt uns beiden nur noch übrig, Euch allen – auch im Namen von Brahim, unseren Großen und Kleinen aus „Afous Rofous“ – ein schönes Weihnachtsfest sowie ein friedvolles und fröhliches Jahr 2022 in Gesundheit und Wohlergehen zu wünschen!

Diese Wünsche sind verbunden mit Dankbarkeit für die Unterstützung im zurückliegenden Jahr!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE93 4405 0199 0911 001500
BIC DORTDE 33XXX

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3. Bericht aus Marrakech 2021 / Ende Oktober 2021

Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde,

Hallo, Afous Rofous meldet sich wieder und möchte Ihnen nach so langer Sendepause berichten, wie es uns allen, den Großen und den Kleinen zusammen, so in den letzten Wochen ergangen ist!

Es waren harte Wochen, in denen von uns viel Disziplin gefordert wurde.

Mit Impfungen, soweit wir die altersmäßig in Anspruch nehmen konnten (alle Gymnasiasten haben schon die 2. Impfung! ebenso wie die im Studium und der Berufsausbildung befindlichen) und ansonsten mit strengen Sicherheitsmaßnahmen, vor allen Dingen mit Hygiene im Kinderhaus haben wir es bisher gut geschafft!!

Zunächst viel Hitze (bis zu 48 Grad), die uns beim Lernen stark belastete! Brahim kam regelmäßig nach Kharoua und wir konnten ihn zusätzlich zu Hause in Marrakech auch per WhatsApp mit Fragen abends löchern. Er stand dann auch bei wichtigen Themen mit uns in Dortmund in Verbindung.

Eine große Bedeutung hatte die Zeit vor dem Abitur der fünf Großen und hat das auch jetzt noch mit einem persönlichen Fragenkatalog: wie geht es weiter, wer macht was, woran ist er/sie interessiert, wo kann man das in Marokko studieren oder lernen? Besonders die 3 Mädchen mit ihren sehr guten Resultaten standen und stehen im Mittelpunkt unserer Beratung!

Eine Zwischenübersicht über ihre Kerninteressen gibt es jetzt schon:

  • Touria, die sich für Architektur Topografie, Außengestaltung am Bau interessiert;
  • Bahia, wird in 2 Jahren zur Krankenschwester ausgebildet und wird danach versuchen, ins Medizinstudium zu wechseln;
  • Hasna, die mit vollem Herzen eine Arbeit in einem Montessori-Kindergarten anstrebt und hierfür erst Soziologie und eine Fremd-Sprache studieren muß;
  • Taha, der für seine vielen Ideen im Medizinischen Bereich im kommenden Jahr erst noch einmal das Abitur nachholen muss;
  • Ismail, dessen Interesse im Hotelfach liegt und der sich das im Ausbildungszentrum mit einer Ausbildung in technischen Bereichen (Hotelelektrik, zB. Klima-/Solaranlage) erkämpfen will.
  • Omar, weiß, dass seine Zukunft in der Automechanik liegt, und jetzt im Ausbildungszentrum eine Ausbildung zum Mechatroniker ansteuert.

Jetzt ist natürlich harte Arbeit angesagt!

Dazu waren zahlreiche (glücklicherweise kostenlose!) WhatsApp Gespräche zwischen Marrakech und Dortmund erforderlich!!

Alle haben sich gefreut, dass im großen Verbund die jeweiligen Entscheidungen diskutiert, gefunden und festgelegt werden konnten. Viel Beratung, spezielle Denk-Arbeit waren dazu nötig.  Parallel hat Brahim die Kleinen zu betreuen, wobei die Großen, sofern sie keinen Unterricht an Gymnasium/Uni/ Ausbildungszentrum haben, mithelfen. Das ist für sie eine Selbstverständlichkeit, z.T. auch nach dem Motto „lerning by doing“.

So hat „Afous Rofous“ 2 bis 3 mal in der Woche eine Besatzungsstärke von bis zu 35 Kindern!

Was gibt es über das Land Marokko zu berichten! Es leidet unter den Folgen der Pandemie!

Man versucht, die direkten Inzidenzen im Zaum zu halten. So hat man sich u.a. kurzfristig entschlossen, Flugverbindungen mit Europa incl. Deutschland (!) zu unterbrechen.

Der sonst Geld bringende Tourismus muß erst wieder reaktiviert werden. Das ist mit ein Grund für eine starke Teuerung der Lebenshaltungskosten. Die neue Regierung, in der mehr Frauen als bisher sitzen, versucht Mittel und Wege zu finden, um die Bevölkerung zu entlasten.

Am 25.2010 fand die Mitgliederversammlung des Vereins „Helft dem Atlas e.V.“ statt.

Unter Verzicht auf Form- und Fristvorschriften nach Gesetz und Satzung haben die Mitglieder des“ Afous Rofous/Helft dem Atlas e.V.  aufgrund der Corona-Pandemie eine elektronische Mitliederversammlung abgehalten und im Umlaufverfahren wie folgt beschlossen:

  1. Der Bericht des Schatzmeisters des Helft dem Atlas e.V. für das Geschäftsjahr 2020, datiert auf den 30.09.2021, sowie der durch den Kassenprüfer Herrn Klaus Zielonka geprüfte Jahresabschluss des Afous Rofous auf den 31.Dezember 2020 werden hiermit festgestellt.
  2. Dem Vereinsvorstand wird für das Geschäftsjahr 2020 Entlastung erteilt.

Statutengemäß wurde der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2020 vorgelegt. Dazu gehörte   auch wie immer die ausführliche Schilderung der geleisteten Arbeit sowie die Information über das finanzielle Ergebnis und die Planung für 2021. Der Verein kann zuversichtlich in die Zukunft schauen und erwartet weiterhin die tatkräftige Unterstützung der Förderer.

Wir alle schauen trotz der bestehenden Schwierigkeiten im Alltagsleben in Marokko weiterhin zuversichtlich in die kommende Zeit! Natürlich ist es keine leichte Verantwortung, die vielen Aufgaben, die sich aus der weiteren Betreuung und Führung der Großen und dem Interesse der Kleinen für eine gut strukturierte Anleitung zur Arbeit an dem vorhandenen Montessori Material ergeben, zu erfüllen. Hierbei bauen wir auf die Bereitschaft der Paten und Spender uns weiterhin mit den notwendigen finanziellen Mitteln zu unterstützen.

Seid für heute alle herzlich gegrüßt, mit allen guten Wünschen für die Gesundheit

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE93 4405 0199 0911 001500
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2. Bericht aus Marrakech / Mitte Juli 2021

 Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde,

wir haben schon in unserem letzten Bericht Anfang April das Szenario angedeutet, was die Pandemie uns wohl bescheren wird! So haben wir doch in den letzten Monaten von Dortmund und von Marrakech aus das „Wüstenschiff „Afous Rofous“ mit unserem Steuermann Brahim vor Ort und mit unseren jungen und älteren Besatzungsmitgliedern sicher durch die pandemischen Wogen leiten können!

Mit dem digital, quasi persönlichen Kontakt, dem zusätzlichen Verständnis auf allen Seiten hat die Verbindung, dank Whatsapp perfekt und effizient funktioniert. Nicht zu vergessen: auch unsere Freunde und Sponsoren haben regen Anteil an dem Kurs von Afous Rofous genommen. Sie sind auch mit Berichten und Fotos über die Fahrt des Schiffes informiert worden!

Wir sind alle- nach wie vor- gesund und munter, haben dort wie hier vieles zu tun und zu planen. Vieles war vor Ort in der Zeit zu regeln, banken- und verwaltungsmäßig! Die behördlichen Vorschriften in Bezug auf Corona brachten z.T. etwas kurzfristige Änderungen.

Dank der Reputation von Brahim und dem Namen von Afous Rofous ließ sich vieles gut regeln! Denn wir konnten auch auf viel Vertrauen rechnen; viele andere Organisationen hatten ihre Flagge gestrichen!

Unser deutlich dokumentierter Wille trotz der Pandemie das Projekt weiterzumachen, hat unserem Namen Afous Rofous (Hand in Hand) viel Ehre gemacht und bei Wünschen auch etwas geholfen.

Das kam letztlich auch unseren Gymnasiasten und Dorfschülern zugute! Die Standfestigkeit unserer Kinder im Kampf mit Lehrstoff und Lebensbedingungen um Corona hat die Lehrer nicht unbeeindruckt gelassen!

Das hat natürlich nichts mit der Bedeutung der Qualität ihrer Arbeit in dem zu Ende gehenden Schuljahr zu tun!

Für die Fünf der Großen stand im Juni das Baccalaureat an! Hiermit waren in entscheidendem Maße Hoffnung und Wünsche für die Zukunft verbunden! Diese Zeit der Vorbereitung war für Brahim mit wahren Dauereinsätzen vorprogrammiert!

Was können wir alle stolz sein!! Wir können uns alle über das Superergebnis der 3 Mädchen freuen! Sie haben es geschafft!

Die 2 Jungens haben dieser Tage nochmals eine Nachprüfung absolvieren müssen. Wir wie auch sie wollen und müssen da durch!! Für die heutige Zeit stellt das Abitur ein Minimum als Eintritt in die moderne Arbeitswelt auf höherem Niveau dar, so auch in Marokko.

Unterstützt mit unseren Hinweisen ist Brahim jetzt kräftig dabei, die Mädchen zu beraten und Informationsgespräche mit infrage kommenden Instituten und Universitätsteilen in Marrakech zu führen. Manche Berufswünsche erfordern Zwischen- Stationen in der Ausbildung. Einige klar in Deutschland erreichbaren Berufsbilder sind in Marokko nicht oder nur über Umwege zu erreichen.

Wir haben ein sehr gutes Gefühl, dass der Ansatz für die Mädchen aber möglich ist! Jetzt heißt es weitestgehend selbständig zu arbeiten! Daneben muss unsere Betreuung und Unterstützung ihnen weiterhin einen festen Halt geben!!

Wir haben noch einen Praktiker, der seine Karriere nicht auf dem Gymnasium, sondern auf dem technischen Ausbildungszentrum gesucht hat und dort zunächst Automechaniker mit Aussicht auf Automechatroniker ansteuern will.

Neben den Beratungsgesprächen in Marrakech führt Brahim während seiner 2 bis 3 maligen Besuche p.Woche im Projekt ein striktes Regiment über 8 Gymnasiasten und 10 Grundschüler, wobei sich doch bei allen eine gut gewachsene selbständige Arbeitsmoral zeigt. Wie schon früher kümmern sich die jeweils Älteren auch um die jüngeren incl. bis zu 8 Kindergartenkinder.

Es gibt immer viel Gesprächsstoff– in unseren manchmal täglichen langen Whatsapp Telefonaten nach Meinungsfindung zur Weiterbildung!

Nach dieser arbeitsreichen Zeit darf das Feiern nicht ganz vergessen werden. So wird das wichtige Fest Aid Adha vom 19.bis 23. 7. gefeiert! Um dieses Fest herum wird Brahim auch mal 2 Wochen Ferien nehmen.

Der Monat August wird dann hälftig aus dem Auffüllen von Lernlücken sowie Basteln und für die Interessierten dem strukturierten Lernen der deutschen Sprache bestehen.

Seid für heute alle herzlich gegrüßt, mit allen guten Wünschen für die Gesundheit

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
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1. Bericht aus Marrakech / Anfang Januar 2021

aus Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde,

„Panta rhei“ sagten die Griechen. „Alles ist in Bewegung “. So stellt sich uns die jetzige Zeit in auch allen Ländern der Welt dar! Was wir machen, machen wollen: plötzlich werden wir u.U.  zum kreativen Umdenken gefordert! Ganz einfach gesagt: wir müssen weiter, und wir dürfen uns nicht durch die Pandemie unterkriegen lassen!

Das ist auch die klare Devise für unser Projekt „Afous Rofous“, das wir in so vielen Jahren mit unserem Einsatz und dem unserer vielen Freunde aufgebaut haben!

Wir lassen uns doch nicht von diesen, wenn auch sehr widrigen Umständen, abschrecken!

Jetzt sind Einsatz, Flexibilität und Unterstützung gefordert. Das haben wir uns alle miteinander versprochen!

Was uns in dem Zusammenhalt mit unseren Kindern in Afous Rofous verbindet, zeigt und beweist sich jetzt in dieser schwierigen Zeit! Wir wissen und erfahren es durch die ständigen Berichte und Telefonate über Whatsapp!

Auf das Schwierige und das Erwachsen-Werden wissen die Kinder sich unter der guten Obhut von Brahim allmählich einzustellen.

Sie sind dankbar, dass wir und unsere Freunde ihnen helfen, sie bei ihren begonnenen großen und kleinen Lebenszielen zu unterstützen. Sie haben z.Zt. ein großes Arbeitsprogramm trotz der vielen Corona bedingten Unsicherheiten im Schulalltag!

Gerade die fünf Großen sehen auf ihr im Mai anstehendes Abitur und die berufliche Entwicklung und wissen was auf sie zukommt. Wir wollen ihnen helfen, um aus der jetzigen allgemeinen Ungewissheit in ein bisschen Gewissheit zu finden!

Obwohl wir alle den dringenden Wunsch haben, uns wieder mal persönlich zu sehen und in den Arm zu nehmen, besteht sicher leider auf Monate hin dazu keine Gelegenheit!! Die heftigen Corona-Situationen in Marrakech und in Deutschland und all das, was noch auf uns zukommen kann, geben uns auf unserer Seite derzeit leider nur die Gelegenheit, das Kinderhaus wie schon 2020 virtuell fortzuführen!

Aber was soll’s ! Mit dem fast schon legendären Ausspruch: „Wir schaffen das schon“ denken wir, zusammen mit Brahim, weiter!!

Alle müssen die Kraft und den Willen dazu haben! Und das in dem finanziell notwendigen Rahmen!

Die Verwaltungsarbeiten für „Afous Rofous“ laufen über unseren Schreibtisch/Laptop.

Brahim regelt die Kosten vor Ort und gibt sie per whatsapp an uns durch, zur ordnungsmäßigen Verarbeitung und Erstellung des Jahresabschlusses mit Hilfe des Schatzmeisters. Das Zahlenwerk für das Jahr 2020 ist inzwischen schon weitestgehend bearbeitet und zeigt weiter eine wirtschaftlich stabile Lage des Vereins.

Die Schulverhältnisse in Kharoua und Tahannaoute sind Corona-bedingt geprägt und erfordern von allen, so auch von unseren Schüler*innen viel Flexibilität und Anpassung. Vereinzelte, schulseitige, Ausfälle müssen überbrückt werden. Viel Präsenz, gemischt mit Video, gestalten den Schulalltag!

Auch Eigeninitiative untereinander ist gefordert, ohne die Sicherheitsregeln zu verletzen!

Erstaunlicherweise hat sich im Dorf noch kein Corona Virus eingeschlichen!

Der „Schulbetrieb“ im Kinderhaus erfolgt nur während Brahim’s Anwesenheit und Kontrolle!! Dann muss er sich um die 5 Großen, die 8 übrigen Gymnasiasten, 8 Dorfschüler sowie ca. 5 Kindergarten-Kinder kümmern!

Nach Montessori-Art greifen die „Großen“ dann auch bei Dorfschülern zu, sofern ihr eigenes Aufgabenpaket es erlaubt. Das gleiche gilt auch zwischen den anderen Altersgruppen!

Brahim steht den Großen notfalls auch mit späten Telefonaten von zu Hause in Marrakech aus zur Verfügung!

Das ist derzeit das ausgefüllte Lehr- und Lernprogramm bei „Afous Rofous“!!

Wir möchten uns heute mit diesem kurzen Überblick über unser „lebendiges“ Kinderhaus verabschieden und noch einmal die Grundsätze hervorheben, die wir versuchen in dieser nicht einfachen Zeit unseren Kindern zu vermitteln!

  • fühlt euch wachgerüttelt!
  • geht neue Wege, seid bereit, überall zu arbeiten!
  • Flexibilität ist gefordert!
  • behaltet die Zukunft im Auge, aber bewältigt gleichzeitig die Krise!
  • hinterfragt eure Traditionen!
  • probiert Ideen aus! Fehler dürfen dabei gemacht werden!
  • vergeudet die Krise nicht!

Ihnen Allen herzliche Grüße und alle guten Wünsche für die Gesundheit!!

Und vergesst bitte nicht: „Kinder sind unsere Zukunft“!!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
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5. Bericht aus Marrakech / Ende Dezember 2020

aus Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde,

was hat Corona uns allen bisher in unserem mentalen und materiellen Gefüge abverlangt!

Alle müssen sich komplett auf die neuen Lebensumstände einstellen. Neue Denkansätze werden gesponnen und werden wieder verworfen!

Die Menschen um uns herum beschäftigen sich mehr oder minder stark mit gesundheitlichen und finanziellen Sorgen! Das kostet Kraft! Aber es werden auch Kräfte wach, wo Menschen mit Zuversicht und einer Art Neugier die kommenden Pläne angehen.

Die Schriftstellerin Luise Rinser hat es so ausgedrückt:

Krisen sind Angebote des Lebens sich zu wandeln. Man braucht gar nicht zu wissen, was neu werden soll. Man muss nur bereit und zuversichtlich sein.

Das versuchen wir auch “unseren“ Kindern in Kharoua mitzugeben, ihnen die Begeisterung und Zuversicht in ihre eigenen Fähigkeiten zu vermitteln. Wir wollen ihnen das Positive, das in jeder Chance steckt, vermitteln!

Aus dem, was wir von den Jugendlichen hören und sehen, ist das Zusammengehörigkeits- gefühl untereinander noch stärker gewachsen! Es ist das „Afous Rofous, – Hand in Hand -Verständnis, der Beginn der eigenen Verantwortung! !

Die Großen kümmern sich – sofern es ihre eigene Zeit erlaubt- um die Kleineren, die Kleinen arbeiten sinnvoll mit dem Lernmaterial, die Größeren der Dorfschule kommen gut voran mit Hausaufgaben in Arabisch, Darija, Mathe und was sonst anliegt, die Großen büffeln für das Gymnasium, Fünf von ihnen stehen im Frühjahr 2021 vor dem Abitur!

Es ist erstaunlich, wie stark sie doch die Bindung an uns über all die Jahre geprägt hat. Entscheidend dabei ist natürlich auch, dass Brahim sehr deutlich ihnen unser Lebens-und Arbeitsverständnis vermittelt hat!

Es ist die seit vielen Jahren aufgebaute eigene Stärke, aber auch die Sicherheit der finanziellen Basis, die sie von uns und unseren Sponsoren kennen. Das Leben in der Vorbereitung ihres beruflichen Werdegangs, den wir mitbegleiten müssen, ist durch die äußeren Umstände für ihre Eltern noch schwieriger geworden!

Alle erhoffen medizinische Hilfe durch Anti-Corona Impfungen, die auch in Marokko zur Verfügung stehen werden und deren Erfolg sehnsüchtig erwartet wird!

Nach den für Sie in den letzten Monaten hoffentlich gut überstandenen Anfechtungen möchten wir Ihnen und Ihren Familien weiterhin alle guten Wünsche für das kommende Jahr, besonders für Gesundheit, übermitteln!

Haben Sie ein schönes Weihnachtsfest und besinnliche Tage!

Zwar sehr nachdenklich, aber gut gestimmt schauen wir in die Zukunft!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

mit Brahim und allen Kindern und Jugendlichen von „Afous Rofous“, die Sie von einem kürzlich gemachten Foto grüßen!

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
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4. Bericht aus Marrakech / Ende September 2020

aus Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde

Was gab es Neues seit dem letzten Bericht Anfang Juni??

In den letzten Monaten hat sich natürlich in allen Bereichen der Einfluss der Corona -Krise entscheidend negativ bemerkbar gemacht!!

Unverändert müssen wir – aufgrund der Reisebeschränkungen – von unserem Standort Dortmund berichten, sind aber ständig per Whatsapp mit Marokko verbunden!

Vieles ist dort gleichgeblieben und hat sich nicht verändert, höchstens an Dramatik gewonnen! Die Pandemi stellt nach wie vor die große Belastung und Gefahr dar, die uns noch lange Monate begleiten und in Atem halten wird!!

Materielle und gefühlsmäßige Eingriffe in unser aller Leben sind zu verkraften.

Wir müssen persönlich versuchen, den Jugendlichen in Kharoua, für die wir uns verantwortlich fühlen, Halt und Antworten zu geben.

Sie sind diejenigen, die dabei sind ihr Leben aufzubauen! Wir haben dort eine Mannschaft, zusammen mit Brahim, denen wir vertrauen können und die sich auf uns und unsere Freunde verlassen. Täglich haben wir z.T. lange Whatsapp Gespräche, in denen wir uns miteinander austauschen, Problem und Fragen klären, Planungen erörtern! Wir hören, wie sich die Jugendlichen mit Disziplin und Einsatz um ihre Schularbeiten kümmern.

So können wir auch so aktuell wie möglich verfolgen, wie sich die Corona-Situation in Marokko entwickelt. Das Leben in den Großstädten wie Marrakech ist seit vielen Wochen paralysiert. Die Städte gleichen Geisterstädten. Das offizielle Leben ist auf ein Minimum geschrumpft. Geschäfte und Lokale sind im Wesentlichen geschlossen. Und das in einem Land, das vom Tourismus lebt!!

Die Bevölkerung kann sich weiterhin nur vorsichtig unter den strikten Auflagen der Behörden bewegen.

Es ist für alle eine äußerst schwierige aber letztlich doch für die Lebenserfahrung der Jugendlichen eine ungemein wichtige Zeit!

Deswegen wollen wir alles tun um gesund zu bleiben, um auch den weiteren, gemeinsam mit „unseren“ Kindern bestimmen zu können!

Die steigenden Corona-Zahlen halten so das Land in Atem! Die Stimmung in der Bevölkerung ist angespannt, das gleiche gilt auch für die Versorgungslage! Unser Dorf Kharoua ist unverändert noch Corona frei.

Durch die unschätzbar hilfreiche, digitale Verbindung können wir mit Brahim und den Jugendlichen ständigen Kontakt halten. In diesem unsicheren Umfeld wollen wir „unsere“ Kinder begleiten, die versuchen müssen, ihren „Lern-Weg“ zu finden!! Da gibt es nämlich noch viel Unsicherheit, gerade in der Schulsituation!

Die Schulen – gleich ob Dorfschule oder Gymnasium – müssen sich häufig kurzfristig an behördliche Änderungen anpassen!! Ständig werden die Dorfschüler und Gymnasiasten von z.T. kurzfristigen Ansagen über Terminänderungen überrascht!

Für Schüler der Dorfschule findet der Unterricht abwechselnd vor- oder nachmittags statt.

Für die Gymnasiasten gilt die Planung in Form geteilter Klassen! Ein Beispiel:  aufgrund des großen Schüleraufkommens in diesem Jahr werden die Schüler mehrerer 7. Klassen jeweils in 3 Gruppen aufgeteilt und haben im wöchentlichen Wechsel Unterricht. Das bedeutet: jede Gruppe hat nur 1 Woche Unterricht und 2 Wochen frei!

Regelmäßige Busverbindungen existieren derzeit nicht, sodass für die Gymnasiasten Taxitransport notwendig wird!

In dieser allgemein misslichen Situation wird schon viel Disziplin und Engagement der Einzelnen gefordert!! Auch für Brahim sind das schwere Zeiten!!

Für unsere 5 kommenden Abiturienten (im Frühjahr 2021) stellen das enorme Belastungen dar, da die Unsicherheit und die Verzögerungen zu Lasten ihres konzentrierten Lernens gehen!!

Die Betreuung der jüngeren Kinder von “Afous Rofous“ läuft derzeit notgedrungen etwas auf Sparflamme. Wie schon früher, kümmern sich die Älteren um sie, soweit es ihre Zeit erlaubt!

Brahim fährt mit besonderer Fahrerlaubnis 2 bis 3 mal die Woche nach Kharoua, um anstehende Fragen zu besprechen!! Das ist für alle immer eine große Freude, womit auch der menschliche Zusammenhalt gesichert ist! Ansonsten gibt es – wenn die Leitungen funktionieren – regelmäßige Telefonkontakte.

Für die Bevölkerung wird es ein sehr schweres Jahr! Seit Monaten hat es nicht mehr geregnet!  Die Wasserknappheit führt zu starken Engpässen in der Versorgung! Die Felder konnten nicht bestellt werden! Schon in 2019 lag die Ernte in Marokko um 50% niedriger als in den Vorjahren.

Parallel ergeben sich erhebliche Steigerungen der Lebenshaltungskosten. Die generell im Land wachsende Immigration aus Schwarzafrika und Syrien belastet auch die Provinz. Die Dörfer des Atlas mit noch größerer Wasserknappheit verlangen verstärkt von Kharoua Unterstützung mit Wasser.

Im September haben wir unsere diesjährige Mitgliederversammlung von „HelftdemAtlas“ durchgeführt. Ein wichtiger Punkt hierbei beinhaltete die Vorlage des Jahresabschlusses 2019 und die Vorschau auf das laufende Jahr 2020

Nach ausführlicher Erklärung der einzelnen Positionen erfolgte die Entlastung und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Im Hinblick auf die Coronakrise und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage auch bei den Sponsoren sind wir ihnen für die in 2020 geleistete Unterstützung sehr dankbar!!

Die wirtschaftliche Lage des Vereins ist stabil!

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war die statutengemäße Neuwahl des Vorstands für weitere  5 Jahre. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt!

Ein reger Meinungsaustausch ergab sich bei der Frage, welche Möglichkeiten sich für die Abiturienten bei der Berufswahl bieten. Die Möglichkeiten, dass sich die Wunschvorstellungen der Jugendlichen, für eine Ausbildung in Europa verwirklichen lassen, wurden stark in Zweifel gezogen. Die augenblickliche politische Lage, verstärkt durch die Corona – Situation, lässt diese Möglichkeiten derzeit nicht zu. Es wird dringend empfohlen, sich zunächst auf Berufe im Marokko zu konzentrieren, die später erweiterte Berufsmöglichkeiten, u.U. im Ausland, eröffnen.

Vieles können wir selbst beeinflussen, bei Vielem sind wir auf die tatkräftige Unterstützung anderer angewiesen! So hoffen wir auf die weiterhin wohlwollende Unterstützung all unserer Freunde!

Wir möchten heute mit einem Ausblick schließen, den wir unseren Kindern vermittelt haben.

  • fühlt euch wachgerüttelt!
  • geht neue Wege, seid bereit, überall zu arbeiten!
  • Flexibilität ist gefordert!
  • behaltet die Zukunft im Auge, aber bewältigt gleichzeitig die Krise!
  • hinterfragt eure Traditionen!
  • probiert Ideen aus! Fehler dürfen dabei gemacht werden!
  • vergeudet die Krise nicht!

Seid alle herzlich gegrüßt, mit allen guten Wünschen für die Gesundheit!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann                 

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3. Bericht aus Marrakech / Anfang Juni 2020

aus Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde!

auch dieser 3. Bericht ist gekennzeichnet von Corona! (er wird sicher mit diesem Thema nicht der letzte sein!)   

Alles, was wir im 2. Bericht Anfang April erzählt haben, ist nach wie vor Realität, die weiterhin von der Polizei strikt überwacht wird!!

Kleine Erleichterungen, wie z.B. Öffnung von Lokalen, aber nur zum Abholen von Gerichten, sind in der Planung!

Tourismus in der Stadt, im Land ist nicht in Sicht, obwohl Ende Juni der allgemeine Ferienbeginn im Land geplant ist. Eine gewisse Unzufriedenheit macht sich in den Großstädten schon bemerkbar. Befürchtet wird der allgemeine Wassermangel, der die Menschen aus den Bergen nach Marrakech zieht. Auch viele Schwarzafrikaner drängt es aus den trockenen Ländern nach Norden. Der fehlende Regen wird dem Land wieder große Probleme bereiten.

„Unsere Kinder“ aus „Afous Rofous“ leben sicher, wenn auch etwas abgeschieden im Atlas und halten sich sorgfältig vom allgemeinen Dorfgeschehen getrennt. Sie leben in ihren Familien und kümmern sich um ihre Schularbeiten, die sie digital mit ihren Lehrern austauschen!

Brahim ist gut beschäftigt, per Whatsapp , z.T. bei schlechter Telefonverbindung die Jugendlichen in ihrer Schularbeit zu begleiten und das in den verschiedenen Fächern. Das erfordert dann bei Berichten aus you.tube sehr viel Zeit! Schwerpunkt sind unsere 5 Kandidaten, die 2021 ihr Abitur ablegen werden. Dabei geht es auch darum einzelne Schwerpunkte zu bearbeiten.

Besondere Bedeutung in Hinsicht auf die spätere Berufswahl müssen auf alle Fälle Sprachen haben, Französisch, Englisch und das schon seit Jahren praktizierte Deutsch.

Über Whatsapp sind sie untereinander mit Brahim  und mit uns täglich ausführlich verbunden. So läuft ein klar strukturiertes Lern- und Informations- Programm ab! Zufrieden und auch ein bisschen mit Stolz können wir zusammen feststellen, dass sie  es bisher geschafft haben, die Infektion aus ihrem Leben fernzuhalten! Aber es fehlt allem der persönliche Kontakt. Auch Brahim darf nicht nach Tahannaout fahren!

Die schwierige Zeit des Ramadan, den auch unsere Kinder begehen, und das Fastenbrechen AlFitre Ende Mai konnte mit Sorgfalt geplant und begangen werden.

Wir hatten bestimmten Familien für ihr Fest mit einigen Portionen Öl, Zucker, Tee, Käse und Getreide aus der Kreisstadt versorgen lassen, was für sie  bei der allgemeinen Lage eine große Hilfe und Freude bedeutete.

Über die Möglichkeiten der täglichen Versorgung hatten wir schon im vergangenen Bericht erzählt. Im Moment stehen keine besonderen Anschaffungen ohne Besorgungen in Marrakech an.

Die  entfallenden Busfahrten vom Dorf  nach Tahannaout (zur Schule) entlasten natürlich unser Kostenbudget. Um so mehr können wir für zusätzliche Internetgebühren und für in Tahannaout verfügbare Dinge wie Nahrungsmittel etwas mehr Geld ausgeben.

Schön, dass wir doch so ganz sparsam das Kinderhaus führen können. Für technische Hilfe kann uns unser Ulrich aus Abidjan weitestgehend per digitaler Einwahl helfen!

Unsere Whatsapp Kontakte geben uns die Möglichkeit, mit den Großen viele Gedanken und Meinungen auszutauschen. Davon wird viel Gebrauch gemacht. Das geschieht bei ihnen in Deutsch! Dabei gibt es natürlich viele liebe und köstliche Fehler! Es ist sehr herzerfrischend!!

In diesem Sinne verabschieden wir uns für heute mit den besten Grüßen und Wünschen für viel Gesundheit!!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

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2. Bericht aus Marrakech – Corona / Anfang April 2020

Liebe Freunde!

Das Corona Virus hat uns alle in der Welt  voll im Griff und bestimmt derzeit unser Leben!

So auch in Marokko!

Von unserer kleinen marokkanischen Welt „Afous Rofous“ in der Provinz El Haouz kommen derzeit positive Nachrichten, nämlich dass alle gesund sind! Hoffentlich bleibt das so!!  

Auch die Schulen sind landesweit geschlossen (zunächst bis 20.4.). Daraufhin haben wir natürlich für unser Kinderhaus das gleiche tun müssen.

Mit unserem Assistenten Brahim haben wir täglichen Telefon-Kontakt über Whatsapp. Was wir von ihm hören und aus der Presse erfahren, ist traurig und lässt das Ausmaß und die Folgen für die Bevölkerung nur erahnen.

Die Situation in allen Landesteilen hat sich inzwischen verschärft.!

Den Bewohnern ist auferlegt, sich von 18.00 abends bis 6.00 morgens im Haus aufzuhalten!!

Die Bewegungsfreiheit ist prinzipiell nur für 1 Person (diese mit besonderer Genehmigung!) gestattet. Der Staat hat inzwischen ein landesinternes Reise- und Ausgehverbot erlassen!

Die Öffnung der Souks (Märkte) und kleinen Geschäfte – sofern diese Lebensmittel verkaufen, beschränkt sich auf 8.00 bis 13.00 Uhr.

Die Vorschriften werden rigoros von Polizei und Militär mit Strafandrohung überwacht.

Marrakech ist eine Geisterstadt!! Der sonst übervolle Platz Djema el Fna , normalerweise quirlig und laut, ist tags und nachts menschenleer! (Schaut den Fotostream bei „Facebook „Afous Rofous“)!

Hoffentlich können die kleineren Läden diese problematische Zeit durchstehen!! Das trifft natürlich auch viele Väter unserer Kinder, die entlassen sind und/oder keine Arbeit mehr finden!!

Eine staatliche Hilfe gibt es nicht und das bei rasant steigenden Lebensmittelpreisen!!                                       

Unsere Kinder haben sich auf die geschlossene Schule eingestellt, kommunizieren miteinander, mit Brahim und mit uns per WhatsApp! Brahim ist damit gut ausgelastet! Wir hören von den Großen, dass sie jetzt verstärkt– wenn nötig via Internet – mit- einander Hausaufgaben machen! Generell versuchen Kinder sich mit Hygiene und Abstand-Halten gesund zu halten!

Besonders für die 5 Großen, die nächstes Jahr ihr Abitur machen, ist der fehlende, stetige persönliche Kontakt und Hilfe durch Brahim sehr problematisch, vor allen Dingen wenn die Corona-Pause noch länger andauert, womit leider zu rechnen ist! Wir werden versuchen durch Einsatz technischer Mittel alles daranzusetzen die Engpässe weitestgehend zu überbrücken!

Erfreulich ist, dass die Lehrer im Gymnasium jetzt mittels Video-Kontakt für Fragen und Antworten zur Verfügung stehen! Wir stellen unseren Jugendlichen auch mehr Geld für die Internetbenutzung zur Verfügung. Der bottle – neck liegt aber manchmal bei Maroc Telecom, die aufgrund der stärkeren Benutzung oder generellen Schwäche  des Stromnetzes nicht genügend Kapazität zur Verfügung stellt!

Für die Versorgung der Kinder mit Lebensmitteln haben wir Mittel und Wege gefunden, um das sicherzustellen!!

Corona ist ein Desaster für Länder wie Marokko!!

Für die Überwindung der finanziellen und wirtschaftlichen Notlage und menschlichen Probleme wird von jedem einzelnen die ganze Kraft gefordert!!

Mit herzlichen, aber traurigen Grüßen!! Bleibt bitte alle gesund!!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE93 4405 0199 0911 001500
BIC DORTDE 33XXX

Veröffentlicht in Afous Rofous, Aktivitäten, Aktivitäten der Kinder, Bericht, Corona Virus, Gymnasium Tahannaout, Schule Kharoua | Comments Off on 2. Bericht aus Marrakech – Corona / Anfang April 2020

1. Bericht aus Marrakech / Mitte Februar 2020

Liebe Freunde!

Heute wollen wir schon einmal erzählen, was sich in den letzten Wochen so alles zugetragen  hat.

Zunächst in Marrakech und in Kharoua, wo wir das alte Jahr haben ausklingen lassen und uns auf  2020 eingestimmt haben! Ideal war, dass Ende Januar eine Woche Winterferien uns und den Kindern ohne Schulstress eine gute Zusammenarbeit ermöglichte!

Winterlich ließ es sich in der Zeit an, morgens um die 4°, tagsüber kletterte das Thermometer immerhin schon auf 20°! Mit klammen Fingern begannen wir den Tag, um dann nachmittags im sonnigen Garten von Afous Rofous den Frühling zu spüren!

All der Sonnenschein täuscht nicht über die Sorgen der Landwirtschaft hinweg, dass es in dieser Jahreszeit eigentlich kräftig regnen müsste / sollte! Wasser ist das (wieder) große Thema jetzt und für die Zukunft! Der Bau weiterer Staudämme und Meereswasser-Entsalzungsanlagen an der Küste ist in konkreter Planung!

Auch in dieses Jahr wird es in den Bergregionen keine Ernte geben!!

Der generelle Wassermangel im südlichen Afrika veranlasst wieder verstärkt viele Bergbewohner  und Bewohner umliegender Staaten ihre Zuflucht in Marokko zu suchen. So zieht es auch viele Flüchtlinge aus Schwarzafrika nach Marrakech!

Es ist ein trostloses Bild, das eingesäte Getreide durch die Sonne verbrennen zu sehen!

Es ist ein Menetekel, das den Schülern klar machen muss: Lernen, lernen, um mit guten Noten der landwirtschaftlichen Abhängigkeit vom Wasser zu entkommen!

Nur so rechtfertigt es den großen Einsatz unserer Sponsoren wie auch unserer Bemühungen!! Wir haben dies „unseren“ Kindern verschiedentlich mit klaren Worten verdeutlicht!!

Noch ein paar Worte zum November und Dezember 2019. Vieles musste natürlich im Kinderhaus einiges erst einmal wieder auf Vordermann gebracht werden. Formalgesetzlich standen  einige Arbeiten an . Dazu gehörte auch die erforderliche  Generalversammlung von „Afous Rofous“, sowie die zum Jahresende anstehenden Genehmigungen, Versicherungs- und technische Überprüfungen!

Die Kinder und Jugendlichen hatten sich sehnsüchtig gewünscht, dass wir wieder zu Jahresbeginn mit ihnen zusammen in gemütlicher Runde das alte Jahr Revue passieren lassen und in die Zukunft schauen. Berufswünsche, werden wach!!

Selbst die Kleinen waren mutig, um sich in der großen Runde zu äußern! Brahim hatte viel zu übersetzen, auch wenn die Großen doch schon mit Selbstvertrauen ihre Deutschkenntnisse präsentierten.

Mit zum Ritual gehörte auch das gemeinsame „Weihnachtsessen“ (Fleischbällchen mit würziger Sauce) für rund 40 Personen, das alle mit Genuss auf marokkanische Weise mit Brot und den Fingern gegessen haben.

So haben wir Ende Januar alles Nötige in Marokko und mit Brahim unserem Assistenten geordnet. Es war wieder Zeit zum Abschiednehmen, da Deutschland unsere Anwesenheit – wenn auch nur für kurze Zeit – verlangte.

Der Grund ist, dass wir in 2020 die carte séjour für Marokko (Aufenthaltsgenehmigung) verlängern lassen müssen. Das erfordert Unmengen von Deutschen und Marokkanischen Genehmigungen – sofern in Deutsch, auch ins Französisch zu übersetzen sind- und nicht älter als 3 Monate sein dürfen!!! Das bringt uns dieses Jahr leider ein reichhaltiges Reiseprogramm von und nach Marrakech!!

Für den Ablauf unseres Kindergartens ist  WhatsApp Verbindung nicht mehr wegzudenken! Schriftliche Informationen, Telefonate, Fotos laufen ständig zwischen uns incl. unserem Sohn Ulrich in Abidjan. Seine technische Hilfe begleitet uns regelmäßig, so auch bei der Fertigstellung des Abschlusses für 2019.

Ulrich plant uns im April in Marrakech zu besuchen! Es gibt für ihn bei uns immer einiges zu tun!

Ende Januar haben wir dann das inzwischen warme Marrakech verlassen. Der Abschied von unserer Mannschaft fiel für beide Seiten nicht so schwer, wie die bei den früheren Malen. Wir kommen ja Anfang April schon wieder!

In Dortmund erwartete uns eine freudige Überraschung! Das Rotary-Magazin hat aus unserer Vorlage unter dem Titel „Hand in Hand für Kinder und Jugendliche in Marokko“ zu einem  ausführlichen Bericht  über unser Projekt berichtet. Wir freuen uns sehr darüber! Es ist eine Wertschätzung für den Club Dortmund-Hörde, natürlich unserer Arbeit, der Paten und  unseres Assistenten Brahim! (Für die Nicht-Rotarier ist Seite beigefügt!).

 Ein besonderes Ereignis ergab sich Mitte Februar! Liebe Freunde und Sponsoren aus der Schweiz hatten sich mit einer größeren Gruppe in Marrakech angesagt.

Da wir nicht anwesend waren, haben wir mit Brahim und der Gruppe geplant, aus dem Kreis unserer Großen eine kleine Delegation zusammenzustellen!

Es waren 5 Mädchen, die es als eine besondere Auszeichnung betrachteten, mit dem Bus nach Marrakech zu fahren, mit Brahim die Fragen der Gruppe zu beantworten, abends in Marrakech Pizza zu essen, dann in unserem Riad zu übernachten, sich Frühstück zu machen und wieder nach Hause zu fahren! Via WhatsApp erlebten wir, sie stolz und selbstbewusst sie diese Aufgaben erfüllt haben.

Die besonderen Schulleistungen waren es, die sie über die Jungens gestellt haben!!

Was für eine tolle Erfahrung für sie wie auch für uns!!

Für heute verabschieden wir uns und wünschen Ihnen eine gute Zeit!

Ihre Helga und Jürgen Münsterman

„Helft dem Atlas e.V.“
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4. Bericht aus Marrakech / Mitte Dezember 2019

Liebe Freunde!

Nun hat das winterliche Klima auch Marrakech und den Atlas mit ungemütlichem Wind und Regen (der letztlich sehnsüchtig erwartet wird!) erreicht!

Wir hatten uns entschlossen, dieses Jahr, wie schon teilweise in den Vorjahren Weihnachten und Neujahr hier zu verbringen. Da wir dieses Jahr persönlich durch die Hitze nicht so häufig anwesend sein konnten, nehmen wir die „kühlere“ Zeit als einen kleinen Ausgleich. Unsere Kinderschar – und auch Brahim – haben das sehr begrüßt! Parallel gab es noch vieles aufzuräumen, zu erledigen, um „unseren“ Kindergarten für 2020 startklar zu haben!

Eine Großaktion war, die kleinen und großen Kinder, wie auch andere Kindergärten gut einzukleiden. Der Winter kann kommen!

Das Jahr 2019 ist bald Geschichte!

Das läßt natürlich jeden Einzelnen darüber nachdenken, was hat mir dieses Jahr gebracht und welche Erwartungen will und kann ich an das Neue stellen!

Dann fangen wir erst einmal bei uns selbst an: Im Rückblick sind wir glücklich und dankbar, dass wir und unsere Familien gesund geblieben sind und dass wir die körperliche und die mentale Kraft geschenkt bekamen, z.T. auch mit Hilfe ärztlicher Berater und Freunde, die Arbeit für „Afous Rofous“ weiter voran zu bringen.

Unser Kernpunkt ist und bleibt die Aus-und Weiterbildung der Jungen und Mädchen, wobei die 5 Großen in der Vorphase ihres Abiturs in 2021 eindeutig im Vordergrund stehen. Wir sind glücklich, dass unser Assistent Brahim für diesen Kreis ein so wichtiger und verlässlicher Betreuer ist!

Natürlich werden die „Nachrückenden“ weiterhin sorgfältig betreut und gefördert. Schwerpunkt bei den Kleinen liegt in erster Linie darauf, sie auf die Einschulung vorzubereiten. Dazu gehören die elementaren Begriffe des Schreibens und der Zahlen! Sich mit dem allgemeinen Lern- und Spielmaterial des Kindergartens zu beschäftigen wird zunächst etwas in den Hintergrund treten müssen. Brahim verschafft dies letztlich etwas mehr Luft für die intensiver werdende Betreuung der Schüler.

Noch eine frohe Botschaft für den Ausbildungsrahmen der 5 Großen!!
Eine großzügige Spende eröffnet uns die Möglichkeit, sehr gezielt ihre Abitur – Vorbereitung und die Berufsausbildung zu begleiten. Vielleicht lassen sich dabei auch erste konkrete Kontaktmöglichkeiten vor Ort angehen.

Es gibt eine Menge zu tun, und es ist so schön zu sehen, dass Menschen aufgeschlossen sind und uns unterstützen!!

Die große Überschrift über 2020 heißt „Noch mehr Lernen“!
Zunächst wollen wir in den kommenden Wochen, auch wenn das Wetter sicherlich Regen und kalte Temperaturen mit sich bringt, in guter und familiärer Stimmung mit „unseren Kindern“ das Jahr ausklingen lassen. Geplant haben wir ein quasi „Weihnachtsessen“, das allen schmeckt und Freude macht! Als Nachtisch gibt es dann Stollen und Spekulatius, die unser Spediteur schon frühzeitig hierher gebracht hat.

Wir selbst werden die Feiertage und den Jahreswechsel in gemütlicher Atmosphäre in Marrakech verbringen, mit zahlreichen Kontakten zu unserer Familie und Freunden.

Ein großes Dankeschön möchten wir all unseren Freunden sagen, die uns in diesem Jahr so toll unterstützt haben, sei es finanziell, sei es mit materiellen Spenden oder mit persönlichem Einsatz vor Ort. Auch unser Sohn Ulrich war von großer Hilfe. Mit Rat und Tat hat er uns und den Jugendlichen über die Fernschaltung von Abidjan für technische Fragen bei Afous Rofous immer wieder zur Seite gestanden.

All das hat uns geholfen, wieder Not in unserem Umfeld zu lindern, den kleinen und großen Menschen auch Freude in ihren manchmal tristen und schwierigen Alltag zu bringen.

Lassen Sie uns mit frischem Mut und Zuversicht das Jahr 2020 angehen!
Alle guten Wünsche für Gesundheit und Wohlergehen begleiten Euch und Eure Familien!

Euch allen wünschen wir von ganzem Herzen ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest.

Bleibt uns und unserer Arbeit im fernen Atlas gewogen!
Wir freuen uns, wenn Ihr Euren Freunden von uns und von „Afous Rofous“ erzählt!

Mit herzlichen Grüßen

Eure Helga und Jürgen

mit Brahim und allen Kindern und Jugendlichen von „Afous Rofous“

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