3. Bericht 2023 aus Marrakech/Dortmund

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!!

Das war eine besondere Reise, die wir am 18.10.2023 in Weeze begonnen hatten mit dem Ziel Marrakech, das wir nach dem Erdbeben Anfang Oktober besuchen wollten. Mit von der Partie waren Heike Esters und Tochter Julia.

Dieses Beben war das stärkste je gemessene seit Aufzeichnung in Marokko. Für uns galt es, mit eigenen Augen zu sehen, wo und wie wir helfen können. Gute einheimische Freunde haben uns ermöglicht, Orte im Epizentrum zu besuchen und uns selbst ein Bild der schrecklichen Verwüstungen und ihrer Folgen für die Bevölkerung zu machen. Es ist kaum vorstellbar, unter welch primitiven Verhältnissen die betroffenen Menschen dort jetzt ihr Leben irgendwie organisieren müssen.

In der Folgezeit – bis heute – gibt es immer noch leichte Nachbeben, die die ohnehin schon traumatisierten Bewohner immer wieder in Angst und Schrecken versetzen.

Da wir in der Zwischenzeit eine erfreuliche Anzahl von Spenden für diesen Zweck erhielten, konnten wir schon sehr aktuell eine Nahrungsmittellieferung in dieses Gebiet veranlassen, ebenso wie Spende von warmer Kleidung, Decken etc. Nach Aufnahme der Schäden in unserem Dorf und weiterer großzügiger Spenden haben wir mit vertrauenswürdigen Freunden, die uns seit 20 Jahren begleiten, Reparatur- und kleinere Baumaßnahmen in die Wege geleitet.

Dies wird jetzt je nach Priorität abgearbeitet und von Brahim bezahlt und überwacht. Auch die Planung für den kommenden Winter haben wir mit einer Rücklage vorgenommen. Denn besonders in dieser Situation werden wir im kalten Januar/Februar erfahrungsgemäß mit Lebensmittelhilfe unterstützen müssen.

Aber auch das „normale“ Leben von „Afous Rofous“ darf bei aller Erdbebensorge nicht aus dem Blick geraten. Für einige unserer Großen, die schon in der Ausbildung in Uni und Berufsschulen in Marrakech sind, mussten wir eine Wohnmöglichkeit dort schaffen, da die Wege am Morgen und Abend vom Dorf aus nicht zu bewältigen sind.

Um „Afous Rofous“ nicht allzu stark finanziell zu belasten, haben wir unser Haus in der Medina für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Die Betroffenen begrüßen diese Möglichkeit sehr und sind bereit, ihre Versorgung selbst in die Hand zu nehmen und kräftig mitzuarbeiten.

Dass sie dies unter Führung von Brahim untereinander geregelt haben, davon konnten wir uns bei diesem Aufenthalt 6 Wochen lang überzeugen. Wir haben in dieser Zeit alle zusammen im Haus gewohnt und konnten täglich die Teamarbeit beobachten.

In dieser Zeit haben wir auch in aller Offenheit gute Diskussionen mit den Jugendlichen über ihre beruflichen wie auch privaten Vorstellungen in Bezug auf ihre Zukunft führen können.

Seit dem 15.12. sind wir wieder im Lande, haben viel Papierkrieg aufzuarbeiten und freuen uns, dass unser Engagement, das wir mit der tollen Unterstützung all unserer Freunde nunmehr schon 15 Jahre in diesem Lande ausüben, so schöne Früchte trägt.

In diesem Sinne grüßen wir all diese Freunde mit herzlichem Dank zum Weihnachtsfest und wünschen ein Gutes Neues Jahr!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 001500
BIC DORT DE XXX

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