Kulturfestival in Tahannaout 5.-8. Juli 2017

Mit sechs unserer Mädchen und Jungens von „Afous Rofous“ waren wir vom 5. bis 8. Juli zur Mitarbeit an einem Kulturfestival in Tahannaout eingeladen. Vier Tage haben sie die verschiedensten kleinen Kunstobjekte gebastelt, besser noch: geschaffen! Kreativität und Fingerfertigkeit waren gefragt. Die Arbeit reichte von Basteln mit Karton bis zur Kalligraphie. Alle waren begeistert bei der Sache! Der Gouverneur der Provinz und der Chef de la Commune haben sich persönlich für die Arbeiten interessiert und sich ausführlich mit den Jungens und Mädchen unterhalten. Auch eine große Delegation mit Künstlern, Vertretern von Universitäten, der Politik und der Presse kamen zur Besichtigung. In FB wurde bereits in Bericht mit Photos veröffentlicht!

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Bericht aus Marrakech

Helga und Jürgen Münstermann

 

                                                          Marrakech, Anfang Juli 2017

 

 2. Bericht aus Marrakech / 2017

 

Liebe Freunde,

nun können wir schon etwas entspannter aus den letzten Wochen berichten!

Der Ramadan 2017 liegt hinter uns!

Für die Muslime ist es eine wichtige aber doch entbehrungsreiche Zeit, was die Genüsse des Alltags angeht. Die letzten Wochen stellten mit über 40° hohe Anforderungen!

Wie alle Jahre haben auch wir das Fasten, schon aus Respekt vor unserer Umgebung, eingehalten. Nur das Trinken behielten wir bei, dies schon aus medizinischen Gründen.

Anfang Juni kamen wir aus Deutschland zurück, wo wir turnusgemäß unsere jährlichen Termine u.a bei den Ärzten (mit Erfolg!) absolviert hatten. Viele weitere Termine standen an, ob privat oder vereinsbedingt. Gleich ob unsere Familie, Freunde und Sponsoren, alle wollten uns mal wieder sehen und wir sie auch!! Ebenso erwarteten die Mitglieder von „Helft dem Atlas e.V.“ unseren jährlichen Rechenschaftsbericht! Es war schon eine sehr belebte Zeit!

Bei der Mitgliederversammlung standen natürlich die Arbeiten und die Finanzzahlen des abgelaufenen Jahres 2015 und die Planung für 2016 im Mittelpunkt.

Ausführlich haben wir anhand von Detailinformationen geschildert, dass wir ein erfolgreiches Jahr hinter uns liegen haben, sowohl auf der finanziellen Seite als auch von der Erfüllung unserer Aufgabe, den Kindern Wissen, Können und natürlich auch soziales Verhalten zu vermitteln. Mit all dem wollen wir im Kindergarten beginnen, um sie zunächst zur Schulreife zu bringen. In manchen Fällen bleiben Probleme nicht aus, die sich dann für die Kleinen im Fortkommen hinderlich auswirken !

Unsere Zahlen und unsere Arbeit fanden die volle Anerkennung und formelle Entlastung!

Nun zum täglichen Geschehen der letzten Wochen.

Hier möchten wir an dieser Stelle die Nachricht über den grandiosen Erfolg berichten, die uns dieser Tage erreichte. Die von uns seit Jahren geförderte Lubna Moubarik hat als erstes Mädchen aus unserem Kreis, aus dem Dorf überhaupt, ihr Abitur am College in Tahannaout bestanden!! Unsere herzliche Gratulation!!

Es ist nicht nur unsere kontinuierliche Betreuung (und konsequenter „freundchaftlicher“ Druck!) sondern natürlich auch die kontinuierliche finanzielle Unterstützung in allen Bereichen, die wir ihr durch die Förderung unserer Freunde

geben konnten.So würden wir uns freuen, wenn wir mit der Unterstützung unserer Freunde die weitere Förderung unserer Kinder angehen können. Wir möchten ihnen allen weiterhin das Ziel eines Abiturs – aber mit der dazugehörenden Arbeitsleistung! – vor Augen halten!

Auch den Auszubildenden wollen wir sagen: laßt euch nicht vom Weg zum Diplom abbringen! Ihr braucht alle Ausdauer und Disziplin!!

Gute Zensuren sind eine Grundvoraussetzung. Die Konkurrenz anderer Mitstreiter im In- und Ausland wartet nicht und wird versuchen, dich zu überholen!!

Das wollen wir verdeutlichen, auch dass sie letztlich unseren Sponsoren gegenüber Rechenschaft ablegen müssen!

Natürlich wollten wir über die (sicherlich wieder) guten Jahres Gesamtergebnisse unserer 7 Gymnasiasten berichten (die sich schon im Lauf des Jahres abgezeichnet hatten). Durch Ramadan und weitere Belastungen der Schule können die Zensuren leider erst Mitte Juli ausgegeben werden und damit bedauerlicherweise nach Redaktionsschluss des Berichts!

Die Sponsoren unserer von der Verzögerung betroffenen Schüler werden wir schnellstens informieren!!

Eine weitere Arbeit wartet in der nächsten Zeit auf uns. Wir wollen speziell für Loubna uns weiterhin Gedanken machen, wie ihr weiterer Berufsweg aussehen kann. Das gleiche gilt auch für die anderen Jugendlichen, die so allmählich an das Abitur denken können.

Wir werden einen Weg finden müssen, wo wir die tägliche Betreuung

unserer Schutzbefohlenen sicherstellen und parallel dazu uns um konkrete Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt kümmern können. Dabei wollen wir unser Augenmerk zunächst gezielt auf den inzwischen doch gewachsenen Arbeitsraum im näheren Umfeld richten.

Es ist für uns auch eine Frage der kapazitätsmäßigen, persönlichen Möglichkeiten.

Wie in all den Jahren wurden wir in diesen Tagen mit großen und kleinen Sorgen unserer Mitmenschen konfrontiert, wo wir aufgerufen sind zu helfen.

Von den tragischen Ereignissen einer Familie in unserem Dorf haben wir separat berichtet. Dabei wurden 2 Familienmitglieder durch plötzlich einsetzendes Hochwasser getötet. Eine große Hilfsbereitschaft hat uns erreicht! Mit einem Spenden- aufkommen von rund € 1.000 konnten wir zunächst den verbliebenen Kindern Samira und Abdelnasser ihre weitere Ausbildung sichern. Der Gouverneur der Provinz hatte sich ebenfalls eingeschaltet.

Auch für die medizinisch notwendige Hilfe für eines unserer Mädchen konnten wir 2 Spender finden.

Besonders erwähnen möchten wir auch, dass vom Rotary Club –Dortmund /Hörde wieder eine Unterstützung für die Fahrtkosten genehmigt wurde, die unseren Schülern und Auszubildenden die tägliche Busfahrt nach Tahannaout zu ihrem Unterricht ermöglicht.

Zu dem Begriff Spenden gehören auch die Sach- und Kleiderspenden, die uns jährlich aus Dortmund und München erreichen! Sie sind immer willkommen und helfen uns, Kindern aus dem Kindergarten, aus der Schule und benachbarten Institutionen mit schönen, praktischen und guterhaltenen Kleidungsstücken sowie Schulsachen zu bedenken. Ihre Verteilung erfordert viel Arbeit, aber sie lohnt sich!!

Für heute möchten wir uns verabschieden! Habt eine gute Zeit und ggf. erholsame Ferien!

Hier bricht der Sommer so richtig aus! Bis auf weiteres sind 40 – 45° angesagt. Wer von einer unveränderten „normalen“ Wetterlage ausgeht, möge den Klimawandel bei uns miterleben!!

Mit herzlichen Grüßen aus Marrakech

Eure Helga und Jürgen

 

 

 

 

 

 

„Helft dem Atlas e.V.“

Sparkasse Dortmund

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Trauer in El Kharoua

Der Samstagabend hat das Dorf El Kharoua und uns persönlich mit großem Schrecken und noch größerer Trauer erfüllt. Zwei Personen sind in einen kleinen Bach, der durch langanhaltenden sintflutartigen Regen angeschwollen war, gestürzt und in den Fluten ertrunken.

Über dem Gebiet hatte sich plötzlich in Minutenschnelle eine riesengroße Gewitterfront aufgebaut, deren Regenmengen dann das Land überschwemmten.

Ein Vater (46 Jahre) und sein jüngster Sohn (14 Jahre) waren zu dieser Zeit dort mit den Schafen im Gelände unterwegs.

Als einige der Tiere in den sich aufbauenden Strudel gerieten, wollten Vater und Sohn ihnen wohl zu Hilfe kommen. Sie konnten aber offensichtlich gegen die Wassermassen keinen Halt finden und wurden abgetrieben.

Ihr Verschwinden war von einigen Dorfbewohnern bemerkt worden. Ihre sofort eingeleiteten Suchmaßnahmen unterstützt durch die Gendarmerie wurden durch die einbrechende Dunkelheit und den andauernden Regen stark behindert.

Auch der Gouverneur hatte sich persönlich vor Ort eingeschaltet.

Als die beiden endlich gefunden wurden, waren sie Kilometer weit abgetrieben. Es kam jede Hilfe zu spät!!

Wir fühlen uns der Familie als „Afous Rofous“ seit langem stark verbunden.

Die Tochter (19 Jahre) besucht mit unserer finanziellen Unterstützung derzeit das Gymnasium in Tahannaout und will im nächsten Jahr das Abitur machen!

Dem jüngeren Sohn (17 Jahre) hatten wir bereits eine praktische Ausbildung in Tahannaout ermöglicht und ihn schon für einen Zusatzkurs vorgesehen!

Ihnen beiden werden wir ihre bisher geplante Weiterbildung sicherstellen und ihnen zusammen mit der Mutter auch den notwendigen Lebensunterhalt ermöglichen. Der Gouverneur hat ebenfalls eine gewisse Unterstützung zugesagt.

Dass der verzweifelte Versuch, den einzigen Besitz – einige wenige Schafe – zu retten, zu diesem tragischen Ausgang geführt hat, hat unser Dorf in Schock versetz

 

Marrakech, 02.05.2017

 

Helga und Jürgen Münstermann

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Gespräch mit den “Großen“ über die Association

Ausgelöst durch die Frage eines Lehrers im Gymnasium in Tahannaout haben sich die „Großen“ mit der Bedeutung und dem Wesen einer ‚Association‘ (auf Deutsch: Verein) beschäftigt.

Was ist eine ‚Association‘?

Es ist eine Vereinigung ohne Absicht auf Gewinnerzielung (sans but lucratif).
Sie ist selbstlos tätig und dient der Allgemeinheit.

Zweck der Ausrichtung:

  • Nothilfe z.B. bei Katastrophen: – durch Spenden/Manpower
  • Hilfe zur Selbsthilfe – Unterstützung bestimmter Zwecke durch Spenden/Manpower z.B. Entwicklung von Erziehung und Bildung

Die Kinder wollten die Rolle von „Afous Rofous“ als ‚Association‘ wissen, u.a. waren die Fragen:

War der Bau des Kindergartens eure gemeinsame Entscheidung?

  • Ja, wir haben nach unserer Pensionierung, unseren vielen Reisen in arabische Länder und unseren Erfahrungen mit Montessori in Frankfurt, Marokko als Standort für unseren Kindergarten gewählt.
  • Auf ihre diesbezüglichen Fragen haben wir ihnen allgemein über die Verbindung zum Verein „Helft dem Atlas“ in Dortmund und unsere wichtige Spendenarbeit erzählt.

Wie kam es zu der Namensfindung „Afous Rofous“ (berberisch für ‚Hand in Hand‘)?

  • Ausgegangen sind wir von einer unserer früheren Hilfsaktionen in Tansania, wo wir das Foto eines erwachsenen Europäers, der eine dunkle Kinderhand hält, sehr beziehungsreich fanden.

Wer zahlt denn eure Kosten?

  • Die tragen wir selbst (incl.unser Auto)

Wie kam es zu der Form des Gebäudes?

  • Das ist ein bei Montessori wichtiges Formsymbol ( ‚Offene Arme’)

Ausblick ??

  • Wir wollen weiter gemeinsam wachsen!!

 

Es war auch für uns ein interessantes Gespräch!

Helga und Jürgen

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1. Bericht aus Marrakech / 2017

Liebe Freunde,

die ersten Anzeichen des nahenden Sommers mit 33° und sengender Sonne lassen uns schon fast den schlimmen Winter vergessen.

Die hinter uns liegenden Wintermonate haben uns viel Kraft gekostet!
Kalte Nächte mit 5° in Kharoua, eine Nacht im Januar brachte uns sogar im Garten eine leichte Schneedecke! Das hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben!
Und das alles in Häusern, die über keinerlei Isolation und Heizmöglichkeit verfügen!

Die kleinen Kinder brauchten morgens viel Zeit zum „Auftauen“. Das galt nicht nur für die Gliedmaßen sondern insbesondere für die Denkmaschine! Mit etwas Nachsicht unsererseits, wärmerer Kleidung aus unserem Fundus, einer größeren Frühstücksportion incl. Datteln haben wir versucht, eine gewisse Unterstützung zu geben.

Einigen haben wir aber doch noch ein bisschen zusätzlichen Kälteurlaub geben müssen!
Insgesamt haben wir die Kinder gesundheitlich bislang gut über den Winter gebracht!
Unsere Arbeit mit den Großen und Kleinen in Kharoua ging unvermindert weiter!

Das Wetter hatte nur Kälte, aber kaum Regen im Gepäck. Mühsam erholen sich jetzt die Felder. Etwas mehr Regen wäre nötig gewesen und hätte dem Land eine bessere Erwartung für die diesjährige Ernte gegeben. Die starke Sonne meint es zu gut!!

Eben nur noch ein kurzer Rückblick auf das alte Jahr 2016, das an sich der Vergangenheit angehört! Es war erneut ein Jahr, in dem wir als „Afous Rofous“ vieles bewegt hat, unsere Arbeit für die Kinder und Jugendlichen in ihrer Aus- und Weiterbildung erfolgreich weitergeführt haben.

Demnächst werden wir satzungsgemäß den Mitgliedern unseres gemeinnützigen Vereins „Helft dem Atlas e.V.“ ausführlich über das abgelaufene Jahr und die Pläne für das laufende Jahr berichten.

Ein kurzes Resümee : Wir können dank unserer guten Kontakte zu den Sponsoren mit dem Ergebnis recht zufrieden sein und zuversichtlich das Jahr 2017 angehen!! Es sind die persönlichen Kontakte und Besuche, bei denen wir über unsere kleinen und großen Arbeiten berichten können.

Von manchen Freunden haben wir im Laufe des Jahres besondere Spenden erhalten, mit denen wir bestimmte Notfälle abmildern können! So haben z.B. 2 großherzige Spender geholfen, um bei einem Mädchen eine medizinisch notwendige Hilfe im Zahnbereich durchführen zu können!

Neben den finanziellen Hilfen sind die Kleider- und Sachspenden, die wir aus der Geschwister-Scholl- Gesamtschule in Dortmund/Brakel sowie von einer guten Freundin aus München erhalten, von großem Wert! Damit können wir hervorragende Hilfe im Dorf und in benachbarten Dörfern leisten.

Im Alltag des Kinderhauses waren wir zusammen mit Brahim ständig mit den kleinen und großen Sorgen der bis zu 40 Kinder gefordert und das dann mit schnellen Hilfen und Antworten!! Wir sind uns bewusst, dass uns ein großes Vertrauensverhältnis verbindet, was natürlich einen kontinuierlichen persönlichen Kontakt erfordert!

In unserem letzten Bericht vom Dezember hatten wir schon über die organisatorischen Schwierigkeiten berichtet, um die Stundenpläne der Schule, insbesondere des Gymnasiums, einigermaßen in den Alltag des Kinderhauses einzubauen.

Die Schularbeiten müssen jetzt von den Schülerinnen und Schülern sowie von uns noch konzentrierter organisiert werden.

Dabei wollten wir den 9 Gymnasiasten zu viele Fahrten (mit einem unzuverlässigen Busverkehr!) ersparen! Die Übergangszeiten für einzelne Fächer lassen leider keinen Raum, um in Ruhe für eine Mahlzeit nach Kharoua zu kommen.
So haben wir mit einem Händler in Tahannaout vereinbaren können, dass sich die Großen in diesen Fällen, die von uns dort deponierte Banane und Joghurt direkt abholen und in der kurzen Pause verzehren können. Von allen ist eben Flexibilität gefordert!

Es hat sich alles gut eingespielt, auch wenn es an manchen Tagen „hoppla hopp“ gehen muss!

Kürzlich gab es Halbjahreszeugnisse. Mit den Ergebnissen können wir sehr zufrieden sein, auch wenn sich bei einigen der bisherige Anstieg des Notenspiegels etwas abgeschwächt hat. Wichtig und aufschlussreich waren die Gespräche mit den Kandidaten sowie den Lehrern, um zu wissen woran zu arbeiten ist!
Unsere Kinder müssen einfach härter lernen! Das ist auch für zu Hause angesagt!

Ein leuchtendes Beispiel dafür wird wahrscheinlich unsere Lubna Mubarik sein, die wir in den ganzen Jahren auf dem Gymnasium unterstützt haben, damit sie nun Ende Juni die Prüfungen zum Baccalaureat angehen kann! Wir drücken ihr ganz fest die Daumen!!

Viel Neues an Lehrstoff ist dazugekommen ……. und noch mehr wartet auf die Schülerinnen und Schüler in den nächsten Jahren!

Die Möglichkeiten das Internet zu nutzen, ist hier jetzt mehr und mehr gefragt. Leider ist eine stabile und allzeit verfügbare Anbindung zum Internet in Kharoua noch ein Wunschtraum. Wir müssen uns mit mobilen Einschaltmöglichkeiten begnügen.

Pläne für Leitungen sind vorhanden, aber die Verwirklichung dauert und dauert!!

Auch in Marrakech, in der Medina, ist die Verbindung ziemlich instabil, was unsere generelle Arbeit nicht unerheblich stört. Das gesamte Leitungsnetz müsste von Grund auf erneuert werden!

So müssen wir hier auf Besserung warten, freuen uns aber über das allgemein friedvolle Umfeld!!

Herzliche Grüße aus Marrakech

Eure Helga und Jürgen

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
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4. Bericht aus Marrakech / 2016

Liebe Freunde,

jetzt hat uns der beginnende marokkanische Winter gut im Griff! Verglichen mit Europa ist es natürlich minder kalt!, aber es lässt einen – noch gewohnt an die sommerliche Hitze- besonders in den ungeheizten Häusern doch etwas frösteln! In Erwartung der kommenden richtig winterlichen Einflüsse haben wir schon auf Dächern und Mauern des Gebäudes von „Afous Rofous“ ein paar vorsorgliche Arbeiten zur Instandhaltung durchführen lassen.

Der Regen der letzten Tage hat vor allem der Landwirtschaft geholfen, den festgebackenen Boden aufzulockern, damit die Saat eingebracht werden kann.
Man braucht noch mehr Regen, aber bitte nicht in den Sturzbächen, wie wir es vor einem Jahr erlebten!!

Nun geht dieses Jahr zu Ende, in dem die Tage mit viel Arbeit besetzt waren. Im letzten Bericht hatten wir schon über die einzelnen Gruppen unserer Schulgemeinschaft mit bis zu 40 Kleinen und Großen berichtet. Die z.T. sehr unterschiedlichen Stundenpläne erforderten und erfordern weiterhin viel Flexibilität bei allen Beteiligten im Ablauf des täglichen Schulbetriebs in „Afous Rofous“.

An manchen Tagen haben wir ein wuseliges Kommen und Gehen!! Es geht dann „hoppla hopp“, um sie schulisch und auch mit ihrem Frühstück zu versorgen. Erfreulich ist zu sehen, dass alle dann ohne Wenn und Aber zugreifen.

Bei all dem Trubel stimmen trotzdem die Leistungen, sprich Zensuren.
Es ist ein Jahr, auf das wir alle wieder stolz sein können!!

Auch unsere 4 „Zöglinge“ im Ausbildungszentrum in Tahannaout waren kräftig tätig. Im Gespräch mit den Ausbildern gab es viel Lob über ihren Einsatz, was auch aus den Diplomen von 2 Jungens der Gruppe ersichtlich war.
Nicht zu vergessen die Kleinen des Kindergartens! Sie hatten im Rahmen des Lernens mit Zahlen und Buchstaben ein volles Programm.
So haben die Kleineren u.a. an der Erstellung eines Jahres-, Monats-, Wochen-, und Tageskreises mitgearbeitet und die weitere Montessori – Arbeit kennengelernt. Mit den z.T. klammen Fingern wurde gemalt, ausgeschnitten und geklebt, was Farbstifte, Scheren und Kleber hergaben!

Der fröhliche Kindergartenalltag ging neben der Arbeit auch nicht verloren!!

Wir konnten einige Besucher aus verschiedenen Teilen Deutschlands sowie der Schweiz begrüßen. Es ist immer für alle Beteiligten ein lustiges Nehmen und Geben von gegenseitigen Informationen. Unsere Älteren freuen sich dabei dann auch besonders, ihre Deutsch – Kenntnisse anbringen zu können!

Ein recht wichtiges Ereignis stellt für „Afous Rofous“ stets die Verteilung von Kleiderspenden und Schreib- / Lehrmaterialien dar, die aus den Sammlungen der Geschwister-Scholl Schule, Dortmund und anderer Freunde zur Verfügung stehen. Wir freuen uns immer wieder den Kindern und Jugendlichen solch guterhaltene Sachen geben zu können! Der Aufwand z.B. in Form von Transportkosten lohnt allemal! Auch an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an alle Spender!

Anfang Oktober stellte sich Marrakech im Rahmen der internationalen Klimakonferenz in den Mittelpunkt des weltweiten politischen Geschehens. Die Stadt wurde herausgeputzt, Polizei an allen Ecken, viel Verkehrschaos mit Umleitungen verbannten uns zu längeren und bisher unbekannten Straßen!
Lasst uns hoffen, dass die Ziele des Gipfels in absehbarer Zeit auch erreicht werden!
Unseren Kindern haben wir von dem großen Ereignis in Marrakech erzählt und mit ihnen darüber diskutiert, wie und wo wir alle die Umwelt schützen können und sollten!
Sie haben über Tage eifrig zusammen ein farbenfrohes Plakat gemalt, mit der Überschrift : Beschützt uns Kinder, erhaltet unsere Nahrung, unsere Tiere, unsere Pflanzen und unser Wasser!
Mit diesem Plakat haben sie im Gymnasium für große Aufmerksamkeit gesorgt!

Aus dem Leben Marokkos gibt es noch zu berichten:
Die Parlamentswahlen erbrachten kein eindeutiges, mehrheitsfähiges Ergebnis.
Die bisherige, gemäßigte islamistische Regierungspartei bemüht sich noch um einen Koalitionspartner.
Der König gibt u.a. entscheidende Anstöße z.B. zu gesellschaftspolitischen Themen: Toleranz in der Gesellschaft und Gleichstellung der Geschlechter. Er bemüht sich auch erfolgreich um Verbindungen zu potentiellen ausländischen Investoren.

Mit dieser Aussicht auf ein positives Umfeld für unser Leben und unsere Arbeit in diesem Land wollen wir uns auf die Aufgaben für das kommende Jahr konzentrieren.

Wir wollen das natürlich nicht tun, ohne von ganzem Herzen all denen zu danken, die uns bisher finanziell und mit Rat und Tat unterstützt haben.

Dabei denken wir darüber nach, wie wir den schon großen Freundes- und Spenderkreis erweitern können.
Denn die Anforderungen in den kommenden Jahren werden wachsen – einerseits schaffen mehr Schüler durch unsere Unterstützung den Übergang aufs Gymnasium (erhöhte Kosten Schulbücher/Transport) andererseits wächst die Nachfrage nach berufsbezogener Ausbildung für ältere, weniger begabte aber willige Schüler (Schulabbrecher). Hinzu kommen nun Jahr für Jahr einige Abiturienten, für die Unterstützung bei weiterer Berufsausbildung nötig wird.

Im Jahr 2017 wird das erste unserer Mädchen und damit das erste Mädchen aus unserem Dorf überhaupt das Baccalaureat versuchen und insh’allah schaffen!

Bei all diesen gravierenden Überlegungen spielen die erforderliche Manpower und die notwendigen finanziellen Mittel eine entscheidende Rolle!!
Mit guten Freunden haben wir schon begonnen, die jeweils kritischen Aspekte zu durchleuchten.

Im Rückblick auf dieses Jahr sind wir auch besonders dankbar, dass uns wieder soviel Gesundheit geschenkt wurde, um die Arbeit für die Kinder mit fröhlichem Herzen und der nötigen Disziplin durchführen zu können!

Euch allen wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest und ein Neues Jahr in Gesundheit, Wohlergehen und Zuversicht!

Wir beide werden uns auch in diesem Jahr mit unserem kleinen Weihnachtsbaum ein paar ruhige Weihnachtstage gönnen!

Mit der herzlichen Bitte, „unsere“ Kinder und uns auch weiterhin zu unterstützen, grüßen Euch vielmals

Eure Helga und Jürgen

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
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3. Bericht aus Marrakech / 2016

Zunächst eine Anmerkung!
Auch wenn das Datum des Bericht schon etwas zurückliegt, wollten wir nicht versäumen, ihn der Vollständigkeit halber !in unsere Website mit aufzunehmen

Liebe Freunde!

Hinter uns liegen 9 Wochen einer Hitzeperiode mit täglich bis 45° !!
Auch für die Marokkaner war das ein kaum bekanntes und so langanhaltendes Erlebnis!!

Glücklicherweise fiel dieser Zeitraum in die Schulferien, so dass diese Temperaturen oben in Kharuoua „nur“ den Elan für das Ferienprogramm bremsten!! Dem mussten wir natürlich leider Rechnung tragen.

Versorgungsengpässe (Wasser!) blieben weitestgehend aus; nur einige Bergdörfer mußten mit Tankwagen versorgt werden!

Beeinträchtigt waren wir auch, dass unser betagter KIA wieder verschiedentlich werkstattlicher Versorgung bedurfte, da verschiedene Kühlaggregate der Hitze nicht standhielten. Vielleicht sind doch die Tage des bisher so tapferen Wagens gezählt!

Etwas „durchgebraten“ aber frohen Mutes sagen wir: „Hallo, das neue Schuljahr steht vor der Tür“ und stellen einfach fest: Der Schulalltag hat uns wieder!
Viel Arbeit in den Vorbereitungen steht an. Einiges kann schon von den Großen selbst erledigt werden!

Wir begrüßen unsere Schulgemeinschaft, die wir täglich betreuen:

+ Die 11 „Alt-Gymnasiasten“ stehen in den Startlöchern, um die sehr guten Leistungen
des Vorjahrs zu wiederholen.
+ Unsere 2 Neu-Gymnasiasten werfen sich jetzt in das Schulrennen auf höherem
Niveau.
+ Für die Dorfschule stellen wir als „Afous Rofous“ 11 Schüler, die noch die
Zensuren-Leiter weiter erklimmen wollen.

Dann erwarten noch etwa 15 – 20 Kinder, die jeden Tag unseren Kindergarten bevölkern, das vorschulische Grundwissen vermittelt zu bekommen und sich für den Schulalltag fit zu machen!

Unsere Betreuung umfasst auch die 5 Auszubildenden, denen wir in Tahannaout die Chance vermitteln konnten, mit einer praktischen Ausbildung in den Bereichen Holz, Aluminium, Elektro, Mechanik einen strukturierten Lebensweg zu beginnen.

Bekanntlich fallen für die Gymnasiasten Kosten für Einschreibung, Bücher, Schulmaterial und die täglichen Transporte an, für die Auszubildenden sind es die Rahmen- und die Bus-Kosten pro Tag.

Für alle rund 30 Jugendlichen, die sich um die Mittagszeit im Dorf aufhalten, kommt noch die Verpflegung mit einem kleinen Frühstück hinzu.

Wir haben in den vergangenen Monaten schon darüber berichten können, wie deutlich bei den Großen die Freude am Lernen festzustellen ist, die sich auch in den Top -Zensuren niedergeschlagen hatte! Wir sind also gemeinsam auf dem richtigen Weg!

Unsere Aufgabe muß es natürlich sein, die Großen weiterhin auf ihrer Erfolgsschiene zu halten! Sie sind schon gut eingestellt, aber wenn nötig muß der Motor gegebenenfalls mal angekurbelt werden!

Ein ebenso wichtiges Augenmerk müssen wir auf die nachfolgenden Jahrgänge richten! Glücklicherweise konnten wir einige vielversprechende „Pflänzchen“ entdecken, die sich mit viel Interesse und geistiger Aufnahmebereitschaft im Kindergarten bewegen und sich entwickeln.
Diese sich abzeichnende Nachhaltigkeit zu pflegen, liegt uns am Herzen und verpflichtet uns zur weiteren Förderung.

Es ist unser Ziel, den großen wie den kleinen Heranwachsenden Wissen und soziale Kompetenz zu vermitteln. Diese jungen Menschen sollen sich wissensmäßig und im Charakterlichen zu starken Persönlichkeiten entwickeln, die später auf eigenen Beinen stehen können und nicht als Bittsteller an der Grenze eines europäischen Landes anklopfen müssen!!
Ihnen soll das Schicksal der vielen Flüchtlinge erspart bleiben!! Sie müssen aber selbst eine Bleibe-Perspektive gewinnen!

Diejenigen, die wir schon auf den ersten Teil des Wegs zu diesem Ziel führen, müssen einen inneren Kompass erwerben und wissen, welches Ziel sie ansteuern wollen!! Das kann nur mit Leistung erreicht werden und kann dann nur die Ausgangsbasis für ein neues, höheres Ziel sein.
Nur ein Wille zum lebenslangen Lernen ist heute mehr denn je gefragt!!

Dahinter steht letztlich das Ziel, dass sie für das Land Marokko ein wichtiger, unentbehrlicher Leistungsfaktor werden!

Für unsere Kinder ist es noch ein längerer, aber überschaubarer und zu bewältigender Weg. Wir wissen heute, dass wir dazu die eigene Kraft, das Wollen der Kinder aber auch gleichermaßen einen langfristig finanziellen Unterbau benötigen!

Wir erfreuen uns seit langen Jahren einer stattlichen Schar von Spendern, vorwiegend aus unserem privaten Freundes- und Bekanntenkreis. Auch unser Rotary Club hat hier von Zeit zu Zeit eine erfreuliche Schippe dazugelegt! Wir haben mit dem Aufkommen unsere Aufgaben und ihre Kosten bisher gut und sicher gemeistert, wie unsere Aufsichtsgremien uns das über die Jahre bestätigt haben!

Mit Blick auf die Zukunft und die wachsenden – auch z.T. durch das Gymnasium gestellten – Erwartungen und Anforderungen denken wir über diesen „Unterbau“ nach.
Allgemeine Kostensteigerungen kommen hinzu, sowie Ausgaben für die technische Ausstattung (z.B. gebrauchte Laptops, Zubehör, Bereich hochwertigeres Anschauungs- wie auch Begleitmaterial) gilt es zu zu berücksichtigen!

Ein Nachdenken über kleinere und größere Ansatzpunkte ist jedem Einzelnen ans Herz gelegt! Jeder kann uns gerne auf Ideen ansprechen, die vielleicht ganz neue sind, oder sich mit unseren eigenen Überlegungen ergänzen lassen!
Beträge jeder Größenordnung zu spendenträchtigen Gelegenheiten sind herzlich willkommen, zum Beispiel anläßlich von Geburtstagen, Jubiläen. Vielleicht gibt auch nur der Wunsch etwas Gutes zu tun die Veranlassung, mit einer besonderen Hilfe an unser
Projekt „Afous Rofous“ ( = Hand in Hand!) zu denken.

Wir grüßen Euch alle aus dem sommerlich / herbstlichen Marrakech mit gespannten Erwartungen auf den Beginn eines interessanten und erfolgreichen Schuljahres.

Helga und Jürgen

„Helft dem Atlas e.V.“
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Trauer in El Kharoua

Trauer hat sich über unser Dorf El Kharoua gelegt!
Wir müssen Abschied nehmen von Haj Hussein Soummane!
Die Liebe und die Erinnerung möge der Familie Kraft für den Verlust geben.

Haj Hussein und sein Bruder Haj Khalifa waren damals in 2006 unsere Gesprächspartner, als wir in ihrem Dorf anklopften und fragten, ob wir hier unseren Kindergarten bauen dürfen. Sie haben uns zunächst kritische Fragen gestellt und uns dann herzlich willkommen geheißen!
Nicht zuletzt durch Haj Hussein’s wohlwollende Akzeptanz sind wir Fremde im Laufe der Jahre als Freunde im Dorf aufgenommen worden.

In all den Jahren haben wir sein Verständnis für unsere Arbeit gespürt und seine stets gezeigte Freundlichkeit geschätzt! Dafür sind wir sehr dankbar!
Wir alle haben eine große Persönlichkeit verloren!
Haj Hussein wird in unseren Gedanken weiterleben.

Helga und Jürgen Münstermann, mit Brahim und Majoub

El Kharoua / Tahannaout 1. August 2016

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2. Bericht aus Marrakech / 2016

Liebe Freunde!

Seit Anfang Juni ist das tägliche Leben der Marokkaner und ganz Marokkos vom Ramadan bestimmt. Für 4 Wochen besteht ein neuer Lebensrhythmus, an den es sich zu gewöhnen gilt, so auch für uns! Von Sonnenaufgang bis Untergang beginnen für die Muslime die Stunden der Enthaltsamkeit, kein Essen, kein Trinken usw usw.!

Jetzt im Sommer bei Temperaturen um die 40° ist das Warten auf den Sonnenuntergang schon eine besondere Herausforderung! Die Zeitspanne erstreckt sich in Marrakech derzeit von kurz vor 4 Uhr bis kurz vor 20 Uhr, bis dann das sogenannte Frühstück beginnen kann, um später in der Nacht in das ausgiebige Abendessen zu münden.

In der Zeit nach 16 Uhr laden sich aller Ortens viel Nervosität und manchmal Gereiztheit auf. Den Straßenverkehr sollte man besser meiden.

Wie alle Jahre pflegen wir auch das Fasten, schon aus Respekt vor unserer Umgebung. Nur das Trinken halten wir sorgsam bei!

Nun wollen wir aber ein wenig berichten, wie sich so in den letzten Monaten unser Leben in Marokko, und dabei natürlich ganz besonders das Geschehen in unserem Projekt „Afous Rofous“ gestaltet hat.

Wir wollen in Kurzfassung erzählen, was wir anläßlich der Mitgliederversammlung von „Helft dem Atlas e.V.“ am 24.5. in Dortmund für das Jahr 2015 sowie über die Planung für das laufende Jahr an Nachweis vorgelegt haben. Für unsere Zahlen und unsere Arbeit konnten wir wieder volle Bestätigung und Anerkennung erhalten.

Wir haben ein hartes Jahr hinter uns gebracht, gekennzeichnet von vielen Renovierungs- und Reparaturarbeiten, aufgrund der Unwetterprobleme zum Jahreswechsel 2014/15.
Die Kosten hierfür haben natürlich unsere Haushaltskasse stark belastet!
Da gibt es nur eins: zunächst versuchen, an anderen Stellen etwas einzusparen und dann zu schauen, ob sich neue Spendenquellen anbohren lassen!

Diese Situation müssen wir einfach verkraften, um unsere erfolgreiche Arbeit in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen weiterzuführen!!

Hier hat sich gezeigt, wie erfolgreich sich diese Arbeit z.B. bei den Größeren auswirkt. Gerade unsere 5 Neu – Gymnasiasten zeigten im ersten Jahr hervorragende Leistungen. Mit prima Zensuren segeln sie stolz dem Schuljahresende entgegen. Sie machen es in den einzelnen Fächern kaum unter 18 Punkten (von 20 möglichen)!!

Diese Gruppe ist ein Teil der erfolgreichen Gesamtarbeit von „Afous Rofous“, d.h. der Betreuung der insgesamt bis zu 40 Kinder in den verschiedenen Stufen vom Kindergarten über Dorfschule bis zum Gymnasium.

Bei unseren großen Gymnasiasten gilt es aber nicht nur die schulischen Leistungen positiv zu erwähnen! Schon in unserem letzten Bericht hatten wir hervorgehoben, dass sie, wenn es ihre Zeit erlaubt, sich anbieten, die Kleinen zu führen und auch im täglichen Haushalt mit Hand anzulegen!
(Das hat auch schon die nächstfolgende Gruppe der „kleinen Großen“ der 5./6. Klässler zur Nachahmung angestiftet!)

Das ist mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit geworden und macht richtig Spaß mitzuerleben, wie sich ein klar strukturiertes und harmonisches Miteinander zeigt . Dabei ist es erstaunlich festzustellen, welch schon recht ordentliche Deutschkenntnisse vorhanden sind!!

Diese Mithilfe können wir im übrigen auch häufig gut gebrauchen, besonders dann, wenn wir die gesamte Mannschaft der bis zu bis zu 40 Kinder im Kinderhaus haben, weil vielleicht ein oder sogar 2 Lehrer sich krankgemeldet haben und betroffenen Kinder dann Zuflucht bei uns suchen!
Wir fühlen uns somit nicht weit von der Darstellung eines Landschulheims entfernt!!

Die inhaltlichen schulischen Anforderungen wachsen, was auch wir besonders bei den Gymnasiasten „ zu spüren“ bekommen!
Nun kommt allmählich auch Englisch und Umgang mit Internet hinzu, wobei wir uns auch qua Technik (Laptops!) darauf einstellen müssen.

Ihr seht, liebe Freunde, es läuft alles eigentlich ganz rund! Was das finanzielle der Medaille angeht, so vertrauen wir generell auf die guten Kontakte zu bestehenden Freundeskreisen. Vielleicht sind momentan auch bei einigen Freunden andere Spendenaktionen in den Vordergrund gerückt. Es gilt, jetzt unser Motto „Afous Rofous“ (Hand in Hand!!) stärker zu re-aktivieren und/oder „neue Verbindungen zu pflanzen“!

Wir selbst haben derzeit einiges in der Planung! Vorschläge von Ihrer/Eurer Seite sind immer gerne herzlich willkommen!

Intensiv müssen wir uns derzeit besonders mit der Transportfrage zwischen Kharoua und Tahannaout beschäftigen. Die derzeitige Busverbindung für unsere Schüler ist unbefriedigend. Es besteht keine Abstimmung der Fahrtzeiten mit den Schulzeiten des Gymnasiums! Dadurch ergeben sich für unsere Schüler z.T. lange Wartezeiten, die sie auf der Straße in Tahannaout verbringen müssten. Das sind verlorenen Stunden, die zu Lasten von Lernmöglichkeiten in „Afous Rofous“ in Kharoua gehen! Wir sind deshalb gezwungen zusätzliche Taxifahrten zu bezahlen und unseren privaten KIA einzusetzen.
Die Anzahl ist mit 5 jetzt schon etwas problematisch. Unmöglich wird es, wenn ab Herbst noch 2 weitere Gymnasiasten aus unserem Hause dazukommen.
(Eine gute Bildungspolitik darf nicht am Transport scheitern!)

Alle Bemühungen, um mit den infrage kommenden Stellen eine Harmonisierung zu erreichen, waren bisher ergebnislos.

Wir prüfen derzeit Möglichkeiten der weiteren Bezuschussung der Kosten wie auch, ob es organisatorisch, rechtlich und finanziell machbar und sinnvoll wäre, dieses Problem mit einem eigenen Fahrzeug zu lösen!

Erfreulich hat sich auch unser Projekt „Ausbildungszentrum“ entwickelt, wohin wir versuchen, Schulabbrecher ab einem bestimmten Niveau für eine sinnvolle,
handwerkliche Ausbildung zu vermitteln. So konnten wir 3 junge Menschen an insgesamt 5 Basiskursen , in Holz, Elektro, Alu und Mechanik, und den darauf

folgenden Aufbaukursen teilnehmen lassen. Auch für weitere Kurse haben wir ein paar Kandidaten, wofür wir Unterstützung bereitstellen müssen.

Häufig wird die Frage nach der Sicherheit im Land gestellt. Hier können wir nur hoffen, dass deutlich gestiegene Sicherheitskontrollen Anschläge und Terrorakte verhindern. Wir persönlich fühlen uns absolut sicher, meiden natürlich größere Menschenansammlungen.
So würden wir auch in Europa handeln!! Ende September erlebt Marokko Parlamentswahlen, von deren Ergebnis sicher nicht viel Änderung ausgehen wird.

Die wirtschaftliche Situation im Land ist für die Menschen, so erfahren wir es in besonderem Maße in unserem Dorf, deutlich schwieriger geworden.
Mit dem Schicksal hadern wieder einmal gerade unsere Dorfbewohner! Der Wettergott ließ es leider nicht zu, dass wenigstens ein „gemittelter“ Regen zu einer einigermaßen vernünftigen Erntegeführt hat. Wo jetzt jahreszeitgemäß das Getreide die Felder zieren sollte, dehnen sich bei den Temperaturen von rund 40° schwarzbraune trockene Flächen aus!

Das war ein kurzer Überblick über die hinter uns liegenden Monate und das, was vor uns liegt. Es ist, wie immer sicher ein ehrgeiziges Programm und lässt viel Arbeit erwarten, aber auch, so hoffen wir, wieder viel Erfolg!
Unsere „Großen“ werden uns dabei sicher unterstützen! Sie brennen darauf, weiter zu lernen und damit Erfolg zu haben! Sie haben nämlich geschnuppert, wie schön es ist, erfolgreich zu sein!! Unsere 5 Neugymnasiasten machen im ersten gymnasialen Jahr die Erfahrung, von 300 übrigen Erstgymnasiasten in Tahannaout die 5 Besten zu sein!
Dass das so bleibt, dafür wollen wir stets versuchen, die Voraussetzungen zu bieten!

Wir haben inzwischen 2 weitere Kandidatinnen, von denen wir in diesem Sommer ebenfalls ihren Sprung auf das Gymnasium erwarten dürfen!

Seid heute alle herzlich gegrüßt, mit allen guten Wünschen für eine schöne Sommerzeit und ggf. für erholsame Ferien!

Eure Helga und Jürgen

PS
Wir haben noch einen kleinen Video Clip anzubieten:
http://bit.ly/afousrofousvideo2016
Er zeigt ein wenig das Leben im Kinderhaus Afous Rofous der letzten Monate, u.a. das Arbeiten der Großen mit den Kleinen“

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 0015 00
BIC DORTDE33X

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1. Bericht aus Marrakech / 2016

Liebe Freunde!

Das Jahr 2016 hat uns schon voll im Griff!

Wir freuen uns wieder auf die vielen Aufgaben, die die Kinder von „Afous Rofous“ in unserem Kinderhaus für die kommenden Monate für uns bereit halten!

Das Jahr 2015 liegt hinter uns, ist aber noch nicht ganz Vergangenheit. Der offizielle Abschluss muss noch erfolgen. Wir kennen die Zahlen und wissen, dass wir mit Mut und guter Substanz das neue Jahr angehen können! Die enormen Belastungen des letzten Jahres sind verdaut!
Etwa Mitte Mai wollen wir wieder unseren Freunden in der Mitgliederversammlung von „Afous Rofous“/ „Helft dem Atlas e.V.“ die offiziellen Abschlusszahlen vorlegen.

Ende 2015 fehlte uns die notwendige Menge Regen.
Das eingebrachte Saatgut hätte ihn so sehr gebraucht! Die jetzt schon heiße Sonne ließ alles gelb und braun werden! Die Hoffnungen auf eine gute Ernte wurden damit zunichte gemacht. Sie wird für die eigene Ernährung wie auch für den bescheidenen Verkaufserlös fehlen! Dazu kommt das verlorene Saatgut als zusätzlicher Verlust!

Turnusgemäß begann das neue Jahr mit den Halbjahresprüfungen.
Spannend und herausfordernd war es für unsere diesjährigen 6.Klässler (2 Mädchen), die sich am 20.und 21.Januar auf den „Weg“ zu den Tests machten. Sie haben ein gutes Ergebnis eingefahren, das dann im Juni mit dem 2. Teil in die Gesamtbeurteilung für die Zulassung zum Gymnasium einfließen wird.

Ähnlich spannend war es auch für unsere 5 „alten Hasen“, die in ihrem ersten Gymnasium Jahr ihre erste Halbjahresprüfung absolvierten und das mit einem Superergebnis!
Alle erreichten nicht weniger als 15 Punkte (Touria sogar 17,5!) von 20 Punkten!
Sie waren damit die besten von 300 Siebtklässlern der ganzen Schule!!
Wir sind ungeheuer stolz auf „unsere 5“!!

Bei unseren Großen lässt sich verstärkt, aber auch bei den Nachwachsenden, die Freude am Lernen, am „Wissenschöpfen“ erkennen! Wir meinen, hier konnte im Laufe der Jahre ein entscheidender Anstoß gegeben werden.
Von alleine wird der Motor sicher noch nicht laufen, aber er ist schon gut eingestellt!

Er muss immer wieder liebevoll und, wenn nötig, nachdrücklich angekurbelt werden, um die jetzt schon gegebene Nachhaltigkeit weiter abzusichern!

Deshalb ist unsere weitere Unterstützung (und die unserer Spender!) gefordert!
Kharoua als der derzeitige Standort der Arbeit sollte nur ein Sinnbild sein! Es bleibt offen, wo später „ das eigentliche Kharoua“ stehen wird, ob in Casablanca, Paris oder New York! Unsere Kinder tragen mit sich das bei uns erworbene, durch uns vermittelte Wissen und nicht zu vergessen, die menschliche Erfahrung!
Auf diesen Schatz können sie – dank auch besonders der Hilfe unserer Freunde! – schon seit fast 8 Jahren zurückblicken!!

Eine besondere Herausforderung, organisatorisch und finanziell, zeichnete sich für uns bereits im letzten Jahr ab und wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.
Die Spendenbeiträge für die Gymnasiasten bzw. die Auszubildenden in Tahannaout beinhalten einen Transportkostenanteil. Der basiert auf den bisher bekannten Ticketkosten für den Busverkehr der ALSA.
Bedauerlicherweise hat ALSA den täglichen Verkehrsplan eingeschränkt (nicht mehr rentabel!), sodass er kaum noch mit dem Schulplan übereinstimmt.

Der tägliche Schulplan sieht immer Vormittags- und Nachmittagsunterricht vor. Für die sich ergebende unterrichtsfreie Zeit von 3 bis 6 Stunden gibt es keine Busverbindung, sodass wir doch zusätzlich auf Taxis angewiesen sind.
Die Kinder müssten sich sonst bis zu 6 Stunden auf der Straße aufhalten!

Wir haben bereits Gespräche mit der Kreisverwaltung und dem Gymnasium über eine Lösung dieses Problems geführt, bisher ohne Erfolg!

Der andere Punkt ist, dass verschiedene Familien im Dorf die Schul-/Transportkosten kaum verkraften können.
Hier müssen wir überlegen, wie wir unser Werben für eine bessere Schulbildung auch konsequent weiterverfolgen und Unterstützung gewährleisten können!!

Zurück zur Gegenwart. Im Januar/Februar schlossen sich 2 Wochen Schulferien an, die wir beide genutzt haben, um in Dortmund mal wieder ein paar wichtige Dinge zu erledigen. Um die Großen kümmerte sich Brahim mit regelmäßiger Betreuung! Nur die Kleinen mussten zeitweilig etwas zurückstecken.
So haben wir „Skype-begleitet“ den zeitweilig voll aktiven Steuermann Brahim mit der starken Crew prima auf Kurs gehalten!!

Die Nächte hier sind jetzt ziemlich kalt, worunter auch gerade unsere kleineren Kinder leiden. Sie können aber weitestgehend von den in den Vorjahren durch den Rotary Club Heidelberg – Schloss gespendeten Schlafsäcken profitieren.

Noch eine kurze Mitteilung über die Zusammensetzung der Kindergarten Mannschaft. Dazu gehört inzwischen auch Amin, der Sohn des Imams des Dorfes. Vater und Sohn haben freudig unserem Angebot zugestimmt, dass Amin regelmäßig bei uns mitarbeitet. In seiner fröhlichen Art hat sich Amin problemlos in die Gruppe integriert.

Was gibt es in Kürze aus Marokko allgemein zu berichten?

Im Land geht politisch, so weit es zu merken ist, alles seinen gewohnten Gang!
Natürlich sind die Menschen nicht zufrieden mit ihren Lebensumständen und bringen es auch zum Teil durch einzelne Proteste zum Ausdruck. Das weiß die Regierung und versucht im Rahmen der Möglichkeiten ihres Haushalts zu reagieren!

Die Flüchtlingsbewegungen in Europa werden auch von der Bevölkerung und der Presse zur Kenntnis genommen. Das Land hat in den vergangenen Jahren selbst einige Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, wie z.B. Syrien, Mali und anderen Sahara Ländern aufgenommen.

Sehr kooperative Gespräche fanden im Februar zwischen Deutschland und Marokko statt, um die Rückführung von Flüchtlingen mit marokkanischem Hintergrund zu regeln.

Erneuerbare Energie ist auch ein Thema in Marokko. Man will die Produktion in den nächsten Jahren massiv ausbauen. König Mohamed VI hat kürzlich den ersten Solarpark (unter dem Namen „Noor“ = Licht) in Ouarzazate am Rande der Sahara eingeweiht.
Die Anlage hat eine Kapazität von 160 Megawatt (Strom für 350.000 Menschen).
Noor 2, 3 und 4 sollen folgen. Für die Gesamtkosten von 2,2 Mrd € werden internationale Kredite zur Verfügung gestellt. Auch Deutschland ist durch die KfW mit knapp 40% beteiligt.

Das war ein kurzer Bericht aus unserer kleinen aber so wichtigen Welt unseres Lebens in und mit „Afous Rofous“ und dem, was wir aus unserer 2. Heimat an im Moment interessanten Informationen vermitteln können.

Für heute grüßen Sie alle sehr herzlich in Erwartung der wärmeren und sehr warmen Jahreszeiten

Ihre

Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 0015 00
BIC DORTDE33X

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