4. Bericht aus Marrakech / 2017

Helga und Jürgen Münstermann

        

                   4. Bericht aus Marrakech, Ende November / 2017

 

Liebe Freunde,

nachdem das Klima uns über Monate mit Höchsttemperaturen bis knapp 50° voll in den Schwitzkasten genommen hatte, kommt jetzt wohl die Retourkutsche mit – für uns -kräftiger Abkühlung auf morgens 10 bis 15°! Und das alles seit 6 Monaten ohne Regen!

Die Probleme für das Land, besonders für die Landwirtschaft, wachsen mit jedem Tag.

Kein Saatgut konnte bis jetzt auf die Felder eingebracht werden! Das alles sind schlechte Voraussetzungen für die nächstjährige Ernte!

Die Staubecken sind so gut wie leer, die Brunnen in den Bergen ausgetrocknet. Hier wird die Trinkwasserversorgung , so weit wie möglich, mit Tankwagen vorgenommen.

Auch in den Städten wird das Wasser knapp und die einfachen Lebensmittel deutlich teurer, teilweise um 300 %!

Mal sehen, wohin diese ungewöhnliche Wetterveränderung uns hier in Marokko noch führt!

Die Schule hat im Oktober nach 3 Monaten Ferien wieder begonnen und war wie immer mit viel Trubel und organisatorischen Ungereimtheiten verbunden. Die Stundenpläne spielen sich so allmählich wieder ein, sofern nicht plötzliche Lehrerausfälle und Anweisungen aus der Verwaltung die Regelmäßigkeit abhanden kommen lassen!

Erfreulicherweise konnten wir im Gymnasium erreichen, dass unsere Großen wieder gemeinsam in einer Klasse sitzen.

Es sind insgesamt bis zu 40 Kinder und Jugendliche, die uns täglich aus Kindergarten, Dorfschule und Gymnasium besuchen. Sie alle wollen ihr Frühstück haben, wobei die Größeren ihre Hausaufgaben machen müssen und zusätzliche Arbeiten erledigen wollen.

Stramme Arbeit und Disziplin sind für sie und für uns gefordert“

Wie schon früher berichtet, bemühen sich die Großen sowie auch schon die Heranwachsenden, darum eigenständig die Kleineren mit zu betreuen ( z.B. bei Frühstück und Hausaufgaben).

Es ist einfach ein schönes Miteinander und Vertrauen, das wir schon in dieser großen Gemeinschaft haben aufbauen können.

Die schulischen Aufgaben wachsen natürlich mit dem wachsenden Alter. Vieles muss durch unsere Arbeit ergänzt werden, da die zusätzlichen Kapazitäten im Elternhaus und auch z.T. in der Schule fehlen!

Wie in den vergangenen Jahren war eine umfangreiche Anzahl von Büchern, Heften, Schulzubehör und allgemeinem Unterrichtsmaterial zu besorgen, sowohl für die Schüler, wie auch für die Azubis. Sehr genau haben die Großen alle Quittungen notiert und Buch geführt.

Auch unsere 6 Azubi’s machen uns Freude! Sie sind fleißig und interessiert bei der Arbeit, wie wir von den Ausbildern hören. Einige von Ihnen haben schon gute Praktikumsplätze bekommen.

Der Lehrstoff, das Leistungsniveau wird anspruchsvoller, was zu begrüßen ist! Damit wird das Leistungsspektrum für die Großen, aber auch für uns in der Betreuung größer!

Dazu gehört gerade der Eintritt in die digitale Welt! Das sind Anforderungen, wie sie heute durch die Lehrer und in Arbeitsprogrammen gestellt werden.

Hier hat unser Sohn Ulrich aus Abidijan seinen Urlaub benutzt, um mit seinem fundierten Wissen die digitale Umgebung im Kinderhaus soweit wie technisch möglich kräftig auf Vordermann zu bringen und Voraussetzungen für eine „modern ausgerichtete“ Arbeitsbasis zu schaffen.

Mit einigen technischen Ergänzungen, verfügt Afous Rofous jetzt über ein kleines Wifi Netzwerk auf Basis 3 G Maroc Telecom.

Auf mittelfristige Sicht machen uns natürlich die schwachen Kapazitäten der Maroc Telecom Sorgen!

Besonders in den ländlichen Gebieten wie z.B. unserem Standort Afous Rofous ist wohl auf längere Sicht keine feste Internetverbindung zu erwarten!! Wir haben jetzt mit unserer kleinen Investition hier wenigstens eine provisorische Abhilfe geschaffen, in der Hoffnung, dass der Anbieter mit seinen Masten diese Verbindung kontinuierlich sicherstellt!

Unsere Investition beinhaltet einen kleinen Laptop und einiges Zubehör. Zusätzlich verfügen wir noch über ein gebrauchtes Gerät sowie 2 gespendete Laptops. Jetzt sollten die älteren Schüler zunächst einmal etwas bessere Arbeitsmöglichkeiten haben!

Sehr ausführlich haben wir mit unseren großen Internetnutzern über die besonderen Möglichkeiten des Internet gesprochen, aber auch über seine Gefahren und Risiken!

Auch in der Medina von Marrakech haben wir häufig einen Blackout im Internet zu beklagen! Dann beanspruchen wohl zu viele Besucher die generell schon schwachen Kapazitäten in besonderem Maße!!

Was gibt es noch Interessantes zu berichten!

+         Unsere Abiturientin Lubna Moubarik, von deren Erfolg wir im Juli berichtet hatten, konnte inzwischen eine Ausbildung in einem Kindergarten in Tahannaout beginnen. Mal sehen, wie sie sich weiterhin entwickelt.

+         Wir unterhalten auch einige Kontakte mit anderen Kindergärten in Tahhanaout. So sind wir vor einiger Zeit gebeten worden, einer dort beschäftigten jungen Frau einen Überblick über unsere Arbeit im Kindergarten zu geben. So wollen wir dabei ein wenig Entwicklungsarbeit leisten.

+         Unsere Schulkinder freuten sich letzte Woche über Ferien. Ein wenig Entspannung hatten sie sich nach ihren guten Leistungen in den letzten Wochen auch verdient. Wie immer teilt sich eine solche Ferienzeit bei uns in schulische und freie Arbeit auf.

+         Hierzu gehörte auch die Verteilung der wieder tollen Winterkleidung, wovon alle – Groß wie Klein – profitieren konnten. Nochmals herzlichen Dank an Schulleitung und Eltern der Geschwister-Scholl Gesamtschule in Dortmund / Brackel!!

Das Jahr nähert sich nun dem Ende!

Wir schauen dankbar auf die zurückliegenden Monate, in denen wir „ unsere“ Kinder und Jugendlichen begleiten und dabei fördern konnten! Zu dem dankbaren Resümee gehört auch, dass wir gesund geblieben sind!

Das Leben im Dorf, wo wir uns vorwiegend aufhalten, ist nicht einfach und stellt uns manchmal vor schwierige persönliche Entscheidungen! Wir kennen die Ansichten der meisten Menschen inzwischen recht gut und müssen sie doch weitgehend respektieren! Es bleibt doch eine andere Kultur!

Wir kennen auch die wirtschaftliche Situation der meisten Familien und ihre Probleme. Hin und wieder können wir auch einen persönlichen Blick in ihren Wohnbereich werfen. Manchmal ist es für uns schwer zu verstehen, unter welchen Lebensverhältnissen die jungen Menschen hier groß werden.

Sie werden dabei in eine Welt des Denkens gestellt, wo sie mit Fragen und gegen Unsicherheiten zu kämpfen haben.

In all den vielen Jahren des gemeinsamen Lebens und Arbeitens mit uns orientieren sie sich natürlich gerne an uns. Sie erwarten Antworten auf ihre Fragen, wo ihre Eltern ihnen vielleicht nicht helfen können!

Sie wissen, dass sie uns mit allen großen und kleinen Problemen ansprechen können.

Da ist z.B. unsere Samira , die im April auf tragische Weise durch plötzliches Hochwasser ihren Vater und jüngsten Bruder verloren hat. Für die wirtschaftliche Absicherung haben wir z. T. entscheidend beitragen können. Jetzt ist Samira noch einmal von einem seelischen Tiefpunkt erfasst, wo sie keinen Sinn in ihrer schulischen Karriere sieht! Mit unserem Zuspruch und der Hilfe einer Ärztin in Marrakech wollen wir sie aus diesem Tal herausholen.

Das kommende Jahr wird für uns alle wider eine große Herausforderung darstellen, die wir hoffentlich weiterhin mit der wichtigen Unterstützung unserer Freude schaffen können. Ab Mitte Dezember werden wir uns über die Feiertage nach langer Zeit wieder in Deutschland sehen lassen. Unsere Familie erwartet und sehnlichst, Freunde werden wir besuchen, notwendige Termine wahrnehmen, auch wenn uns der kalte Winter sicher etwas zittern lassen wird!

Wie immer unser Assistent Brahim wird in dieser Zeit die Kinder und auch die anstehenden Reparaturarbeiten betreuen!

Halten Sie uns bitte weiterhin die Treue und merken Sie sich schon mal für das kommende Jahr einen wichtigen Termin vor:

Am 3.8.2018 werden wir den 10 jährigen Geburtstag als „Afous Rofous“ feiern.

Vieles wird rechtzeitig zu planen sein!!

Für das zu Ende gehende Jahr danken wir Ihnen allen für Ihre Treue und Unterstützung!

Für 2018 wünschen wir Ihnen und Iheren Familien von ganzem Herzen Glück, Gesundheit und Erfolg !

Wir grüßen Sie heute mit allen guten Wünschen für eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und verleben Sie einen fröhlichen Jahreswechsel!

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

 

 

 

 

 

 

„Helft dem Atlas e.V.“

Sparkasse Dortmund

DE 93 4405 0199 0911 001500

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Alles rollt wieder!!

Einige Roller und Räder kamen mit der letzten Spendensendung! Sie mußten alle überholt werden. Ein kleiner Betrieb im Nachbardorf wusste, wie man so etwas schnell und preiswert macht! Viel Spaß bei den Gehilfen und unserer kleinen Abordnung!

Alles rollt wieder!!

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Kühlschrank wird zum Wärmeschrank!!

Großer Schreck! Unser Kühl-/Gefrierschrank im Kindergarten hatte plötzlich seinen Geist aufgegeben!! Und das bei fast 40°! Unseren derzeit 15 Jugendlichen und uns Drei als Mit-Leidtragenden klebte das Frühstück am Gaumen!

Unser Elektriker aus Marrakech kam mit Fachmann zu Hilfe! Die Hitze hatte den Kühlprozess völlig blockiert. Hurra das Horrorszenario von flüssiger Butter konnte in Null-Komma-Nix abgewendet werden! Nochmals Hurra! Hurra!

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Großes Gemeinschaftliches Kochen und Tafeln mit Chefkoch Ismail!

Am Freitag, den 18. 8., hatten wir alle Spaß beim „Kochen mit Chefkoch Ismail“. Alle Kinder halfen bei den Vorbereitungen mit!

Es wurde geschnipselt, abgeschmeckt auf  „Teufel komm raus“. Beim Mischen, Braten und Tischdecken waren alle voll bei der Sache! Ismail hatte sich für Reis mit Hackfleischsoße und marokkanischem Salat entschieden!

Es schmeckte herrlich! Auch das Aufräumen und Abwaschen hatte die Mannschaft voll im Griff! Das alles steht beim nächsten Ferienprogramm wieder mit auf dem Plan!

Danke Ismail!!

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Geburtstag 3. August!!

Am 3. August konnten wir den 9. Jahrestag der Einweihung unseres Kindergartens „Afous Rofous feiern. Mit einigen Kindern (viele sind im Moment auf Familienbesuch!) haben wir den Tag gebührend begangen, mit gutem Essen, mit Musik und viel Spaß im Garten (im Fackelschein!). Die Kinder hatten die Ausschmückung vorbereitet.

Der 3. August 2008 war der Beginn einer erfolgreichen Arbeit für die jüngeren Kinder im Kindergarten, für die älteren in der Betreuung und Förderung ihres weiteren schulischen Lebens in der Dorfschule und ggfs. auf dem Gymnasium in Tahannaout.

(Dieses Jahr hat das erste Mädchen aus dem Dorf sein Baccalaureat (Abitur) gemacht!)

„Fördern und Fordern“ ist unsere Devise, mir der wir versuchen, den Kindern den Start in ein erfolgreiches Leben zu ermöglichen!!

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Kulturfestival in Tahannaout 5.-8. Juli 2017

Mit sechs unserer Mädchen und Jungens von „Afous Rofous“ waren wir vom 5. bis 8. Juli zur Mitarbeit an einem Kulturfestival in Tahannaout eingeladen. Vier Tage haben sie die verschiedensten kleinen Kunstobjekte gebastelt, besser noch: geschaffen! Kreativität und Fingerfertigkeit waren gefragt. Die Arbeit reichte von Basteln mit Karton bis zur Kalligraphie. Alle waren begeistert bei der Sache! Der Gouverneur der Provinz und der Chef de la Commune haben sich persönlich für die Arbeiten interessiert und sich ausführlich mit den Jungens und Mädchen unterhalten. Auch eine große Delegation mit Künstlern, Vertretern von Universitäten, der Politik und der Presse kamen zur Besichtigung. In FB wurde bereits in Bericht mit Photos veröffentlicht!

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Bericht aus Marrakech

Helga und Jürgen Münstermann

 

                                                          Marrakech, Anfang Juli 2017

 

 2. Bericht aus Marrakech / 2017

 

Liebe Freunde,

nun können wir schon etwas entspannter aus den letzten Wochen berichten!

Der Ramadan 2017 liegt hinter uns!

Für die Muslime ist es eine wichtige aber doch entbehrungsreiche Zeit, was die Genüsse des Alltags angeht. Die letzten Wochen stellten mit über 40° hohe Anforderungen!

Wie alle Jahre haben auch wir das Fasten, schon aus Respekt vor unserer Umgebung, eingehalten. Nur das Trinken behielten wir bei, dies schon aus medizinischen Gründen.

Anfang Juni kamen wir aus Deutschland zurück, wo wir turnusgemäß unsere jährlichen Termine u.a bei den Ärzten (mit Erfolg!) absolviert hatten. Viele weitere Termine standen an, ob privat oder vereinsbedingt. Gleich ob unsere Familie, Freunde und Sponsoren, alle wollten uns mal wieder sehen und wir sie auch!! Ebenso erwarteten die Mitglieder von „Helft dem Atlas e.V.“ unseren jährlichen Rechenschaftsbericht! Es war schon eine sehr belebte Zeit!

Bei der Mitgliederversammlung standen natürlich die Arbeiten und die Finanzzahlen des abgelaufenen Jahres 2015 und die Planung für 2016 im Mittelpunkt.

Ausführlich haben wir anhand von Detailinformationen geschildert, dass wir ein erfolgreiches Jahr hinter uns liegen haben, sowohl auf der finanziellen Seite als auch von der Erfüllung unserer Aufgabe, den Kindern Wissen, Können und natürlich auch soziales Verhalten zu vermitteln. Mit all dem wollen wir im Kindergarten beginnen, um sie zunächst zur Schulreife zu bringen. In manchen Fällen bleiben Probleme nicht aus, die sich dann für die Kleinen im Fortkommen hinderlich auswirken !

Unsere Zahlen und unsere Arbeit fanden die volle Anerkennung und formelle Entlastung!

Nun zum täglichen Geschehen der letzten Wochen.

Hier möchten wir an dieser Stelle die Nachricht über den grandiosen Erfolg berichten, die uns dieser Tage erreichte. Die von uns seit Jahren geförderte Lubna Moubarik hat als erstes Mädchen aus unserem Kreis, aus dem Dorf überhaupt, ihr Abitur am College in Tahannaout bestanden!! Unsere herzliche Gratulation!!

Es ist nicht nur unsere kontinuierliche Betreuung (und konsequenter „freundchaftlicher“ Druck!) sondern natürlich auch die kontinuierliche finanzielle Unterstützung in allen Bereichen, die wir ihr durch die Förderung unserer Freunde

geben konnten.So würden wir uns freuen, wenn wir mit der Unterstützung unserer Freunde die weitere Förderung unserer Kinder angehen können. Wir möchten ihnen allen weiterhin das Ziel eines Abiturs – aber mit der dazugehörenden Arbeitsleistung! – vor Augen halten!

Auch den Auszubildenden wollen wir sagen: laßt euch nicht vom Weg zum Diplom abbringen! Ihr braucht alle Ausdauer und Disziplin!!

Gute Zensuren sind eine Grundvoraussetzung. Die Konkurrenz anderer Mitstreiter im In- und Ausland wartet nicht und wird versuchen, dich zu überholen!!

Das wollen wir verdeutlichen, auch dass sie letztlich unseren Sponsoren gegenüber Rechenschaft ablegen müssen!

Natürlich wollten wir über die (sicherlich wieder) guten Jahres Gesamtergebnisse unserer 7 Gymnasiasten berichten (die sich schon im Lauf des Jahres abgezeichnet hatten). Durch Ramadan und weitere Belastungen der Schule können die Zensuren leider erst Mitte Juli ausgegeben werden und damit bedauerlicherweise nach Redaktionsschluss des Berichts!

Die Sponsoren unserer von der Verzögerung betroffenen Schüler werden wir schnellstens informieren!!

Eine weitere Arbeit wartet in der nächsten Zeit auf uns. Wir wollen speziell für Loubna uns weiterhin Gedanken machen, wie ihr weiterer Berufsweg aussehen kann. Das gleiche gilt auch für die anderen Jugendlichen, die so allmählich an das Abitur denken können.

Wir werden einen Weg finden müssen, wo wir die tägliche Betreuung

unserer Schutzbefohlenen sicherstellen und parallel dazu uns um konkrete Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt kümmern können. Dabei wollen wir unser Augenmerk zunächst gezielt auf den inzwischen doch gewachsenen Arbeitsraum im näheren Umfeld richten.

Es ist für uns auch eine Frage der kapazitätsmäßigen, persönlichen Möglichkeiten.

Wie in all den Jahren wurden wir in diesen Tagen mit großen und kleinen Sorgen unserer Mitmenschen konfrontiert, wo wir aufgerufen sind zu helfen.

Von den tragischen Ereignissen einer Familie in unserem Dorf haben wir separat berichtet. Dabei wurden 2 Familienmitglieder durch plötzlich einsetzendes Hochwasser getötet. Eine große Hilfsbereitschaft hat uns erreicht! Mit einem Spenden- aufkommen von rund € 1.000 konnten wir zunächst den verbliebenen Kindern Samira und Abdelnasser ihre weitere Ausbildung sichern. Der Gouverneur der Provinz hatte sich ebenfalls eingeschaltet.

Auch für die medizinisch notwendige Hilfe für eines unserer Mädchen konnten wir 2 Spender finden.

Besonders erwähnen möchten wir auch, dass vom Rotary Club –Dortmund /Hörde wieder eine Unterstützung für die Fahrtkosten genehmigt wurde, die unseren Schülern und Auszubildenden die tägliche Busfahrt nach Tahannaout zu ihrem Unterricht ermöglicht.

Zu dem Begriff Spenden gehören auch die Sach- und Kleiderspenden, die uns jährlich aus Dortmund und München erreichen! Sie sind immer willkommen und helfen uns, Kindern aus dem Kindergarten, aus der Schule und benachbarten Institutionen mit schönen, praktischen und guterhaltenen Kleidungsstücken sowie Schulsachen zu bedenken. Ihre Verteilung erfordert viel Arbeit, aber sie lohnt sich!!

Für heute möchten wir uns verabschieden! Habt eine gute Zeit und ggf. erholsame Ferien!

Hier bricht der Sommer so richtig aus! Bis auf weiteres sind 40 – 45° angesagt. Wer von einer unveränderten „normalen“ Wetterlage ausgeht, möge den Klimawandel bei uns miterleben!!

Mit herzlichen Grüßen aus Marrakech

Eure Helga und Jürgen

 

 

 

 

 

 

„Helft dem Atlas e.V.“

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Trauer in El Kharoua

Der Samstagabend hat das Dorf El Kharoua und uns persönlich mit großem Schrecken und noch größerer Trauer erfüllt. Zwei Personen sind in einen kleinen Bach, der durch langanhaltenden sintflutartigen Regen angeschwollen war, gestürzt und in den Fluten ertrunken.

Über dem Gebiet hatte sich plötzlich in Minutenschnelle eine riesengroße Gewitterfront aufgebaut, deren Regenmengen dann das Land überschwemmten.

Ein Vater (46 Jahre) und sein jüngster Sohn (14 Jahre) waren zu dieser Zeit dort mit den Schafen im Gelände unterwegs.

Als einige der Tiere in den sich aufbauenden Strudel gerieten, wollten Vater und Sohn ihnen wohl zu Hilfe kommen. Sie konnten aber offensichtlich gegen die Wassermassen keinen Halt finden und wurden abgetrieben.

Ihr Verschwinden war von einigen Dorfbewohnern bemerkt worden. Ihre sofort eingeleiteten Suchmaßnahmen unterstützt durch die Gendarmerie wurden durch die einbrechende Dunkelheit und den andauernden Regen stark behindert.

Auch der Gouverneur hatte sich persönlich vor Ort eingeschaltet.

Als die beiden endlich gefunden wurden, waren sie Kilometer weit abgetrieben. Es kam jede Hilfe zu spät!!

Wir fühlen uns der Familie als „Afous Rofous“ seit langem stark verbunden.

Die Tochter (19 Jahre) besucht mit unserer finanziellen Unterstützung derzeit das Gymnasium in Tahannaout und will im nächsten Jahr das Abitur machen!

Dem jüngeren Sohn (17 Jahre) hatten wir bereits eine praktische Ausbildung in Tahannaout ermöglicht und ihn schon für einen Zusatzkurs vorgesehen!

Ihnen beiden werden wir ihre bisher geplante Weiterbildung sicherstellen und ihnen zusammen mit der Mutter auch den notwendigen Lebensunterhalt ermöglichen. Der Gouverneur hat ebenfalls eine gewisse Unterstützung zugesagt.

Dass der verzweifelte Versuch, den einzigen Besitz – einige wenige Schafe – zu retten, zu diesem tragischen Ausgang geführt hat, hat unser Dorf in Schock versetz

 

Marrakech, 02.05.2017

 

Helga und Jürgen Münstermann

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Gespräch mit den “Großen“ über die Association

Ausgelöst durch die Frage eines Lehrers im Gymnasium in Tahannaout haben sich die „Großen“ mit der Bedeutung und dem Wesen einer ‚Association‘ (auf Deutsch: Verein) beschäftigt.

Was ist eine ‚Association‘?

Es ist eine Vereinigung ohne Absicht auf Gewinnerzielung (sans but lucratif).
Sie ist selbstlos tätig und dient der Allgemeinheit.

Zweck der Ausrichtung:

  • Nothilfe z.B. bei Katastrophen: – durch Spenden/Manpower
  • Hilfe zur Selbsthilfe – Unterstützung bestimmter Zwecke durch Spenden/Manpower z.B. Entwicklung von Erziehung und Bildung

Die Kinder wollten die Rolle von „Afous Rofous“ als ‚Association‘ wissen, u.a. waren die Fragen:

War der Bau des Kindergartens eure gemeinsame Entscheidung?

  • Ja, wir haben nach unserer Pensionierung, unseren vielen Reisen in arabische Länder und unseren Erfahrungen mit Montessori in Frankfurt, Marokko als Standort für unseren Kindergarten gewählt.
  • Auf ihre diesbezüglichen Fragen haben wir ihnen allgemein über die Verbindung zum Verein „Helft dem Atlas“ in Dortmund und unsere wichtige Spendenarbeit erzählt.

Wie kam es zu der Namensfindung „Afous Rofous“ (berberisch für ‚Hand in Hand‘)?

  • Ausgegangen sind wir von einer unserer früheren Hilfsaktionen in Tansania, wo wir das Foto eines erwachsenen Europäers, der eine dunkle Kinderhand hält, sehr beziehungsreich fanden.

Wer zahlt denn eure Kosten?

  • Die tragen wir selbst (incl.unser Auto)

Wie kam es zu der Form des Gebäudes?

  • Das ist ein bei Montessori wichtiges Formsymbol ( ‚Offene Arme’)

Ausblick ??

  • Wir wollen weiter gemeinsam wachsen!!

 

Es war auch für uns ein interessantes Gespräch!

Helga und Jürgen

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1. Bericht aus Marrakech / 2017

Liebe Freunde,

die ersten Anzeichen des nahenden Sommers mit 33° und sengender Sonne lassen uns schon fast den schlimmen Winter vergessen.

Die hinter uns liegenden Wintermonate haben uns viel Kraft gekostet!
Kalte Nächte mit 5° in Kharoua, eine Nacht im Januar brachte uns sogar im Garten eine leichte Schneedecke! Das hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben!
Und das alles in Häusern, die über keinerlei Isolation und Heizmöglichkeit verfügen!

Die kleinen Kinder brauchten morgens viel Zeit zum „Auftauen“. Das galt nicht nur für die Gliedmaßen sondern insbesondere für die Denkmaschine! Mit etwas Nachsicht unsererseits, wärmerer Kleidung aus unserem Fundus, einer größeren Frühstücksportion incl. Datteln haben wir versucht, eine gewisse Unterstützung zu geben.

Einigen haben wir aber doch noch ein bisschen zusätzlichen Kälteurlaub geben müssen!
Insgesamt haben wir die Kinder gesundheitlich bislang gut über den Winter gebracht!
Unsere Arbeit mit den Großen und Kleinen in Kharoua ging unvermindert weiter!

Das Wetter hatte nur Kälte, aber kaum Regen im Gepäck. Mühsam erholen sich jetzt die Felder. Etwas mehr Regen wäre nötig gewesen und hätte dem Land eine bessere Erwartung für die diesjährige Ernte gegeben. Die starke Sonne meint es zu gut!!

Eben nur noch ein kurzer Rückblick auf das alte Jahr 2016, das an sich der Vergangenheit angehört! Es war erneut ein Jahr, in dem wir als „Afous Rofous“ vieles bewegt hat, unsere Arbeit für die Kinder und Jugendlichen in ihrer Aus- und Weiterbildung erfolgreich weitergeführt haben.

Demnächst werden wir satzungsgemäß den Mitgliedern unseres gemeinnützigen Vereins „Helft dem Atlas e.V.“ ausführlich über das abgelaufene Jahr und die Pläne für das laufende Jahr berichten.

Ein kurzes Resümee : Wir können dank unserer guten Kontakte zu den Sponsoren mit dem Ergebnis recht zufrieden sein und zuversichtlich das Jahr 2017 angehen!! Es sind die persönlichen Kontakte und Besuche, bei denen wir über unsere kleinen und großen Arbeiten berichten können.

Von manchen Freunden haben wir im Laufe des Jahres besondere Spenden erhalten, mit denen wir bestimmte Notfälle abmildern können! So haben z.B. 2 großherzige Spender geholfen, um bei einem Mädchen eine medizinisch notwendige Hilfe im Zahnbereich durchführen zu können!

Neben den finanziellen Hilfen sind die Kleider- und Sachspenden, die wir aus der Geschwister-Scholl- Gesamtschule in Dortmund/Brakel sowie von einer guten Freundin aus München erhalten, von großem Wert! Damit können wir hervorragende Hilfe im Dorf und in benachbarten Dörfern leisten.

Im Alltag des Kinderhauses waren wir zusammen mit Brahim ständig mit den kleinen und großen Sorgen der bis zu 40 Kinder gefordert und das dann mit schnellen Hilfen und Antworten!! Wir sind uns bewusst, dass uns ein großes Vertrauensverhältnis verbindet, was natürlich einen kontinuierlichen persönlichen Kontakt erfordert!

In unserem letzten Bericht vom Dezember hatten wir schon über die organisatorischen Schwierigkeiten berichtet, um die Stundenpläne der Schule, insbesondere des Gymnasiums, einigermaßen in den Alltag des Kinderhauses einzubauen.

Die Schularbeiten müssen jetzt von den Schülerinnen und Schülern sowie von uns noch konzentrierter organisiert werden.

Dabei wollten wir den 9 Gymnasiasten zu viele Fahrten (mit einem unzuverlässigen Busverkehr!) ersparen! Die Übergangszeiten für einzelne Fächer lassen leider keinen Raum, um in Ruhe für eine Mahlzeit nach Kharoua zu kommen.
So haben wir mit einem Händler in Tahannaout vereinbaren können, dass sich die Großen in diesen Fällen, die von uns dort deponierte Banane und Joghurt direkt abholen und in der kurzen Pause verzehren können. Von allen ist eben Flexibilität gefordert!

Es hat sich alles gut eingespielt, auch wenn es an manchen Tagen „hoppla hopp“ gehen muss!

Kürzlich gab es Halbjahreszeugnisse. Mit den Ergebnissen können wir sehr zufrieden sein, auch wenn sich bei einigen der bisherige Anstieg des Notenspiegels etwas abgeschwächt hat. Wichtig und aufschlussreich waren die Gespräche mit den Kandidaten sowie den Lehrern, um zu wissen woran zu arbeiten ist!
Unsere Kinder müssen einfach härter lernen! Das ist auch für zu Hause angesagt!

Ein leuchtendes Beispiel dafür wird wahrscheinlich unsere Lubna Mubarik sein, die wir in den ganzen Jahren auf dem Gymnasium unterstützt haben, damit sie nun Ende Juni die Prüfungen zum Baccalaureat angehen kann! Wir drücken ihr ganz fest die Daumen!!

Viel Neues an Lehrstoff ist dazugekommen ……. und noch mehr wartet auf die Schülerinnen und Schüler in den nächsten Jahren!

Die Möglichkeiten das Internet zu nutzen, ist hier jetzt mehr und mehr gefragt. Leider ist eine stabile und allzeit verfügbare Anbindung zum Internet in Kharoua noch ein Wunschtraum. Wir müssen uns mit mobilen Einschaltmöglichkeiten begnügen.

Pläne für Leitungen sind vorhanden, aber die Verwirklichung dauert und dauert!!

Auch in Marrakech, in der Medina, ist die Verbindung ziemlich instabil, was unsere generelle Arbeit nicht unerheblich stört. Das gesamte Leitungsnetz müsste von Grund auf erneuert werden!

So müssen wir hier auf Besserung warten, freuen uns aber über das allgemein friedvolle Umfeld!!

Herzliche Grüße aus Marrakech

Eure Helga und Jürgen

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