3. Bericht aus Marrakech / Anfang Juni 2020

aus Dortmund mit digitaler Verbindung nach Marrakech

Liebe Freunde!

auch dieser 3. Bericht ist gekennzeichnet von Corona! (er wird sicher mit diesem Thema nicht der letzte sein!)   

Alles, was wir im 2. Bericht Anfang April erzählt haben, ist nach wie vor Realität, die weiterhin von der Polizei strikt überwacht wird!!

Kleine Erleichterungen, wie z.B. Öffnung von Lokalen, aber nur zum Abholen von Gerichten, sind in der Planung!

Tourismus in der Stadt, im Land ist nicht in Sicht, obwohl Ende Juni der allgemeine Ferienbeginn im Land geplant ist. Eine gewisse Unzufriedenheit macht sich in den Großstädten schon bemerkbar. Befürchtet wird der allgemeine Wassermangel, der die Menschen aus den Bergen nach Marrakech zieht. Auch viele Schwarzafrikaner drängt es aus den trockenen Ländern nach Norden. Der fehlende Regen wird dem Land wieder große Probleme bereiten.

„Unsere Kinder“ aus „Afous Rofous“ leben sicher, wenn auch etwas abgeschieden im Atlas und halten sich sorgfältig vom allgemeinen Dorfgeschehen getrennt. Sie leben in ihren Familien und kümmern sich um ihre Schularbeiten, die sie digital mit ihren Lehrern austauschen!

Brahim ist gut beschäftigt, per Whatsapp , z.T. bei schlechter Telefonverbindung die Jugendlichen in ihrer Schularbeit zu begleiten und das in den verschiedenen Fächern. Das erfordert dann bei Berichten aus you.tube sehr viel Zeit! Schwerpunkt sind unsere 5 Kandidaten, die 2021 ihr Abitur ablegen werden. Dabei geht es auch darum einzelne Schwerpunkte zu bearbeiten.

Besondere Bedeutung in Hinsicht auf die spätere Berufswahl müssen auf alle Fälle Sprachen haben, Französisch, Englisch und das schon seit Jahren praktizierte Deutsch.

Über Whatsapp sind sie untereinander mit Brahim  und mit uns täglich ausführlich verbunden. So läuft ein klar strukturiertes Lern- und Informations- Programm ab! Zufrieden und auch ein bisschen mit Stolz können wir zusammen feststellen, dass sie  es bisher geschafft haben, die Infektion aus ihrem Leben fernzuhalten! Aber es fehlt allem der persönliche Kontakt. Auch Brahim darf nicht nach Tahannaout fahren!

Die schwierige Zeit des Ramadan, den auch unsere Kinder begehen, und das Fastenbrechen AlFitre Ende Mai konnte mit Sorgfalt geplant und begangen werden.

Wir hatten bestimmten Familien für ihr Fest mit einigen Portionen Öl, Zucker, Tee, Käse und Getreide aus der Kreisstadt versorgen lassen, was für sie  bei der allgemeinen Lage eine große Hilfe und Freude bedeutete.

Über die Möglichkeiten der täglichen Versorgung hatten wir schon im vergangenen Bericht erzählt. Im Moment stehen keine besonderen Anschaffungen ohne Besorgungen in Marrakech an.

Die  entfallenden Busfahrten vom Dorf  nach Tahannaout (zur Schule) entlasten natürlich unser Kostenbudget. Um so mehr können wir für zusätzliche Internetgebühren und für in Tahannaout verfügbare Dinge wie Nahrungsmittel etwas mehr Geld ausgeben.

Schön, dass wir doch so ganz sparsam das Kinderhaus führen können. Für technische Hilfe kann uns unser Ulrich aus Abidjan weitestgehend per digitaler Einwahl helfen!

Unsere Whatsapp Kontakte geben uns die Möglichkeit, mit den Großen viele Gedanken und Meinungen auszutauschen. Davon wird viel Gebrauch gemacht. Das geschieht bei ihnen in Deutsch! Dabei gibt es natürlich viele liebe und köstliche Fehler! Es ist sehr herzerfrischend!!

In diesem Sinne verabschieden wir uns für heute mit den besten Grüßen und Wünschen für viel Gesundheit!!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE93 4405 0199 0911 001500
BIC DORTDE 33XXX

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