Helga und Jürgen Münstermann
Marrakech, Anfang Dezember 2014
Extrablatt!!!
Wenn man, wie die meisten von uns, in bausicheren Wohnverhältnissen lebt, kann man sich nicht vorstellen, dass Regenfluten die bisher benutzten Straßen, Brücken und das Wohnhaus einfach wegspülen!!
Bilder aus fernen oder europäischen Ländern nehmen wir mit üblichem Schrecken und Bedauern weitestgehend zur Kenntnis!!
Hierzu gehören letztlich auch wir selbst!!
Doch plötzlich befindet man sich inmitten eines Gebiets, wo über Tage andauernde Unwetter die Umgebung im Griff halten, die Menschen und ihr Eigentum bedrohen, sie in lebensbedrohende Gefahr bringen oder ihnen sogar das Leben nehmen!
In den letzten Wochen wurde in den Dörfern des Atlas komplett das Leben verändert.
Regenmassen ließen Bäche zu Flüssen anschwellen, die durch mitgerissene Steine eine noch größere und zerstörerische Kraft entwickelten!!
Viele Tote gibt es zu beklagen!! Großes Leid bricht besonders über die Menschen in Gebieten des Atlas herein, deren Existenz schon immer vom Lebensminimum geprägt ist!! In manchen Gebieten ergoss sich der Regen über 3 Tage in solchen Mengen, die normalerweise in einem ganzen Jahr zu verzeichnen sind!
Selbst das Deutsche Fernsehen der ARD hatte über die Ereignisse berichtet.
Wir haben selbst an den Flüssen gestanden, in denen das Wasser – gewaltige Mengen an Steinen mit sich schleppend – mit lautem Getöse sein Bett neu in die Erde grub!
Wir sahen, wie mehrere Bulldozer versuchten, den Verlauf des Flusses neu zu regulieren. Ehemalige Straßenzüge konnte man nur noch ahnen. Die Menschen saßen abgeschnitten in ihren Dörfern. Verbindungswege waren unterbrochen, Versorgungsengpässe waren die Folge. Nur mit Hubschraubern konnte in den ersten Tagen die Notlage gelindert werden.
Wir sprachen mit einigen Betroffenen! Nicht–glauben–wollen spricht aus ihren Augen! Seit fast 60 Jahren haben sie ohne Unwetter gelebt! Man hat völlig selbstverständlich ganz nah am Flusslauf gebaut. Und das in traditioneller Weise mit Ziegeln aus Lehm und Stroh! Jetzt hat das Wasser Häuser und Menschen einfach weggespült!!
Langsam kommt die öffentliche Hilfe in Gang! Alles braucht seine Zeit um einen Überblick zu bekommen. Dass die Einzelnen auch tatsächlich die Hilfe bekommen, wird noch einig Zeit dauern!! Es müsste schnell gehandelt werden, da die Temperaturen nachts schon bei 7/8° liegen!
Auch in unserem direkten Lebensumfeld in Marrakech und in unserem Dorf El Kharoua sehen wir die Schäden. Von Marrakech wollen wir als Beispiel für die Folgen nur soviel berichten, was wir beim Einsturz von Zimmerdecken in 2 Nachbarhäusern miterlebt haben! Menschen kamen dabei nicht zu Schaden!
In unserem Dorf konnten Dächer und Mauern in fast jedem zweiten Haus dem Regen nicht standhalten! Auch hier waren es traditionelle Ziegel, mit denen aus Kostengründen gebaut wurde, darauf Plastikplanen mit Erde beschichtet. Viele einfache und schon in sehr beschränkten Verhältnissen lebende Menschen hat es getroffen.
Für uns als „Afous Rofous“ steht fest: Wir müssen helfen!
In welchem Umfang hat in den letzten Tagen eine Bestandsaufnahme der Schäden und der Bedürftigkeit der Betroffenen gezeigt! Wir denken dabei an eine schnelle materielle Hilfe in Form von Baumaterial.
Hierfür werden wir Zement und starke Plastikplanen kaufen und ca 20 Familien zur Verfügung stellen. Die Kosten belaufen sich vorläufig auf rund 7.000 DH ( = € 630 ), die wir zunächst unserem Spendenaufkommen entnehmen. (Vielleicht können wir ja die Zuwendung mehreren lieben Spender auf unserem Konto „begrüßen“!)
Auch unsere Dorfschule hat einige Schäden erlitten! Decken und Wände hat der Regen durchnässt. Der Unterricht kann aber normal weiterlaufen. Die notwendigen Arbeiten sowie die Kosten müssen noch geschätzt werden.
Nur der Kindergarten blieb dank unserer Reparaturarbeiten ( nach dem Rohrbruch!) glücklicherweise von weiteren Blessuren verschont. Unser Mitarbeiter Majub hatte während der heftigen Regenfälle eine ständige „Wasserwacht“ übernommen.
In dieser unerwarteten Katastrophe sehen wir unsere Aufgabe, im Rahmen des Möglichen zu helfen, und das als eine gewisse Verpflichtung unseres Vereinsnamens:
„Helft dem Atlas“
„Helft dem Atlas e.V.
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 0015 00
BIC DORTDE33XXX
