Standort

Standort des Kindergartens

Das Dorf heißt DOUAR EL KHAROUA.
Es liegt am Fuß des Atlasgebirges in MAROKKO in 840 m Höhe und 7 km östlich von der kleinen Kreisstadt TAHANNAOUTE mit ihrer Verwaltung für die Provinz EL HAOUZ.
Das gesamte Gebiet gehört zur Wilaya de MARRAKECH (vergleichbar mit einem Bundesland).

Ein Überblick über das Dorf „Douar El Kharoua“

Bevölkerung
Die Dorfbewohner sind Araber (einige der Frauen sind Berberinnen!), ihre Sprache ist Darija, das gesprochene marokkanische Arabisch – im Gegensatz zur offiziellen Schriftsprache des Hocharabischen.
In den umliegenden Siedlungen leben auch Berber, deren Sprache einer der unzähligen Berberdialekte ist. Religion ist allen gemeinsam der Islam, wobei die Marrokaner Sunniten sind.
El Kharoua selbst hat ca. 500 Einwohner.

Ursprüngliche Erwerbsquellen
Ackerbau und Schafzucht.

Infrastruktur
Das Dorf ist über eine asphaltierte Straße per Auto zu erreichen.
Eine direkte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (Bus) besteht nicht.
Dreh- und Angelpunkt für die Region – auch in Sachen sehr einfacher Versorgungseinrichtungen (z.B. Krankenversorgung) und Einkaufmöglichkeiten – ist die Kreisstadt Tahannaoute (ca. 7km). Dort wird einmal wöchentlich Markt abgehalten.

Von dort gibt es tagsüber eine Busverbindung nach Marrakech (ca. 1 Stunde).

Das Dorf ist seit ein paar Jahren an die Stromversorgung angeschlossen. Die Verbindung an die Wasserleitung mit Anschluss an die Häuser kam erst mit dem Projekt unseres Kindergartens zustande. Die Bohrung an der in 2km Entfernung liegenden Wasserquelle musste zwischenzeitlich auf 100 Meter vertieft werden. Früher musste das Wasser mit Tankwagen / Kanister per Esel oder von Frauen zu den einzelnen Gehöften gebracht werden.

120609-0554-300pxDas Dorf liegt in einem hügeligen Gelände, geprägt von Feldern und Olivenbäumen.
Beides leidet unglaublich unter der fortschreitenden Trockenheit. Der Grundwasserspiegel ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken, so dass in manchen Jahren nicht einmal eine minimale Existenzversorgung erwirtschaftet werden kann. In den vergangenen Jahren erforderten die besonders trocken Sommermonate, dass das Vieh per LKW in bessere Weidegebiete gebracht werden musste.

Derzeitige Lebensumstände
Daher arbeiten viele Väter als Bauarbeiter in Marrakech oder anderen Städten des Landes und kommen nur, wenn sie sich die Fahrt erlauben können, zu Frau und Kindern und den alten Eltern ins Dorf zurück.

Die Ernährung ist der Situation entsprechend sehr einseitig, vitamin- und mineralstoffarm. In der kalten Jahreszeit fehlt es vor allem für die Kinder an warmer Kleidung und Schuhen.

Die Einwohner sind sehr traditionell und von konservativen Denkmustern geprägt. Sie haben wenig bis keine Schulbildung. Die Grosselterngeneration sowie viele Mütter, aber auch einige Väter sind Analphabeten. Französische Sprachkenntnisse beschränken sich bei den meisten Bewohnern auf „bonjour, ça va?“

Die Kinder besuchen die Grundschule vor Ort. Nach dem 12. Lebensjahr ist ein Wechsel auf die weiterführende Schule in Tahannaoute möglich, wo das Abitur abgelegt werden kann. Das Problem ist jedoch, dass, da kein öffentlicher Nahverkehr besteht, die Jugendlichen bei sehr uneinheitlichen täglichen Stundenplan versuchen müssen, per Taxi oder per Anhalter die Strecke zu überwinden. Per Fahrrad ist das gerade den Mädchen nicht zuzumuten. Wir haben für einige der Mädchen die Aufnahme in ein Internat in Tahannaout arrangieren können, mit der Kostenübernahme durch Paten.

Die oben geschilderten extrem harten Lebensumstände verbunden mit mangelhaften Bildungschancen, haben auch teilweise dazu geführt, dass in Marrakech arbeitende Väter mittlerweile die ganze Familie dorthin in ärmlichste Verhältnisse nachgeholt haben.

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