3. Bericht aus Marrakech / 2016

Zunächst eine Anmerkung!
Auch wenn das Datum des Bericht schon etwas zurückliegt, wollten wir nicht versäumen, ihn der Vollständigkeit halber !in unsere Website mit aufzunehmen

Liebe Freunde!

Hinter uns liegen 9 Wochen einer Hitzeperiode mit täglich bis 45° !!
Auch für die Marokkaner war das ein kaum bekanntes und so langanhaltendes Erlebnis!!

Glücklicherweise fiel dieser Zeitraum in die Schulferien, so dass diese Temperaturen oben in Kharuoua „nur“ den Elan für das Ferienprogramm bremsten!! Dem mussten wir natürlich leider Rechnung tragen.

Versorgungsengpässe (Wasser!) blieben weitestgehend aus; nur einige Bergdörfer mußten mit Tankwagen versorgt werden!

Beeinträchtigt waren wir auch, dass unser betagter KIA wieder verschiedentlich werkstattlicher Versorgung bedurfte, da verschiedene Kühlaggregate der Hitze nicht standhielten. Vielleicht sind doch die Tage des bisher so tapferen Wagens gezählt!

Etwas „durchgebraten“ aber frohen Mutes sagen wir: „Hallo, das neue Schuljahr steht vor der Tür“ und stellen einfach fest: Der Schulalltag hat uns wieder!
Viel Arbeit in den Vorbereitungen steht an. Einiges kann schon von den Großen selbst erledigt werden!

Wir begrüßen unsere Schulgemeinschaft, die wir täglich betreuen:

+ Die 11 „Alt-Gymnasiasten“ stehen in den Startlöchern, um die sehr guten Leistungen
des Vorjahrs zu wiederholen.
+ Unsere 2 Neu-Gymnasiasten werfen sich jetzt in das Schulrennen auf höherem
Niveau.
+ Für die Dorfschule stellen wir als „Afous Rofous“ 11 Schüler, die noch die
Zensuren-Leiter weiter erklimmen wollen.

Dann erwarten noch etwa 15 – 20 Kinder, die jeden Tag unseren Kindergarten bevölkern, das vorschulische Grundwissen vermittelt zu bekommen und sich für den Schulalltag fit zu machen!

Unsere Betreuung umfasst auch die 5 Auszubildenden, denen wir in Tahannaout die Chance vermitteln konnten, mit einer praktischen Ausbildung in den Bereichen Holz, Aluminium, Elektro, Mechanik einen strukturierten Lebensweg zu beginnen.

Bekanntlich fallen für die Gymnasiasten Kosten für Einschreibung, Bücher, Schulmaterial und die täglichen Transporte an, für die Auszubildenden sind es die Rahmen- und die Bus-Kosten pro Tag.

Für alle rund 30 Jugendlichen, die sich um die Mittagszeit im Dorf aufhalten, kommt noch die Verpflegung mit einem kleinen Frühstück hinzu.

Wir haben in den vergangenen Monaten schon darüber berichten können, wie deutlich bei den Großen die Freude am Lernen festzustellen ist, die sich auch in den Top -Zensuren niedergeschlagen hatte! Wir sind also gemeinsam auf dem richtigen Weg!

Unsere Aufgabe muß es natürlich sein, die Großen weiterhin auf ihrer Erfolgsschiene zu halten! Sie sind schon gut eingestellt, aber wenn nötig muß der Motor gegebenenfalls mal angekurbelt werden!

Ein ebenso wichtiges Augenmerk müssen wir auf die nachfolgenden Jahrgänge richten! Glücklicherweise konnten wir einige vielversprechende „Pflänzchen“ entdecken, die sich mit viel Interesse und geistiger Aufnahmebereitschaft im Kindergarten bewegen und sich entwickeln.
Diese sich abzeichnende Nachhaltigkeit zu pflegen, liegt uns am Herzen und verpflichtet uns zur weiteren Förderung.

Es ist unser Ziel, den großen wie den kleinen Heranwachsenden Wissen und soziale Kompetenz zu vermitteln. Diese jungen Menschen sollen sich wissensmäßig und im Charakterlichen zu starken Persönlichkeiten entwickeln, die später auf eigenen Beinen stehen können und nicht als Bittsteller an der Grenze eines europäischen Landes anklopfen müssen!!
Ihnen soll das Schicksal der vielen Flüchtlinge erspart bleiben!! Sie müssen aber selbst eine Bleibe-Perspektive gewinnen!

Diejenigen, die wir schon auf den ersten Teil des Wegs zu diesem Ziel führen, müssen einen inneren Kompass erwerben und wissen, welches Ziel sie ansteuern wollen!! Das kann nur mit Leistung erreicht werden und kann dann nur die Ausgangsbasis für ein neues, höheres Ziel sein.
Nur ein Wille zum lebenslangen Lernen ist heute mehr denn je gefragt!!

Dahinter steht letztlich das Ziel, dass sie für das Land Marokko ein wichtiger, unentbehrlicher Leistungsfaktor werden!

Für unsere Kinder ist es noch ein längerer, aber überschaubarer und zu bewältigender Weg. Wir wissen heute, dass wir dazu die eigene Kraft, das Wollen der Kinder aber auch gleichermaßen einen langfristig finanziellen Unterbau benötigen!

Wir erfreuen uns seit langen Jahren einer stattlichen Schar von Spendern, vorwiegend aus unserem privaten Freundes- und Bekanntenkreis. Auch unser Rotary Club hat hier von Zeit zu Zeit eine erfreuliche Schippe dazugelegt! Wir haben mit dem Aufkommen unsere Aufgaben und ihre Kosten bisher gut und sicher gemeistert, wie unsere Aufsichtsgremien uns das über die Jahre bestätigt haben!

Mit Blick auf die Zukunft und die wachsenden – auch z.T. durch das Gymnasium gestellten – Erwartungen und Anforderungen denken wir über diesen „Unterbau“ nach.
Allgemeine Kostensteigerungen kommen hinzu, sowie Ausgaben für die technische Ausstattung (z.B. gebrauchte Laptops, Zubehör, Bereich hochwertigeres Anschauungs- wie auch Begleitmaterial) gilt es zu zu berücksichtigen!

Ein Nachdenken über kleinere und größere Ansatzpunkte ist jedem Einzelnen ans Herz gelegt! Jeder kann uns gerne auf Ideen ansprechen, die vielleicht ganz neue sind, oder sich mit unseren eigenen Überlegungen ergänzen lassen!
Beträge jeder Größenordnung zu spendenträchtigen Gelegenheiten sind herzlich willkommen, zum Beispiel anläßlich von Geburtstagen, Jubiläen. Vielleicht gibt auch nur der Wunsch etwas Gutes zu tun die Veranlassung, mit einer besonderen Hilfe an unser
Projekt „Afous Rofous“ ( = Hand in Hand!) zu denken.

Wir grüßen Euch alle aus dem sommerlich / herbstlichen Marrakech mit gespannten Erwartungen auf den Beginn eines interessanten und erfolgreichen Schuljahres.

Helga und Jürgen

„Helft dem Atlas e.V.“
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Trauer in El Kharoua

Trauer hat sich über unser Dorf El Kharoua gelegt!
Wir müssen Abschied nehmen von Haj Hussein Soummane!
Die Liebe und die Erinnerung möge der Familie Kraft für den Verlust geben.

Haj Hussein und sein Bruder Haj Khalifa waren damals in 2006 unsere Gesprächspartner, als wir in ihrem Dorf anklopften und fragten, ob wir hier unseren Kindergarten bauen dürfen. Sie haben uns zunächst kritische Fragen gestellt und uns dann herzlich willkommen geheißen!
Nicht zuletzt durch Haj Hussein’s wohlwollende Akzeptanz sind wir Fremde im Laufe der Jahre als Freunde im Dorf aufgenommen worden.

In all den Jahren haben wir sein Verständnis für unsere Arbeit gespürt und seine stets gezeigte Freundlichkeit geschätzt! Dafür sind wir sehr dankbar!
Wir alle haben eine große Persönlichkeit verloren!
Haj Hussein wird in unseren Gedanken weiterleben.

Helga und Jürgen Münstermann, mit Brahim und Majoub

El Kharoua / Tahannaout 1. August 2016

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2. Bericht aus Marrakech / 2016

Liebe Freunde!

Seit Anfang Juni ist das tägliche Leben der Marokkaner und ganz Marokkos vom Ramadan bestimmt. Für 4 Wochen besteht ein neuer Lebensrhythmus, an den es sich zu gewöhnen gilt, so auch für uns! Von Sonnenaufgang bis Untergang beginnen für die Muslime die Stunden der Enthaltsamkeit, kein Essen, kein Trinken usw usw.!

Jetzt im Sommer bei Temperaturen um die 40° ist das Warten auf den Sonnenuntergang schon eine besondere Herausforderung! Die Zeitspanne erstreckt sich in Marrakech derzeit von kurz vor 4 Uhr bis kurz vor 20 Uhr, bis dann das sogenannte Frühstück beginnen kann, um später in der Nacht in das ausgiebige Abendessen zu münden.

In der Zeit nach 16 Uhr laden sich aller Ortens viel Nervosität und manchmal Gereiztheit auf. Den Straßenverkehr sollte man besser meiden.

Wie alle Jahre pflegen wir auch das Fasten, schon aus Respekt vor unserer Umgebung. Nur das Trinken halten wir sorgsam bei!

Nun wollen wir aber ein wenig berichten, wie sich so in den letzten Monaten unser Leben in Marokko, und dabei natürlich ganz besonders das Geschehen in unserem Projekt „Afous Rofous“ gestaltet hat.

Wir wollen in Kurzfassung erzählen, was wir anläßlich der Mitgliederversammlung von „Helft dem Atlas e.V.“ am 24.5. in Dortmund für das Jahr 2015 sowie über die Planung für das laufende Jahr an Nachweis vorgelegt haben. Für unsere Zahlen und unsere Arbeit konnten wir wieder volle Bestätigung und Anerkennung erhalten.

Wir haben ein hartes Jahr hinter uns gebracht, gekennzeichnet von vielen Renovierungs- und Reparaturarbeiten, aufgrund der Unwetterprobleme zum Jahreswechsel 2014/15.
Die Kosten hierfür haben natürlich unsere Haushaltskasse stark belastet!
Da gibt es nur eins: zunächst versuchen, an anderen Stellen etwas einzusparen und dann zu schauen, ob sich neue Spendenquellen anbohren lassen!

Diese Situation müssen wir einfach verkraften, um unsere erfolgreiche Arbeit in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen weiterzuführen!!

Hier hat sich gezeigt, wie erfolgreich sich diese Arbeit z.B. bei den Größeren auswirkt. Gerade unsere 5 Neu – Gymnasiasten zeigten im ersten Jahr hervorragende Leistungen. Mit prima Zensuren segeln sie stolz dem Schuljahresende entgegen. Sie machen es in den einzelnen Fächern kaum unter 18 Punkten (von 20 möglichen)!!

Diese Gruppe ist ein Teil der erfolgreichen Gesamtarbeit von „Afous Rofous“, d.h. der Betreuung der insgesamt bis zu 40 Kinder in den verschiedenen Stufen vom Kindergarten über Dorfschule bis zum Gymnasium.

Bei unseren großen Gymnasiasten gilt es aber nicht nur die schulischen Leistungen positiv zu erwähnen! Schon in unserem letzten Bericht hatten wir hervorgehoben, dass sie, wenn es ihre Zeit erlaubt, sich anbieten, die Kleinen zu führen und auch im täglichen Haushalt mit Hand anzulegen!
(Das hat auch schon die nächstfolgende Gruppe der „kleinen Großen“ der 5./6. Klässler zur Nachahmung angestiftet!)

Das ist mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit geworden und macht richtig Spaß mitzuerleben, wie sich ein klar strukturiertes und harmonisches Miteinander zeigt . Dabei ist es erstaunlich festzustellen, welch schon recht ordentliche Deutschkenntnisse vorhanden sind!!

Diese Mithilfe können wir im übrigen auch häufig gut gebrauchen, besonders dann, wenn wir die gesamte Mannschaft der bis zu bis zu 40 Kinder im Kinderhaus haben, weil vielleicht ein oder sogar 2 Lehrer sich krankgemeldet haben und betroffenen Kinder dann Zuflucht bei uns suchen!
Wir fühlen uns somit nicht weit von der Darstellung eines Landschulheims entfernt!!

Die inhaltlichen schulischen Anforderungen wachsen, was auch wir besonders bei den Gymnasiasten „ zu spüren“ bekommen!
Nun kommt allmählich auch Englisch und Umgang mit Internet hinzu, wobei wir uns auch qua Technik (Laptops!) darauf einstellen müssen.

Ihr seht, liebe Freunde, es läuft alles eigentlich ganz rund! Was das finanzielle der Medaille angeht, so vertrauen wir generell auf die guten Kontakte zu bestehenden Freundeskreisen. Vielleicht sind momentan auch bei einigen Freunden andere Spendenaktionen in den Vordergrund gerückt. Es gilt, jetzt unser Motto „Afous Rofous“ (Hand in Hand!!) stärker zu re-aktivieren und/oder „neue Verbindungen zu pflanzen“!

Wir selbst haben derzeit einiges in der Planung! Vorschläge von Ihrer/Eurer Seite sind immer gerne herzlich willkommen!

Intensiv müssen wir uns derzeit besonders mit der Transportfrage zwischen Kharoua und Tahannaout beschäftigen. Die derzeitige Busverbindung für unsere Schüler ist unbefriedigend. Es besteht keine Abstimmung der Fahrtzeiten mit den Schulzeiten des Gymnasiums! Dadurch ergeben sich für unsere Schüler z.T. lange Wartezeiten, die sie auf der Straße in Tahannaout verbringen müssten. Das sind verlorenen Stunden, die zu Lasten von Lernmöglichkeiten in „Afous Rofous“ in Kharoua gehen! Wir sind deshalb gezwungen zusätzliche Taxifahrten zu bezahlen und unseren privaten KIA einzusetzen.
Die Anzahl ist mit 5 jetzt schon etwas problematisch. Unmöglich wird es, wenn ab Herbst noch 2 weitere Gymnasiasten aus unserem Hause dazukommen.
(Eine gute Bildungspolitik darf nicht am Transport scheitern!)

Alle Bemühungen, um mit den infrage kommenden Stellen eine Harmonisierung zu erreichen, waren bisher ergebnislos.

Wir prüfen derzeit Möglichkeiten der weiteren Bezuschussung der Kosten wie auch, ob es organisatorisch, rechtlich und finanziell machbar und sinnvoll wäre, dieses Problem mit einem eigenen Fahrzeug zu lösen!

Erfreulich hat sich auch unser Projekt „Ausbildungszentrum“ entwickelt, wohin wir versuchen, Schulabbrecher ab einem bestimmten Niveau für eine sinnvolle,
handwerkliche Ausbildung zu vermitteln. So konnten wir 3 junge Menschen an insgesamt 5 Basiskursen , in Holz, Elektro, Alu und Mechanik, und den darauf

folgenden Aufbaukursen teilnehmen lassen. Auch für weitere Kurse haben wir ein paar Kandidaten, wofür wir Unterstützung bereitstellen müssen.

Häufig wird die Frage nach der Sicherheit im Land gestellt. Hier können wir nur hoffen, dass deutlich gestiegene Sicherheitskontrollen Anschläge und Terrorakte verhindern. Wir persönlich fühlen uns absolut sicher, meiden natürlich größere Menschenansammlungen.
So würden wir auch in Europa handeln!! Ende September erlebt Marokko Parlamentswahlen, von deren Ergebnis sicher nicht viel Änderung ausgehen wird.

Die wirtschaftliche Situation im Land ist für die Menschen, so erfahren wir es in besonderem Maße in unserem Dorf, deutlich schwieriger geworden.
Mit dem Schicksal hadern wieder einmal gerade unsere Dorfbewohner! Der Wettergott ließ es leider nicht zu, dass wenigstens ein „gemittelter“ Regen zu einer einigermaßen vernünftigen Erntegeführt hat. Wo jetzt jahreszeitgemäß das Getreide die Felder zieren sollte, dehnen sich bei den Temperaturen von rund 40° schwarzbraune trockene Flächen aus!

Das war ein kurzer Überblick über die hinter uns liegenden Monate und das, was vor uns liegt. Es ist, wie immer sicher ein ehrgeiziges Programm und lässt viel Arbeit erwarten, aber auch, so hoffen wir, wieder viel Erfolg!
Unsere „Großen“ werden uns dabei sicher unterstützen! Sie brennen darauf, weiter zu lernen und damit Erfolg zu haben! Sie haben nämlich geschnuppert, wie schön es ist, erfolgreich zu sein!! Unsere 5 Neugymnasiasten machen im ersten gymnasialen Jahr die Erfahrung, von 300 übrigen Erstgymnasiasten in Tahannaout die 5 Besten zu sein!
Dass das so bleibt, dafür wollen wir stets versuchen, die Voraussetzungen zu bieten!

Wir haben inzwischen 2 weitere Kandidatinnen, von denen wir in diesem Sommer ebenfalls ihren Sprung auf das Gymnasium erwarten dürfen!

Seid heute alle herzlich gegrüßt, mit allen guten Wünschen für eine schöne Sommerzeit und ggf. für erholsame Ferien!

Eure Helga und Jürgen

PS
Wir haben noch einen kleinen Video Clip anzubieten:
http://bit.ly/afousrofousvideo2016
Er zeigt ein wenig das Leben im Kinderhaus Afous Rofous der letzten Monate, u.a. das Arbeiten der Großen mit den Kleinen“

„Helft dem Atlas e.V.“
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1. Bericht aus Marrakech / 2016

Liebe Freunde!

Das Jahr 2016 hat uns schon voll im Griff!

Wir freuen uns wieder auf die vielen Aufgaben, die die Kinder von „Afous Rofous“ in unserem Kinderhaus für die kommenden Monate für uns bereit halten!

Das Jahr 2015 liegt hinter uns, ist aber noch nicht ganz Vergangenheit. Der offizielle Abschluss muss noch erfolgen. Wir kennen die Zahlen und wissen, dass wir mit Mut und guter Substanz das neue Jahr angehen können! Die enormen Belastungen des letzten Jahres sind verdaut!
Etwa Mitte Mai wollen wir wieder unseren Freunden in der Mitgliederversammlung von „Afous Rofous“/ „Helft dem Atlas e.V.“ die offiziellen Abschlusszahlen vorlegen.

Ende 2015 fehlte uns die notwendige Menge Regen.
Das eingebrachte Saatgut hätte ihn so sehr gebraucht! Die jetzt schon heiße Sonne ließ alles gelb und braun werden! Die Hoffnungen auf eine gute Ernte wurden damit zunichte gemacht. Sie wird für die eigene Ernährung wie auch für den bescheidenen Verkaufserlös fehlen! Dazu kommt das verlorene Saatgut als zusätzlicher Verlust!

Turnusgemäß begann das neue Jahr mit den Halbjahresprüfungen.
Spannend und herausfordernd war es für unsere diesjährigen 6.Klässler (2 Mädchen), die sich am 20.und 21.Januar auf den „Weg“ zu den Tests machten. Sie haben ein gutes Ergebnis eingefahren, das dann im Juni mit dem 2. Teil in die Gesamtbeurteilung für die Zulassung zum Gymnasium einfließen wird.

Ähnlich spannend war es auch für unsere 5 „alten Hasen“, die in ihrem ersten Gymnasium Jahr ihre erste Halbjahresprüfung absolvierten und das mit einem Superergebnis!
Alle erreichten nicht weniger als 15 Punkte (Touria sogar 17,5!) von 20 Punkten!
Sie waren damit die besten von 300 Siebtklässlern der ganzen Schule!!
Wir sind ungeheuer stolz auf „unsere 5“!!

Bei unseren Großen lässt sich verstärkt, aber auch bei den Nachwachsenden, die Freude am Lernen, am „Wissenschöpfen“ erkennen! Wir meinen, hier konnte im Laufe der Jahre ein entscheidender Anstoß gegeben werden.
Von alleine wird der Motor sicher noch nicht laufen, aber er ist schon gut eingestellt!

Er muss immer wieder liebevoll und, wenn nötig, nachdrücklich angekurbelt werden, um die jetzt schon gegebene Nachhaltigkeit weiter abzusichern!

Deshalb ist unsere weitere Unterstützung (und die unserer Spender!) gefordert!
Kharoua als der derzeitige Standort der Arbeit sollte nur ein Sinnbild sein! Es bleibt offen, wo später „ das eigentliche Kharoua“ stehen wird, ob in Casablanca, Paris oder New York! Unsere Kinder tragen mit sich das bei uns erworbene, durch uns vermittelte Wissen und nicht zu vergessen, die menschliche Erfahrung!
Auf diesen Schatz können sie – dank auch besonders der Hilfe unserer Freunde! – schon seit fast 8 Jahren zurückblicken!!

Eine besondere Herausforderung, organisatorisch und finanziell, zeichnete sich für uns bereits im letzten Jahr ab und wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.
Die Spendenbeiträge für die Gymnasiasten bzw. die Auszubildenden in Tahannaout beinhalten einen Transportkostenanteil. Der basiert auf den bisher bekannten Ticketkosten für den Busverkehr der ALSA.
Bedauerlicherweise hat ALSA den täglichen Verkehrsplan eingeschränkt (nicht mehr rentabel!), sodass er kaum noch mit dem Schulplan übereinstimmt.

Der tägliche Schulplan sieht immer Vormittags- und Nachmittagsunterricht vor. Für die sich ergebende unterrichtsfreie Zeit von 3 bis 6 Stunden gibt es keine Busverbindung, sodass wir doch zusätzlich auf Taxis angewiesen sind.
Die Kinder müssten sich sonst bis zu 6 Stunden auf der Straße aufhalten!

Wir haben bereits Gespräche mit der Kreisverwaltung und dem Gymnasium über eine Lösung dieses Problems geführt, bisher ohne Erfolg!

Der andere Punkt ist, dass verschiedene Familien im Dorf die Schul-/Transportkosten kaum verkraften können.
Hier müssen wir überlegen, wie wir unser Werben für eine bessere Schulbildung auch konsequent weiterverfolgen und Unterstützung gewährleisten können!!

Zurück zur Gegenwart. Im Januar/Februar schlossen sich 2 Wochen Schulferien an, die wir beide genutzt haben, um in Dortmund mal wieder ein paar wichtige Dinge zu erledigen. Um die Großen kümmerte sich Brahim mit regelmäßiger Betreuung! Nur die Kleinen mussten zeitweilig etwas zurückstecken.
So haben wir „Skype-begleitet“ den zeitweilig voll aktiven Steuermann Brahim mit der starken Crew prima auf Kurs gehalten!!

Die Nächte hier sind jetzt ziemlich kalt, worunter auch gerade unsere kleineren Kinder leiden. Sie können aber weitestgehend von den in den Vorjahren durch den Rotary Club Heidelberg – Schloss gespendeten Schlafsäcken profitieren.

Noch eine kurze Mitteilung über die Zusammensetzung der Kindergarten Mannschaft. Dazu gehört inzwischen auch Amin, der Sohn des Imams des Dorfes. Vater und Sohn haben freudig unserem Angebot zugestimmt, dass Amin regelmäßig bei uns mitarbeitet. In seiner fröhlichen Art hat sich Amin problemlos in die Gruppe integriert.

Was gibt es in Kürze aus Marokko allgemein zu berichten?

Im Land geht politisch, so weit es zu merken ist, alles seinen gewohnten Gang!
Natürlich sind die Menschen nicht zufrieden mit ihren Lebensumständen und bringen es auch zum Teil durch einzelne Proteste zum Ausdruck. Das weiß die Regierung und versucht im Rahmen der Möglichkeiten ihres Haushalts zu reagieren!

Die Flüchtlingsbewegungen in Europa werden auch von der Bevölkerung und der Presse zur Kenntnis genommen. Das Land hat in den vergangenen Jahren selbst einige Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, wie z.B. Syrien, Mali und anderen Sahara Ländern aufgenommen.

Sehr kooperative Gespräche fanden im Februar zwischen Deutschland und Marokko statt, um die Rückführung von Flüchtlingen mit marokkanischem Hintergrund zu regeln.

Erneuerbare Energie ist auch ein Thema in Marokko. Man will die Produktion in den nächsten Jahren massiv ausbauen. König Mohamed VI hat kürzlich den ersten Solarpark (unter dem Namen „Noor“ = Licht) in Ouarzazate am Rande der Sahara eingeweiht.
Die Anlage hat eine Kapazität von 160 Megawatt (Strom für 350.000 Menschen).
Noor 2, 3 und 4 sollen folgen. Für die Gesamtkosten von 2,2 Mrd € werden internationale Kredite zur Verfügung gestellt. Auch Deutschland ist durch die KfW mit knapp 40% beteiligt.

Das war ein kurzer Bericht aus unserer kleinen aber so wichtigen Welt unseres Lebens in und mit „Afous Rofous“ und dem, was wir aus unserer 2. Heimat an im Moment interessanten Informationen vermitteln können.

Für heute grüßen Sie alle sehr herzlich in Erwartung der wärmeren und sehr warmen Jahreszeiten

Ihre

Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
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4. Bericht aus Marrakech / 2015

Helga und Jürgen Münstermann

Marrakech, Anfang Dezember 2015

Liebe Freunde!

Lasst uns zunächst einfach unser Schlusswort aus dem letzten Bericht, etwas angepasst, an den Beginn unseres heutigen Berichts stellen! Denn so fühlen wir auch heute, 3 Monate später!

„Wir freuen uns,
dass wir als Afous Rofous Team hier so ruhig arbeiten können (nach all dem, was so Schreckliches in all den Ländern um uns herum geschehen ist,
dass wir so viel schulischen Erfolg finden,
dass wir so viele Freunde von unserer Arbeit überzeugen können,
dass wir alle hier gesund und munter sind!“

Diese Gedanken möchten wir voranstellen zu einem Zeitpunkt da das alte Jahr sich schon verabschiedet und „2016“ bereits auf dem Weg zu uns ist!
Die Gedanken an die schlimmen Ereignisse, die vielen Menschen so großes Leid und viel Trauer gebracht haben, die unsere Welt so unberechenbar und unsicher gemacht haben, werden leider viel zu schnell in den Hintergrund gedrängt angesichts des Geschehens in Deutschland und Europa, wo Hunderttausende auf der Flucht sind.
Dies gibt uns aktuell Anlass zum Nachdenken und zu Gesprächen mit „unseren“ Großen.

Sie erkennen dabei wie gut es ihnen geht und was sie durch eigene Leistung unter unserer kontinuierlichen Führung und Betreuung schon erreicht haben. Diese Erkenntnis lässt das gelegentliche Knurren ob unserer Strenge und Konsequenz schnell vergessen.

Jetzt sollten wir doch noch einmal kurz das Jahr streifen, das wir in Kürze abschließen wollen!

Die Wetterverhältnisse setzten uns Anfang des Jahres, wie Sie wissen, sehr zu!
Daraus ergab sich ein großer Reparaturbedarf mit Aufräumen, Planung, Gesprächen mit Handwerkern und die Arbeit selbst. Wie schon im vorigen Bericht angedeutet: unsere angesetzten Budgetzahlen wurden ziemlich auf den Kopf gestellt!
Da muss man dann eben in anderen Bereichen den Gürtel etwas enger schnallen!

Zuversicht und Hoffnung für das kommende Jahr ist angesagt, dass wir von der Unbill von Wetter und Materialmüdigkeit verschont bleiben.

So wollen wir unsere Kraft in die Ausbildung und Bildung unserer Kinder zu stecken!

So haben wir jeden Tag mit unseren bis zu 40 großen und kleinen Kindern viel Leben „ in der Bude“. Mit den unterschiedlichen Schulzeiten der verschiedenen Gruppen ist ein striktes Programm notwendig.

Wir haben die unterschiedlichsten Gruppen individuell zu betreuen. So sind es:
die Kindergarten-Kinder, die Vorschulkinder, die 1 und 2. Klässler, die 3 bis 6. Klässler und die Gymnasiasten – und das alles bei sehr unterschiedlichen Schulzeiten. Alle brauchen Aufsicht und Unterweisung bei den Schularbeiten. Auch die Mahlzeiten werden zu unterschiedlichen Zeiten eingenommen!

Dabei unterstützen uns die Kinder tatkräftig! Die Größeren und die Großen – wenn sie Zeit haben – helfen mal schnell mit aufzudecken, Bananen und Joghurt aufzutischen, zu spülen und den Raum zu kehren!

Inzwischen ist auch das „neue Leben“ unserer fünf Neu-Gymnasiasten in vollem Gange. Der Alltag hat sie voll erfasst; sie heimsen schon großes Lob bei ihren Lehrern ein. Ihre „Vormachtstellung“ in der Klasse ist unbestritten! Voller Begeisterung erzählen sie von ihrem Schulleben, mit 10 Mädchen und 32 Jungens in der Klasse.
Wir erleben, dass jetzt allmählich unsere Fünf vor größere schulische Anforderungen gestellt werden, größere Wissenslücken zu überbrücken sind, wo sie nicht allein gelassen werden dürfen!! Im Gegensatz dazu sind die anderen fünf Altkollegen sind schon autark!

Nur der Fahrplan des vor einem Jahr von uns stark unterstützten Schulbusses vom und zum College in Tahannaout läuft leider nicht so ideal wie geplant, so dass von uns z.T. noch zusätzliche Taxifahrten eingeschoben werden müssen, um auf den Stundenplan einzuspielen.

Wenn auch die Größeren im wesentlichen, was das Schulische betrifft, schon ihr eigenes Tempo eingeben können, so müssen die Kleinen und Kleineren doch häufig mal angespornt werden, dass sie überall sorgfältig und engagiert mittun müssen! Spielen und Beschäftigung z. B. mit bereits bekanntem Material liegen ja ach so nahe und sind so bequem!

Auch hier springen uns die Größeren schon mal bei und nehmen sich der Kleineren an, um z.T. richtig kleine Unterrichtsprogramme mit ihnen zu bearbeiten! Da geht es auch recht energisch zu, wenn einer oder eine nicht so richtig spurt und vom Lernen überzeugt werden muss! Die Kleinen lassen sich das aber ohne weiteres gefallen!

Nun kommt noch etwas „Leicht Vermischtes“ aus dem direkten und indirekten Leben von „Afous Rofous“ .

– Die Verbraucherpreise, besonders für Agrarprodukte, sind durch den
fehlenden Regen bereits deutlich gestiegen! Z.Zt. gibt es nur Sonne aber keinen Regen!

– Hassan, ein von den Kindern und von uns sehr geschätzter Lehrer an der Dorfschule machte dieses Jahr eine Pilgerreise nach Mekka. Als er nach 2 Monaten wieder seinen Schuldienst aufnahm, begrüßten wir alle ihn mit großer Freude. Wir überreichten ihm als Gruß einen schön verzierten hölzernen Buchständer für den Koran.

– Über das „Ausbildungszentrum“ in Tahannaout laufen
Teilprojekte für 3 Jugendliche mit Erfolg weiter. Die Vermittlung eines weiteren Jungen scheiterte leider daran, dass er nicht über die erforderliche Mindestqualifikation der 9. Klasse bei Schulabbruch verfügt. Das zeigt, dass jetzt die Anforderungen aneine gewisse Ausbildung doch steigen. (….und das ist gut so!!)

– Weitere Kleiderverteilung aus den Beständen erfolgt an die Schulkinderin den Ferien der 1. Dezember Woche.

Wir hören aus der Geschwister-Scholl-Gesamt Schule, Dortmund –Brakel, dass am Freitag den 18.12. 2015 die diesjährige Sammlung von gebrauchten Kleidern, Schuhen, und Schul- und Spielmaterial geplant ist. Wir freuen uns
schon auf die schönen Sachen und danken allen Beteiligten in Dortmund für ihren Einsatz!

– Unsere website bringt wieder unter „Fotogalerie“ einige schöne und interessante Fotos aus dem Leben unseres Kindergartens „Afous Rofous.

– Die letzten Monate bescherten uns viele Besucher aus Deutschland, die sich für die Arbeit des Kindergartens und seine Aufgaben im dörflichen Bereich interessierten.

– Der marokkanische Alltag brachte uns wie immer ein paar
Unannehmlichkeiten, die es abzufedern galt. Die Internetverbindung lief häufig nicht, unser KIA stand wegen defekter Ölwanne wieder ein paar Tage in der Werkstatt, unsere bisherige Hausbank in Marrakech machte administrative Probleme, sodass wir uns eine neue Verbindung suchen mussten.

Nun wollen wir uns nach einem Jahr mit einem sehr heißen Sommer, der uns eigentlich Beregnung für die Saat bringen sollte/müsste, aber im Moment viel Kälte und Sonnenschein bietet, verabschieden.

Wir als „Afous Rofous“ schauen aber zufrieden und auch dankbar zurück, dass wir die Kraft und die Möglichkeit hatten, den deutlich gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden und das Projekt in gewohnter Weise weiterzuführen!

Wir fühlen uns als Mannschaft mit Brahim und Majoub gefordert und dringend eingesetzt! Es ist auch ein schönes Gefühl, dass wir so viele positive Signale aus unserem großen Freundeskreis erhalten! Das freut uns sehr und dafür möchten wir herzlichen Dank sagen!!

Wir wünschen Ihnen allen eine schöne Adventszeit und ein ebensolches Weihnachtsfest!

Alle unsere guten Wünsche für Gesundheit und Zufriedenheit begleiten Sie und Ihre Familien im kommenden Jahr!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

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Es tut sich was in Kharoua! Zusammenfassung unserer letzten Facebook Meldungen!

In den letzten Wochen hat sich einiges bei Afous Rofous selbst und in unmittelbarer Nähe ereignet!
Wir haben hierüber, z.T. mit Fotos, in Facebook „Afous Rofous“berichtet.
Das sollte alles aber auch unserer website zu lesen sein!

Wichtig für uns waren natürlich die Besucher! Sie kamen als Einzelpersonen, in kleinen oder in großen Gruppen. wie z.B. eine Abordnung unserer Freunde des Trommlerkorps „Gut Klang“ aus Dortmund-Kirchlinde! Der persönliche Kontakt ist uns und auch den Kindern immer wichtig. So bilden sich dauerhafte Freundschaften!

Unsere FB Meldungen wollen wir hier zusammnenfassen:
Dazu gehört auch die Information über eine wichtige Reparatur an unserem Kindergarten Gebäude (neue Haustür), sowie die von „Afous Rofous“ veranlasste Ausbesserung an der Dorfschule. Von Interesse ist sicherlich auch die Mitteilung über die Bohrung nach Wasser für das Dorf neben unserem Kindergarten!

Hier die Nachrichten im Urtext:

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Die Haustür des Kindergartens hat seit rund 7 Jahren dem Regen und der Hitze standgehalten. Ein Ersatz war nun dringend notwendig! Und zwar als Metallkonstruktion! Umfangreiche und sorgfältige Arbeiten folgten!! (Das Frühstück von Majub durfte natürlich nicht fehlen!)
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Das ist das Mauerwerk einer Klasse unserer Dorfschule, offen für jeden Regen!! Die Behörde kümmert die nassen Schuhe der Schulkinder wenig!! Die Reparatur wurde immer wieder verschoben! Vor dem nächsten Regenschub und den nassen Füßen haben wir als „Afous Rofous“ die Reparatur veranlasst!!
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In Kharoua, neben unserem Kindergarten, wird nach Wasser gebohrt!! Die derzeitige Quelle erscheint nicht mehr ganz sicher! Eine Marokkanerin, die in Kanada lebt, hat sich vor einiger Zeit spontan bereit erklärt, mit einer größeren Spende die Bohrung nach einer alternativen Quelle und den Anschluss zu finanzieren!! Man ist derzeit bei 30 m und strebt 150 m an! Noch ein langer Weg!!
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Herzliche Grüße an alle Leser!!
Helga und Jürgen Münstermann

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Auch der Kindergarten „Afous Rofous“ feiert Ashura!

Gestern feierte ganz Marokko das jährliche Ashura Fest!
Afous Rofous durfte mit seinen Kindern dabei nicht fehlen! Die dazugehörigen Trommeln hatten wir in Marrakech auf dem Djema El Fna gekauft!
Es war im Kindergarten ein ohrenbetäubendes aber aus – gelassenes Fest!! Die „Damenband“ versuchte die „Herrenband“ zu übertrumpfen!! Die Kinder genossen auch die sportliche Betätigung und das wilde Herumtollen auf dem Rasen!
Abschließend gab es Stärkung mit Kuchen und Saft!!

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Besuch aus Tata (Südmarokko)

Wir freuten uns gestern über den Besuch von 11 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Associationen aus Chbika ( Nähe von Tata im Süden Marokkos als Oasenstadt, ca 500 km von Marrakech entfernt). Sie kamen nach Tahannaout, um sich über hier bestehende Organisationen in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen zu informieren. Sehr interessiert waren sie, unseren Kindergarten Afous Rofous zu besichtigen und von unsere Erfahrungen über den Kindergarten und die Vorschularbeit zu hören. Für alle Beteiligten war es ein fröhliches Kennenlernen!

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3. Bericht aus Marrakech / 2015

Helga und Jürgen Münstermann

Marrakech, Mitte September 2015

3. Bericht aus Marrakech / 2015

Liebe Freunde!

Auch uns hier bewegt das, was sich da in Europa, speziell in Deutschland, in der Flüchtlingsproblematik abspielt! Die Medien berichten darüber. Fernsehen und Zeitungen zeigen Bilder von dem dramatischen Strom der Menschen!
Marokko wird ebenfalls Flüchtlinge – vorwiegend aus Syrien – aufnehmen, zusätzlich zu den bereits im Land befindlichen Menschen aus Schwarzafrika!

Unsere größeren Kinder wollten mehr an Einzelheiten, Erklärungen auch über Hintergründe von uns hören. Wir versuchen, zu erklären, wo die Menschen durch fürchterliche Kriege in ihrem Heimatland (z.B. Syrien, Afghanistan, Irak) einfach die gefährlichen Fluchtwege in eine unbekannte Zukunft auf sich nehmen, um in einem ganz fremden Land ihr Leben und das ihrer Familien zu retten.
Dabei wollen wir ihnen verständlich machen, dass sie selbst glücklich sein müssen, in einem derzeit sicheren Umfeld leben zu können. Wenn auch die wirtschaftliche Lage in Marokko problematisch ist, so würde man sicher aus eben diesem Grund keinen Zugang zu einem der “gelobten“ Länder Europas finden. Um so mehr müsse es für sie eine Aufforderung sein, sich auf ihre weitere Ausbildung zu konzentrieren!!

Nur das gebe ihnen eine Chance später einmal mit guter Bildung an die Türen in Europa anzuklopfen!!

Um ihnen dabei zu helfen, seien wir und unsere Freunde schon seit Jahren mit ihren Spenden dabei, diese so wichtige Nachhaltigkeit bei ihnen weiter aufzubauen!!

Wir haben das Gefühl, dass unsere Kinder die ganze Thematik jetzt doch etwas nachdenklicher betrachten!!

Nach diesem aktuellen, wichtigen Vorspann wollen wir, wie gewohnt, etwas über unsere Arbeit vor Ort berichten und was uns uns so bewegt hat. Seit unserem letzten Bericht Ende Juni haben uns viele kleine und größere Ereignisse auf Trab gehalten und das in einer langanhaltenden Hitzeperiode. Temperaturen um die 50° ließen uns hin und wieder ein wenig langsamer agieren!

Im Großen und Ganzen hatte der Kindergarten während der 3 monatigen Sommerferien seine Pforten geschlossen. Für die Kleinen sowieso! Für die Großen gab es dieses Jahr ein Ferienprogramm mit ein paar Abstrichen gegenüber den Vorjahren.

Grund war im wesentlichen, dass es auf unserer Seite so viel Dinge gab, die unbedingt abgearbeitet werden mussten. So warteten noch die vor den Ferien eingetroffenen Kleiderspenden auf Sortierung und Einordnung. Auch der Kindergarten selbst rief nach generellem Aufräumen. Die Renovierung im Mai hatte z.T. heftige Spuren hinterlassen, die beseitigt werden mussten.

Für uns beide ergab sich damit in der gesamten „Ferienzeit“ die Gelegenheit, uns um viele Dinge im Kindergarten zu kümmern, die in den letzten Monaten liegen bleiben mussten.

Die Großen genossen aber ihre freie Arbeit und freuten sich am ausgiebigen Gebrauch von bisher nicht oder wenig benutzten Spiel-, Lern- und Bastelmaterial. Auch der inzwischen wieder erstandene Rasen wurde ausgiebig zum Toben und Spielen benutzt.

Nicht vergessen hatten wir natürlich den 7. Geburtstag unseres Kindergartens „Afous Rofous“, der am 3. 8. die Geburtsstunde unserer Aktivitäten in Erinnerung rief.
Wir wollen den Tag demnächst noch mit einem schönen Grillfest nachfeiern! Unser inzwischen wieder aufgeforsteter Rasen gibt uns dazu ein schönes Umfeld. Bis dahin werden hoffentlich auch alle (erneuten!!) Reparatur- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein.

Alles in allem hatten wir ein recht „schönes Sommercamp“ (Schaut euch mal den gleichnamigen Video-Clip unter < https://youtu.be/fzdmpoW2JCs> an, gedreht von unserem Sohn Ulrich). Wir freuten uns riesig, dass er für 14 Tage mal das feuchte Klima und die Arbeit von Abidjan(Elfenbeinküste) mit der trockenen Hitze von Marrakech und ein paar fröhlichen Stunden in unserem Kindergarten „Afous Rofous“ eintauschen konnte!

Tja und dann kam leider danach die böse Überraschung, dass unser guter (220.000 km alter) KIA plötzlich seinen letzten Diesel-Schnaufer machte und wir rund 8 Tage ohne Auto sein mussten. Der Befund: Kompletter Motorschaden !!
Das passierte im Dorf und glücklicherweise nicht auf der Strecke!!. Es begannen hektische Tage mit Abschleppen, Suchen nach geeigneter Werkstatt und einem guten Ersatzmotor (es sollte schnell gehen und nicht so teuer werden!!), Prüfen, Verhandeln! Inzwischen haben wir unseren neu motorisierten, alten KIA wieder, der uns hoffentlich flott auch noch lange durch die Gegend schaukelt!

Für die Vorbereitungen d.h. vielen Besorgungen für das neue Schuljahr konnten wir voll auf ihn zurückgreifen. Was kam da wieder alles zusammen, nicht nur für unsere Kinder in der Dorfschule, sondern diesmal auch für die 5 Neu-Gymnasiasten!!
Es war eine quirlige Zeit für die Kinder und uns!

Anmeldungen waren zu besorgen, für das Gymnasium und für den Busverkehr mit ALSA.
Heftig und für uns zum Teil unverständlich waren die Formalitäten mit legalisierten Papieren, Bescheinigungen hier, Meldebestätigungen da, Passbilder etc etc

Es lebe die Bürokratie!

Viele Besorgungen konnten aber natürlich schon die Kinder selbst übernehmen! Generalstabsmäßig mussten dann zig Papiere, Papierchen geprüft werden! Ein in den Jahren ständig erweitertes Ritual, dieses Jahr um Anforderungen seitens der Neu-Gymnasiasten ergänzt.

Wir stellen allmählich fest: Wir betreiben doch schon eine kleine Firma mit erforderlichem Management! Da spielen unsere Großen kräftig mit, die wie selbstverständlich bestimmte Aufgaben im Tagesablauf übernehmen ….. und dabei viel Spaß haben!

Für unsere Fünf konnten wir noch etwas Besonderes erreichen! Der Schulleiter des Gymnasiums erfüllte unsere Bitte, diese Gruppe in die gleiche Klasse einzuteilen und damit durch den gleichen Stundenplan das gemeinsame „Nach-“ oder „Vor“- lernen bei uns zu ermöglichen!

Nun beginnt also in Kürze für alle Beteiligten ein neues Leben und ein etwas geändertes Gemeinschaftsgefühl im Kindergarten! Es ist von einem leichten Abkoppeln zwischen „Eltern“ und „Kindern“ gekennzeichnet! Und neue Kleine wachsen nach! Wir sind gespannt!

Was wir mit Freude feststellen, ist, dass die Großen sich in den letzten Wochen, quasi Montessorisch, um die Kleinen kümmern, um sie, wie von ihnen gewünscht und gewollt, etwas zu „unterrichten“!

Auch im „Ausbildungszentrum“ in Tahannaout hatten wir Erfolg! Für 2 Jugendliche konnten wir eine Aufstockung ihrer bisherigen Ausbildung auf ein höheres Niveau erreichen.
Einem Jungen, der aufgrund des Todes seines Vaters, das Gymnasium nicht mehr weiter besuchen kann, konnten wir zu einem Platz in einem zwar schon vollbelegten Kurs verhelfen!

Nun wollen wir noch abschließend einen kurzen Blick auf die große Politik des Landes werfen. Kürzlich fanden Kommunal- und Regionalwahlen statt. Die politische Zukunft für Marokko sieht vor, das Land in 12 Regionen aufzuteilen und ihnen mehr föderalistische Autonomie zu geben.

Die Partei PJD (moderat islamisch, mit klarem Bekenntnis zum König) hat in den großen Städten gewonnen, in den ländlichen Gebieten lag die konservativ liberale Partei der PMD vorne. Die Wahlen sind in aller Ruhe abgelaufen.
Für das Jahr 2016 sind Parlamentswahlen vorgesehen.

Für heute möchten wir uns mit unserer Berichterstattung verabschieden und als Schlusswort sagen:

Wir freuen uns,

+ dass wir als „Afous Rofous Team“ (mit Brahim und Majoub) hier so ruhig
arbeiten können,

+ dass wir mit dem schulischen Erfolg so viel Anerkennung in unserem
Umfeld finden,

+ dass wir unsere Freunde in Europa von unserer Arbeit für die kleinen und
großen Menschen haben bisher überzeugen können!

+ dass wir gesund und munter sind!

Auf all das hoffen wir auch in Zukunft!!

Mit herzlichen Grüßen aus Marrakech und dem Land, das in der kommenden Woche voll unter dem Zeichen des islamischen Opferfests steht!

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 0015 00
strong>BIC DORTDE33X

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Sommercamp 2015

Liebe Freunde,

mit einem kleinen Video Clip möchten wir Sie/Euch alle an den verschiedenen Ecken unserer Welt herzlich grüßen!
„Ein Tag im Sommercamp 2015“ soll zeigen, wie unsere kleine Gemeinschaft die Ferienzeit nutzt, um alles mal locker angehen zu lassen, etwas Neues zu entdecken und sich in Ruhe mit Sachen zu beschäftigen, wozu sonst durch den Schulstress etwas die Zeit fehlt.
Dank unseres Sohnes Ulrich, der uns vor einigen Wochen besuchte, ist dieser fröhliche mit Musik untermalte Foto-Blick entstanden!

Mit herzlichen Grüßen aus dem immer noch sehr heißen Marrakech

Ihre/Eure Helga und Jürgen Münstermann, sowie Brahim und alle Kinder von „Afous Rofous“

PS: Bitte folgenden Link benutzen https://youtu.be/fzdmpoW2JCs

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