Trauer in El Kharoua

Der Samstagabend hat das Dorf El Kharoua und uns persönlich mit großem Schrecken und noch größerer Trauer erfüllt. Zwei Personen sind in einen kleinen Bach, der durch langanhaltenden sintflutartigen Regen angeschwollen war, gestürzt und in den Fluten ertrunken.

Über dem Gebiet hatte sich plötzlich in Minutenschnelle eine riesengroße Gewitterfront aufgebaut, deren Regenmengen dann das Land überschwemmten.

Ein Vater (46 Jahre) und sein jüngster Sohn (14 Jahre) waren zu dieser Zeit dort mit den Schafen im Gelände unterwegs.

Als einige der Tiere in den sich aufbauenden Strudel gerieten, wollten Vater und Sohn ihnen wohl zu Hilfe kommen. Sie konnten aber offensichtlich gegen die Wassermassen keinen Halt finden und wurden abgetrieben.

Ihr Verschwinden war von einigen Dorfbewohnern bemerkt worden. Ihre sofort eingeleiteten Suchmaßnahmen unterstützt durch die Gendarmerie wurden durch die einbrechende Dunkelheit und den andauernden Regen stark behindert.

Auch der Gouverneur hatte sich persönlich vor Ort eingeschaltet.

Als die beiden endlich gefunden wurden, waren sie Kilometer weit abgetrieben. Es kam jede Hilfe zu spät!!

Wir fühlen uns der Familie als „Afous Rofous“ seit langem stark verbunden.

Die Tochter (19 Jahre) besucht mit unserer finanziellen Unterstützung derzeit das Gymnasium in Tahannaout und will im nächsten Jahr das Abitur machen!

Dem jüngeren Sohn (17 Jahre) hatten wir bereits eine praktische Ausbildung in Tahannaout ermöglicht und ihn schon für einen Zusatzkurs vorgesehen!

Ihnen beiden werden wir ihre bisher geplante Weiterbildung sicherstellen und ihnen zusammen mit der Mutter auch den notwendigen Lebensunterhalt ermöglichen. Der Gouverneur hat ebenfalls eine gewisse Unterstützung zugesagt.

Dass der verzweifelte Versuch, den einzigen Besitz – einige wenige Schafe – zu retten, zu diesem tragischen Ausgang geführt hat, hat unser Dorf in Schock versetz

 

Marrakech, 02.05.2017

 

Helga und Jürgen Münstermann

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