1. Bericht aus Marrakech / 2016

Liebe Freunde!

Das Jahr 2016 hat uns schon voll im Griff!

Wir freuen uns wieder auf die vielen Aufgaben, die die Kinder von „Afous Rofous“ in unserem Kinderhaus für die kommenden Monate für uns bereit halten!

Das Jahr 2015 liegt hinter uns, ist aber noch nicht ganz Vergangenheit. Der offizielle Abschluss muss noch erfolgen. Wir kennen die Zahlen und wissen, dass wir mit Mut und guter Substanz das neue Jahr angehen können! Die enormen Belastungen des letzten Jahres sind verdaut!
Etwa Mitte Mai wollen wir wieder unseren Freunden in der Mitgliederversammlung von „Afous Rofous“/ „Helft dem Atlas e.V.“ die offiziellen Abschlusszahlen vorlegen.

Ende 2015 fehlte uns die notwendige Menge Regen.
Das eingebrachte Saatgut hätte ihn so sehr gebraucht! Die jetzt schon heiße Sonne ließ alles gelb und braun werden! Die Hoffnungen auf eine gute Ernte wurden damit zunichte gemacht. Sie wird für die eigene Ernährung wie auch für den bescheidenen Verkaufserlös fehlen! Dazu kommt das verlorene Saatgut als zusätzlicher Verlust!

Turnusgemäß begann das neue Jahr mit den Halbjahresprüfungen.
Spannend und herausfordernd war es für unsere diesjährigen 6.Klässler (2 Mädchen), die sich am 20.und 21.Januar auf den „Weg“ zu den Tests machten. Sie haben ein gutes Ergebnis eingefahren, das dann im Juni mit dem 2. Teil in die Gesamtbeurteilung für die Zulassung zum Gymnasium einfließen wird.

Ähnlich spannend war es auch für unsere 5 „alten Hasen“, die in ihrem ersten Gymnasium Jahr ihre erste Halbjahresprüfung absolvierten und das mit einem Superergebnis!
Alle erreichten nicht weniger als 15 Punkte (Touria sogar 17,5!) von 20 Punkten!
Sie waren damit die besten von 300 Siebtklässlern der ganzen Schule!!
Wir sind ungeheuer stolz auf „unsere 5“!!

Bei unseren Großen lässt sich verstärkt, aber auch bei den Nachwachsenden, die Freude am Lernen, am „Wissenschöpfen“ erkennen! Wir meinen, hier konnte im Laufe der Jahre ein entscheidender Anstoß gegeben werden.
Von alleine wird der Motor sicher noch nicht laufen, aber er ist schon gut eingestellt!

Er muss immer wieder liebevoll und, wenn nötig, nachdrücklich angekurbelt werden, um die jetzt schon gegebene Nachhaltigkeit weiter abzusichern!

Deshalb ist unsere weitere Unterstützung (und die unserer Spender!) gefordert!
Kharoua als der derzeitige Standort der Arbeit sollte nur ein Sinnbild sein! Es bleibt offen, wo später „ das eigentliche Kharoua“ stehen wird, ob in Casablanca, Paris oder New York! Unsere Kinder tragen mit sich das bei uns erworbene, durch uns vermittelte Wissen und nicht zu vergessen, die menschliche Erfahrung!
Auf diesen Schatz können sie – dank auch besonders der Hilfe unserer Freunde! – schon seit fast 8 Jahren zurückblicken!!

Eine besondere Herausforderung, organisatorisch und finanziell, zeichnete sich für uns bereits im letzten Jahr ab und wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.
Die Spendenbeiträge für die Gymnasiasten bzw. die Auszubildenden in Tahannaout beinhalten einen Transportkostenanteil. Der basiert auf den bisher bekannten Ticketkosten für den Busverkehr der ALSA.
Bedauerlicherweise hat ALSA den täglichen Verkehrsplan eingeschränkt (nicht mehr rentabel!), sodass er kaum noch mit dem Schulplan übereinstimmt.

Der tägliche Schulplan sieht immer Vormittags- und Nachmittagsunterricht vor. Für die sich ergebende unterrichtsfreie Zeit von 3 bis 6 Stunden gibt es keine Busverbindung, sodass wir doch zusätzlich auf Taxis angewiesen sind.
Die Kinder müssten sich sonst bis zu 6 Stunden auf der Straße aufhalten!

Wir haben bereits Gespräche mit der Kreisverwaltung und dem Gymnasium über eine Lösung dieses Problems geführt, bisher ohne Erfolg!

Der andere Punkt ist, dass verschiedene Familien im Dorf die Schul-/Transportkosten kaum verkraften können.
Hier müssen wir überlegen, wie wir unser Werben für eine bessere Schulbildung auch konsequent weiterverfolgen und Unterstützung gewährleisten können!!

Zurück zur Gegenwart. Im Januar/Februar schlossen sich 2 Wochen Schulferien an, die wir beide genutzt haben, um in Dortmund mal wieder ein paar wichtige Dinge zu erledigen. Um die Großen kümmerte sich Brahim mit regelmäßiger Betreuung! Nur die Kleinen mussten zeitweilig etwas zurückstecken.
So haben wir „Skype-begleitet“ den zeitweilig voll aktiven Steuermann Brahim mit der starken Crew prima auf Kurs gehalten!!

Die Nächte hier sind jetzt ziemlich kalt, worunter auch gerade unsere kleineren Kinder leiden. Sie können aber weitestgehend von den in den Vorjahren durch den Rotary Club Heidelberg – Schloss gespendeten Schlafsäcken profitieren.

Noch eine kurze Mitteilung über die Zusammensetzung der Kindergarten Mannschaft. Dazu gehört inzwischen auch Amin, der Sohn des Imams des Dorfes. Vater und Sohn haben freudig unserem Angebot zugestimmt, dass Amin regelmäßig bei uns mitarbeitet. In seiner fröhlichen Art hat sich Amin problemlos in die Gruppe integriert.

Was gibt es in Kürze aus Marokko allgemein zu berichten?

Im Land geht politisch, so weit es zu merken ist, alles seinen gewohnten Gang!
Natürlich sind die Menschen nicht zufrieden mit ihren Lebensumständen und bringen es auch zum Teil durch einzelne Proteste zum Ausdruck. Das weiß die Regierung und versucht im Rahmen der Möglichkeiten ihres Haushalts zu reagieren!

Die Flüchtlingsbewegungen in Europa werden auch von der Bevölkerung und der Presse zur Kenntnis genommen. Das Land hat in den vergangenen Jahren selbst einige Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, wie z.B. Syrien, Mali und anderen Sahara Ländern aufgenommen.

Sehr kooperative Gespräche fanden im Februar zwischen Deutschland und Marokko statt, um die Rückführung von Flüchtlingen mit marokkanischem Hintergrund zu regeln.

Erneuerbare Energie ist auch ein Thema in Marokko. Man will die Produktion in den nächsten Jahren massiv ausbauen. König Mohamed VI hat kürzlich den ersten Solarpark (unter dem Namen „Noor“ = Licht) in Ouarzazate am Rande der Sahara eingeweiht.
Die Anlage hat eine Kapazität von 160 Megawatt (Strom für 350.000 Menschen).
Noor 2, 3 und 4 sollen folgen. Für die Gesamtkosten von 2,2 Mrd € werden internationale Kredite zur Verfügung gestellt. Auch Deutschland ist durch die KfW mit knapp 40% beteiligt.

Das war ein kurzer Bericht aus unserer kleinen aber so wichtigen Welt unseres Lebens in und mit „Afous Rofous“ und dem, was wir aus unserer 2. Heimat an im Moment interessanten Informationen vermitteln können.

Für heute grüßen Sie alle sehr herzlich in Erwartung der wärmeren und sehr warmen Jahreszeiten

Ihre

Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 0015 00
BIC DORTDE33X

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