2. Bericht aus Marrakech / 2015

Helga und Jürgen Münstermann

Marrakech, Ende Juni 2015

2. Bericht aus Marrakech / 2015

Liebe Freunde!

Lassen Sie uns berichten, was uns in den letzten Wochen /Monaten bewegt hat und was Sie, die Sie unsere Aktivitäten als „Afous Rofous“ verfolgen, interessieren könnte!

Sie sollten sich auf einigen Lesestoff einrichten.

Mit einem schönen Ereignis möchten wir beginnen!
Am 22.6. fand für unsere 5 Sechstklässler die 2. und entscheidende Prüfung für die Zulassung zum Gymnasium in Tahannaout statt. Und wieder war der Ort des Geschehens – wie im Januar bei der 1. Prüfung – die größere Schule in dem entfernt liegenden Dorf und wieder haben wir im Kindergarten übernachtet, um für die 5, diesmal bei heißem Sommerwetter den Transport zu sichern.
Super- Freude bei allen! Super- Ergebnisse! Das Gymnasium – Leben kann im Herbst beginnen! Es sind die Mädchen Hasna, Touria, Bahia und die Jungens Taha, Omar.
Touria und Omar gehören zu den besten von 500 Schülern von 8 Schulen in unserem Einzugsbereich!!!

Wir freuen uns ebenfalls mit ihnen und sind stolz darauf, dass diese Gruppe, die von Anfang an unseren Kindergarten besucht und als erste den Sprung aufs Gymnasium geschafft hat! Ein besonderer Dank gebührt natürlich unserem Brahim, der die Schularbeiten so erfolgreich in der Sprache des Darija begleitet hat!
Zukünftig werden die Fünf in ihrer freien Zeit auch sicherlich weiterhin unter unseren Fittichen der Betreuung!

Nun zu den verschiedenen Kapiteln unserer Berichterstattung!
Nach arbeitsreichen Wochen in Dortmund – Einzelheiten darüber an späterer Stelle – hat uns Marrakech und das marokkanische Leben incl. des Ramadans voll in Beschlag genommen.

Lebensgewohnheiten und der tägliche Zeitablauf im Fastenmonat sind neu geregelt. Die sommerlichen Temperaturen (rd. 35/40°) lassen zusätzlich oft bei den Marokkanern die Bereitschaft zur Termingenauigkeit ins Wanken geraten.

Zur Verwirrung trägt generell noch bei, dass der Staat wieder die Uhren um 1 Stunde hat vorstellen lassen, um die Menschen etwas schneller an den Zeitpunkt des Fastenbrechens heranzuführen! Terminabsprachen werden häufig von der Frage: „Alte oder neue Zeit??“ begleitet.

Wie in den Vorjahren respektieren wir das Gebot nichts zu essen! Aus gesundheitlichen Gründen lassen wir uns aber das Recht auf das Trinken nicht nehmen!

Als erstes haben wir nach unserer Rückkehr in Kharoua unseren Kindergarten “Afous Rofous“ gründlich in Augenschein genommen. Hier standen in unserer Abwesenheit Reparatur- und Renovierungsarbeiten an, die sich aus den Ende letzten Jahres entstandenen Unwetterschäden ergeben hatten. Unser Assistent Brahim hatte uns bereits in den letzten Wochen telefonisch berichtet, welch ein Baustelle sich aus dem
Kindergarten entwickelt hatte.

Er hat die Arbeiten fotografisch festgehalten, demnächst in der Website zu „bewundern“.

Hier trafen Ende 2014 Wassermengen auf ein durch die klimatische Belastung der Jahre teilweise zermürbtes Mauerwerk und brachen in die Räume ein! Glücklicherweise konnten wir einen jungen Unternehmer engagieren, der seit Jahren für uns arbeitet und der mit Sachverstand und Elan und einer Mannschaft von bis zu 5 Personen an die Reparaturarbeiten gegangen ist.

Unsere für diese Arbeiten angesetzten Budgetzahlen sind zwar ziemlich auf den Kopf gestellt, wir hoffen aber und sind doch guter Dinge, dass wir im Falle weiterer Regenmengen in der Zukunft geschützt sind! Der Klimawechsel hat hier wirklich seine hässliche Visitenkarte abgegeben!

Wie es bei Operationen dieses Ausmaßes zu erwarten ist, müssen wir jetzt noch kräftig aufräumen und alles wieder auf seinen alten Platz bringen. Inzwischen ist auch noch der Rest der Kleiderspenden vom Geschwister-Scholl Gesamtschule (50 Kartons!) eingetroffen! In den in Kürze beginnenden Sommerferien wartet viel Arbeit auf uns!

Unsere Kinder, ob Kindergarten, Schüler der 1. bis 5. Klasse und natürlich die angehenden Gymnasiasten sind in voller Vorfreude auf die 3 monatigen (!) Sommerferien!

In der Zeit sind wir sowieso im Kindergarten (siehe Aufräumen!), sodass die Größeren und einige der Kleineren die Zeit mit sinnvoller Beschäftigung nutzen können. Ein wenig Ferienprogramm mit Basteln, Werken, einen Laptop benutzen etc. steht auch auf dem Plan, garniert mit leckerem Essen.

In den letzten Wochen hatten sich die Großen freiwillig stärker in den Arbeitsalltag des Kindergartens eingeschaltet. In unserem täglichen „Haushalt“ mit 30 Kindern gibt es immer etwas zu tun! Schon die Hilfe bei der Abwicklung des Frühstücks ist hilfreich.
Auch haben sie zum Teil mit viel Einsatz und Vorbereitung ein wenig Unterricht der Kleinen übernommen. Es war ganz spaßig zu sehn, dass sie alle/alles im Griff hatten und mit den Kleinen gar nicht so zimperlich umgegangen sind!

Auch in den kommenden Wochen müssen wir uns weiterhin ein wenig um die Geschehnisse im Dorf kümmern.
Von besonderer Bedeutung und Dringlichkeit ist unserer Ansicht nach der Fall einer jungen Mutter, deren beide Kinder in den Kindergarten bzw in die Schule gehen. Ihr Leben im Dorf, ihre Ehe mit einem gewalttätigen und drogenabhängigen Mann ist ein Martyrium. Wir wollen versuchen, ihr die generelle Hilfe der Verwaltung in Tahannaout zu vermitteln und ihr in jedem Fall den Absprung in ein anderes Dorf mit einer neuen Bleibe zu ermöglichen! Hier fühlen wir uns als Afous Rofous zur Hilfe aufgerufen!

Auch andere Fälle, die nicht solch schwerwiegende soziale Komponenten haben, gibt es, wo wir die Lebensumstände von bestimmten Menschen im Dorf etwas verbessern wollen. Was Reparaturen in der Schule und weitere praktische Ausbildungs-möglichkeiten betrifft, müssen wir die nächsten Wochen abwarten.

Zum Abschluss wollen wir noch kurz ein paar kleinere und größere Ereignisse unseres
5 Wochen Aufenthalts in Deutschland schildern. Wichtiger Auslöser unserer Reise nach Dortmund war die Renovierung unserer dortigen Wohnung. Im Januar hatte es einen Wasserrohrbruch in der über uns liegenden Wohnung gegeben.
(In der Zeit hat uns das Thema „Wasserschäden“ wirklich überall verfolgt!!)

So waren für 3 Wochen auch in unserem Domizil lästige und aufwendige Renovierungsarbeiten zu erledigen!

Noch ein paar andere Termine konnten wir in dem Zeitraum erledigen: check ups (positiv!} bei unseren Ärzten, wie auch der TÜV für unseren 26 Jahre alten Golf 2!

Zu den wichtigen Terminen gehörte insbesondere die Mitgliederversammlung unseres gemeinnützigen Vereins „Helft dem Atlas“ e.V. am 18.5. Unsere Mitglieder erhielten einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über die Arbeit des vergangenen Jahres. Auch die erfreuliche stabile Situation der Finanzen sowie die Planung für 2015 wurden erläutert. Im Rahmen der Statuten erfolgte die Neuwahl des Vorstands (entspricht den bisherigen Personen!) und die Neuwahl eines neuen Schatzmeisters (der bisherige hatte wegen arbeitsmäßiger Belastung um Abgabe des Amtes gebeten).

Der Vorstand erhielt Dank und Anerkennung für die bisherige Arbeit und alle guten Wünsche für die Zukunft. Mit einem kleinen Film über die Aktivitäten von „Afous Rofous“ endete dieser Abend.

Zum Abschluss unseres heutigen Berichts möchten wir noch eine kleine positive Meldung einflechten, die uns doch etwas Zuversicht für die kommenden Monate bedeutet.Die diesjährige Ernte scheint gerade im Atlas etwas besser ausgefallen zu sein als im Vorjahr! Nichtsdestotrotz liegen die Preise und Kosten für die Lebenshaltung auf weiter steigendem Niveau!!

Das war das wichtigste der letzten Monate!!

Wir hoffen auf einen erträglichen Ablauf des Ramdans und verkraftbare Temperaturen!
Ihnen allen wünschen wir eine gute Zeit sowie gegebenenfalls vor Ihnen liegende erholsame Ferien!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

„ Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE93 4405 0199 0911 0015 00
BIC DORTDE33XXX

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