3. Bericht aus Marrakech / 2014

Helga und Jürgen Münstermann

Marrakech, Mitte August 2014

3. Bericht aus Marrakech / 2014

Liebe Freunde!

Anlässlich des 6. Jahrestages der Eröffnung unseres Kindergartens am 3.8.2008 haben wir mal Revue passieren lassen, wie sich bis heute unsere Arbeit mit den Kindern in Kharoua darstellen lässt.

Bei unseren Überlegungen haben wir uns auch an den Gedanken von Rotarier
Dr. A. Rickert orientiert, der sich seinem Beitrag „Wirkt? Wirkt nicht?“ (Rotary Magazin 4/2014) ausführlich mit der Erfolgsbetrachtung eines gemeinnützigen – nicht profitorientierten Projekts beschäftigt hat.

Bekanntlich gilt in der freien Wirtschaft ein Unternehmen als erfolgreich, wenn es viel Umsatz und noch mehr Gewinn erwirtschaftet. Im gemeinnützigen Bereich spricht man hingegen von Erfolg, wenn ein Projekt gesellschaftliche Wirkungen erzielt.

Bevor wir später noch einmal auf Rickert’s Überlegungen eingehen, möchten wir jetzt an dieser Stelle Ihnen erst einmal eine Übersicht über unseren derzeitigen Wirkungskreis im Kindergarten „Afous Rofous“ und in der Schule von Kharoua geben:

Dieser Wirkungskreis umfasst

60 Kinder
(im Alter zwischen 3 und 15 Jahren), die im Kindergarten und in der Schule registriert sind

50% davon = 30 Kinder
nehmen täglich an der Arbeit im Kindergarten oder
an der „Bestenförderung“ von Schulkindern im Kinderhaus teil

25% = 15 Kinder
hatten/haben kein Interesse an der Arbeit im
Kindergarten oder an der „Bestenförderung“

25% = 15 Kinder
+ waren bei Beginn des Kindergartens schon Schulkinder und damit zu alt
+ oder das Desinteresse der Eltern ließ ihre Teilnahme
nicht zu.

Wir freuen uns und sind auch stolz darauf, dass es uns gelungen ist, in den 6 Jahren einige Barrieren im Erziehungs-kulturellen Verständnis in einem solch traditionellen Umfeld zu überwinden!

Heute stellen wir in Ergänzung zur Dorfschule eine ganz normale Einrichtung dar, deren Anforderungen an das Lernen von allen Beteiligten (Kindern, Eltern, Lehrer) akzeptiert und begrüßt werden. Einzelne Ausnahmen, die sich hin und wieder zeigen, bestätigen die Regel!

Zu der Gesamtzahl von 30 insgesamt von uns in Kharoua betreuten Kindern müssen auch 5 Gymnasiastinnen aus dem Dorf hinzugerechnet werden. Ihr Besuch des Gymnasiums in Tahannaout wird durch Bezahlung der Schul- und der Internatskosten ermöglicht, wofür wir Sponsoren finden konnten. Darüber hinaus betreuen wir sie in ihrer schulischen Fortbildung, soweit es uns im Rahmen ihrer Unterrichtszeiten möglich ist.

Wie geht es weiter?!

Unser Basisteam von 30 Kindern freut sich schon auf das kommende Schuljahr und ihre Arbeit mit und bei uns!

Für den Kindergarten „Afous Rofous“ liegen für 2014/15 bereits 7 Neuanmeldungen vor, für 2015/16 sind rund 11 Neuzugänge zu erwarten.

Von einem Mangel an Nachwuchs ist zukünftig im Dorf generell nicht auszugehen!

Die zum Teil in der Schule durch unsere Arbeit sichtbar gewordenen Erfolge der Kinder haben sich natürlich auch im Dorf herumgesprochen, sodass mit einer Zurückhaltung der Eltern bei der Anmeldung nicht mehr zu rechnen ist.

Kommen wir noch einmal auf die erfolgsmäßige Bewertung eines gemeinnützigen Projekts zurück. Hier steht der gesellschaftliche Mehrwert (quasi als Unternehmensgewinn!) im Mittelpunkt, wie auch Dr. Rickert betont.

Die Planung unserer Arbeit muss also auf den gesellschaftlichen Mehrwert, die gesellschaftliche Wirkung gerichtet sein.
Das ist die Wirkung, wenn die Zielgruppe (nämlich die von uns betreuten Kinder!) neues Wissen erwirbt, Handlungsweisen verändert, sozial aufsteigt, sich also ihr Lebensumfeld ändert und dies zu positiven Auswirkungen in der gesamten Gesellschaft führt!

Die Beschäftigung mit der generellen Thematik / Problematik – was unser eigenes Grundverständnis für die Aufgaben, die wir uns selbst gestellt haben, als auch das Umfeld der Kinder und der uns zur Verfügung stehende Zeitrahmen betrifft – hat uns wertvolle Anregungen gegeben.

Liebe Freunde, Ihr seht, es geht bei uns tatkräftig weiter!!
Auf Euer aller tatkräftigen Unterstützung werden wir auch in Zukunft angewiesen sein!!

Nun möchten wir eben noch kurz etwas über die „allgemeine Lage“ bei „Afous Rofous“ erzählen. Hier geht alles seinen ferienbedingten Gang. Die sommerliche Hitze mit rund 40° hat uns voll im Griff!

Unsere Großen sind jeden Tag im Kinderhaus, lernen ein bisschen, malen, puzzeln, basteln und freuen sich auf das nachmittägliche Eis (morgens aus Joghurt selbst gemacht!)

Generell versucht das Leben in Marokko nach Ramadan und den Feiertagen wieder seinen normalen Gang aufzunehmen, wegen der Hitze, natürlich etwas langsamer.

Trotzdem ist arbeiten wieder angesagt!

Im Kindergarten werden jetzt verschiedene Räume renoviert, die durch Regen und Hitze stark in Mitleidenschaft gezogen sind.
Aus den Schränken in den einzelnen Räumen ruft es zum Teil lautstark „Räumt mich auf !!“ Was sich da so mit der Zeit ansammelt und versteckt hat ist enorm!

Auch hat der geplante Anbau eines kleinen zusätzlichen Lagerraums begonnen, mit dem wir Spendensendungen gut und sicher zwischenlagern können, bevor wir sie bei „Afous Rofous“ und in der Schule verteilen und sie ihren Weg auch zu anderen Kindergärten und Schulen antreten.
Auch in unserem Haus in Marrakech wird der Hammer zum Verputz erneuern und anschließend der Pinsel für die Farbe geschwungen! Die nächsten Wochen werden für uns an allen Ecken heftig!!

Liebe Freunde, das war der „heiße Bericht aus Marrakech“, aus dem Ihr seht, womit wir uns derzeit um das Wohl unseres Projekts kümmern!

Wir wünschen Euch eine gute Zeit und bleibt gesund!!

Mit herzlichen Grüßen

Eure Helga und Jürgen Münstermann

„Helft dem Atlas e.V.“
Sparkasse Dortmund
DE 93 4405 0199 0911 0015 00
BIC DORTDE33XXX

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