2. Bericht aus Marrakech / 2014

Helga und Jürgen Münstermann

Marrakech, Anfang Juli 2014

2. Bericht aus Marrakech/ 2014

Liebe Freunde!

Der letzte Bericht liegt nun doch schon längere Zeit zurück!!
Es gab hier bei uns, wie immer viel zu tun, weshalb auch z.T. die Ruhe fehlte, all das, was zu berichten gewesen wäre, zusammenzutragen.

Reisen nach Deutschland wurden notwendig. Private Dinge und vor allem verschiedenes für unser Projekt galt es dort zu erledigen. Vor- und Nachbereitung dieser Reisen waren angesagt! Privat haben wir uns auch u.a. von den Ärzten „gesundheitliche TÜV-Plaketten“ holen können!

Auch stand an, den Jahresabschluss 2013 für „Helft dem Atlas e.V.“ zu erstellen.
Unsere Mitglieder wollen und müssen wissen, wie wir in Afous Rofous mit den verfügbaren Finanzen umgegangen sind. Ende Mai fand dann die Mitgliederversammlung statt, auf der wir über ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr berichten konnten. Aus dem Kreis unserer Freunde erhielten wir die statutengemäße Entlastung und die Anerkennung für die geleistete Arbeit.

Generell mehr Zeit erfordert von uns auch das wachsende Schulpensum unserer größeren Schulkinder! Wir wollen fürwahr nicht klagen, denn diese genannte Mehrarbeit brachte uns, d.h. den Kindern und auch dem Projekt, „Erfolg“ in Form der guten Zensuren!!

An dieser Stelle möchten wir auch die gute, sich ergänzende Zusammenarbeit des Kindergartens mit der Schule erwähnen. Die Lehrer betonen immer, dass unsere Arbeit letztlich ein wesentlicher Unterbau für ihre eigene Arbeit darstellt.
Nicht selten können wir mit Erklärungen zu Fragen oder bestimmten Themen etwas „aushelfen“.

Einen größeren und wichtigen Zeitfaktor stellten auch die Arbeiten an der Aktualisierung unserer Website www.afousrofous.org dar. Überlegungen und Diskussionen über die Gestaltung erforderten viel Zeit.

Nun wollen wir versuchen, in Kürze und trotzdem mit der gebotenen Ausführlichkeit zusammenzufassen, was uns in den vergangenen Wochen bewegt hat.
In unserem allgemeinen Leben geht äußerlich alles hier seinen gewohnten Gang, auch politisch gibt es im Moment keine Besonderheiten zu vermelden. Da mögen auch der begonnene Ramadan und die hohen Temperaturen zur Beruhigung kritischer Gemüter beitragen!

Nicht zu übersehen ist, dass das tägliche Leben der Marokkaner schwieriger geworden ist. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten, insbesondere für Nahrungsmittel, steigen!

Der Staat hat sich in vielen Bereich von der Subventionierung bestimmter Kosten zurückgezogen!

Der regenarme Winter hat in einigen Regionen, so gerade in den Bergen, wieder zu wenig erfreulichen Ernten geführt, was die Menschen zwingt, zusätzliches teures Getreide zu kaufen!

Der König und die Regierung bemühen sich um Finanzhilfen des Auslands für Projekte (z.B. in Sachen Sonnenenergie, Gesundheit und Umweltschutz), wofür sich vorwiegend im Norden Marokkos gute Ansätze für Industrieansiedlungen ergeben. Dabei schwingt die Hoffnung auf zusätzlich neue Arbeitsplätze mit!

Wie schon gesagt, nun wird das Leben in Marokko für die nächsten 4 Wochen durch den Ramadan bestimmt. Er bringt den Muslimen strenge Auflagen des Fastens, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang nach rund 15 Stunden des Nicht-Essens und Trinkens! Besonders bei den hohen Temperaturen ist das eine schwierige Zeit!
Man hat die Uhrzeit wieder, wie in den Vorjahren, um 1 Stunde vorgestellt, um das Warten auf das Fastenbrechen abends etwas erträglicher zu gestalten!
Problematisch kann es jetzt sein, Verabredungen zu treffen: alte oder neue Zeit??!!

Gleichzeitig haben inzwischen die Schulferien begonnen (3 Monate bis Mitte September!) Damit sind die Kinder, auch wenn sie nicht fasten müssen, etwas weniger vom Fasten-Stress der Eltern betroffen!
Mit den Schulzensuren unserer Kinder waren wir recht zufrieden. Sie liegen erfreulich über dem Durchschnitt. (Eigentlich haben wir das auch nicht anders erwartet!)
Auch für uns gibt es jetzt ein ruhigeres Zeitmuster als sonst.

Die lange Ferienzeit wollen wir gut nutzen. Es muss nach den Unwettern der letzten Monate und der heftigen Hitze vom Vorjahr auch kräftig am Gebäude renoviert werden. Ein kleiner Anbau soll verschiedene Zusatzmaterialien aufnehmen. Unser Backofen soll endlich richtig aktiviert werden!

Wir wollen versuchen die Ferienzeit mit etwas Programm für die Kinder auszufüllen, um ihren Geist nicht ganz einschlafen zu lassen.

Die Anforderungen steigen im kommenden Jahr! Einige stehen vor der Prüfung zur Aufnahme in das Gymnasium in Tahannaout.
Eine wichtige Mitteilung am Rande!! Unser Dorf wird neuerdings durch eine Buslinie mit Tahannaout verbunden, etwa 6 mal am Tag!!
Hurra, das ist geschafft!!

Ein besonders großer Plan steht für Herbst 2015 für eine kleine Gruppe besonders guter Schüler und Schülerinnen an. Mit den insgesamt 5 Kindern wollen wir für 4 Wochen nach Dortmund reisen. Damit soll auch der Dank an Paten und Sponsoren abgestattet werden, und bei der Geschwister-Scholl Gesamtschule, Dortmund sollen die Schüler ein wenig das deutsche Schulsystem kennenlernen.

Die entscheidende Voraussetzung für diese Reise ist die entsprechenden Visa zu erhalten. Wir sind im Moment dabei, alle hilfreichen Kontakte zu untersuchen!!

Gerade eine solche Reise, verbunden mit dem Kennenlernen des Lebens in einer anderen Kultur, würde dazu beitragen, das Ziel unseres Engagements zu unterstützen:

+ den Jugendlichen zu einem Potential zu verhelfen, das ihnen
ermöglicht, ihre Zukunft entscheidend mitzugestalten
+ ihnen eine Zukunft zu eröffnen, in der sie sich mit Selbständigkeit, Wissen und emotionaler Intelligenz den
ständig wachsenden Anforderungen ihres Lebensraums stellen können

Wenn einige von ihnen dieses Potential in sich aufbauen und weiterentwickeln,
dann ist es uns vielleicht gelungen ihnen eine Ressource mitzugeben, der man
den Namen Nachhaltigkeit geben könnte.

Liebe Freunde, damit wollen wir unseren Bericht für heute beschließen! Der nächste wird bestimmt nicht wieder so lange auf sich warten lassen wie dieser!

Verleben Sie eine gute Zeit, bleiben Sie gesund und munter!! Sollten sie vor dem Sommerurlaub stehen, genießen Sie ihn aus vollem Herzen und kommen Sie gesund wieder zurück!

Wir verbleiben mit herzlichen Grüßen

Ihre Helga und Jürgen Münstermann

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