2. Bericht aus Marrakech – 2012

Liebe Freunde!

Jetzt wird es aber Zeit! Schon hat das Jahr seinen Zenit erreicht!

In Marrakech hat der Hochsommer mit seiner ganzen Temperaturwucht (um die 40°) eingesetzt und lässt einen sich etwas bedächtiger bewegen. Um uns herum scheint das auf viele Bereiche des menschlichen Lebens abzufärben! Nur im Straßenverkehr wird es hektischer. Vorboten für das Verhalten im Ramadan (ca.21.7. bis ca 19.8.) blinken jetzt schon auf!

Jetzt schauen wir mal auf das hinter uns liegende Halbjahr!!  Es war auch wieder erfreulicherweise arbeitsreich und vielschichtig !!

Kernpunkt stellte unverändert die tägliche Arbeit mit den Kindern im Kindergarten dar, sowohl der rund 11 „Kleinen“, wie auch der ebenfalls 11 „Großen“.

Bei den „Kleinen“ galt es solche mit guten Leistungsansätzen zu fördern und dabei 2 diesjährige Schulaspiranten in eine Art Schulvorbereitungsprogramm einzubinden.

Für unsere „Großen“ umfasste es den z.Zt. für sie zutreffenden Unterrichtsstoff für die Klassen 1 – 3 zu vertiefen.

In beiden Abteilungen war unser Einsatz mit Disziplin und fröhlichem Enthusiasmus gefordert! Bei den Großen war das eher möglich; die andere Gruppe stellte uns schon eher von Zeit zu Zeit auf eine Geduldsprobe.

An der desolaten Lehrersituation in der Dorfschule hat sich bisher nichts geändert. Zusätzliches Lehrerpersonal soll landesweit „bald“ eingestellt werden!! So die Verlautbarungen, aber wir kennen die marokkanischen Versprechungen!

Alle Beteiligten in unserer Region sind erst rundweg glücklich, dass sie uns haben: die Schulbehörde, die Eltern, die Lehrer, und vor allem damit unsere Kinder! Das ist für uns das Wichtigste!

Demnächst werden wir an unserem Kindergarten ein Schild anbringen lassen: „Ergänzungsschule El Kharoua“! Wir können uns über mangelnde Worte des Lobes zu unserer Arbeit nicht beklagen. Offensichtlich dringt auch das gute Benehmen derjenigen, die aus unserem Stall kommen, an das Ohr der Dorfältesten! Das ist letztlich für unser Ansehen sehr förderlich!!

Nun gab es dieser Tage Zeugnisse. Ein großer Tag für unsere 1.+2. und 3. Klässler.

Alle lagen mit ihren Noten sehr gut über dem Durchschnitt!

Auch die Mischung stimmt: Leistung und Sozialverhalten! Die Kinder können stolz sein auf das Geleistete. Wir natürlich auch ein bisschen, vor allem aber fühlen wir uns darin bestätigt, dass wir mit dem, was wir mit ihnen arbeiten und erarbeiten, auf dem richtigen Weg sind!

Nun freuen wir uns alle miteinander auf die Ferien bis Mitte September! Auch wir beide können sie gut gebrauchen. Wir werden dieses Jahr hier bleiben. Es gibt genug zu tun, nämlich all die Dinge bei zu arbeiten, zu denen man in der Alltagshektik nicht gekommen ist. Das gilt für den Kindergarten aber auch für unser Haus in Marrakech.

Im Kindergarten wird im und am Gebäude renoviert. Das extreme Klima hat in den vier Jahren seit Bestehen kräftig an vielen Ecken und Kanten genagt. Wir wollen und müssen deshalb häufiger mal im Kindergarten sein. Aber alles in entspannter Atmosphäre!

Unseren Großen wollen wir dabei die Gelegenheit geben, sich im Kindergarten etwas zu beschäftigen. Sie sind so interessiert, weiter etwas Sinnvolles zu tun, dass ihnen das lange „Aus“ der Ferien sehr schwerfallen würde.

Zwei Neu-Schulanfänger (Samirah und Rhadia) entlassen wir in das Gymnasium nach Tahannaout. Die beiden Mädchen, denen wir den verspäteten Einstieg in die 7 Klasse u.a. mit der Aufnahme in das Internat ermöglicht haben, haben ihren „Aufhol-Unterricht“ bei uns mit Akribie vollendet. Sie werden sich nach den Ferien gut gerüstet, so meinen wir, dem Schulalltag stellen.

Was gibt es noch zu berichten?

Eine neue Spendensendung von rund 1.000 kg der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Dortmund/ Brakel ist inzwischen eingetroffen!

Der Transport verlief ohne Zollprobleme.

Es sind so viele schöne und nützliche Sachen dabei, viele in einem Top-Zustand, die wir an Kinder im Dorf und andere Kindergärten und Schulen in der Region verteilen können. Bei dieser Qualität, besonders der Kleider, lohnen sich die Transportkosten in jedem Falle. Wir haben den Eltern einen herzlichen Dankesbrief geschrieben ( siehe in unserer Website www.afousrofous.org)

Natürlich versuchen wir guten Kontakt zu unseren Freunden in Deutschland und den Niederlanden zu halten. Parallel laufen Briefe und Päckchen zwischen den Paten und den Kindern. Im Falle Internetkontakte macht uns die Technik häufig einen Strich durch die Planung. So hat Skype in der letzten Zeit stark an Qualität nachgelassen.

Ein wenig konnten wir anlässlich unserer Deutschlandreise im April/Mai viele Verbindungen wieder pflegen. Leider haben wir nicht alles geschafft und müssen einiges auf das nächste Mal vortragen!

Die Reise gab uns aber die Möglichkeit, den Rotary Club Heidelberg-Schloss zu besuchen. Von dort kam in 2011 die großartige Spende für den Bau eines Spiel-und Sportplatzes für die hiesige Dorfschule (wir berichteten). Im Deutschen Rotary Magazin gab es im Mai einen größeren Bericht über dieses Projekt (Kopie anbei)

Wir haben uns gefreut, anlässlich der Mitgliederversammlung unseres gemeinnützigen Vereins „Helft dem Atlas e.V.“ einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über unsere Aktivitäten in 2011 abzugeben. Der Bericht wurde mit Dank und Würdigung der Arbeit aufgenommen.

Auch unsere Marokkanische Association „Afous Rofous“ hat kürzlich ihre jährliche Assemblée abgehalten, bei der lokale Ereignisse zu besprechen waren und nur routinemäßige Beschlüsse anstanden.

Zur Berichterstattung über Kindergarten gehört noch, dass wir neben baulichen Maßnahmen wie der Renovierung des Gebäudes auch im Garten ein Sonnensegel errichten werden, das den Kinder beim Spielen zunächst einen ca 7 M2 großen Schutz geben soll. Eine Erweiterung ist geplant.

In dem „Bericht aus Marrakech“ darf auch ein kleiner Kommentar zum Geschehen im Lande nicht fehlen.

Das Land und seine Regierung bemühen sich vor allen Dingen ihre wirtschaftlichen Probleme zu meistern. Die Schwierigkeiten in den europäischen Ländern werfen natürlich kräftige Schatten auf das Königreich. Gerade die in Spanien und Frankreich lebenden Marokkaner sehen ihren Arbeitsplatz gefährdet. Sie drängen zurück ins Land und belasten den Arbeitsmarkt dort zusätzlich.

Das Land muss an allen Ecken und Kanten sparen. So hat man die bisherigen Subventionen für Kraftstoff stark reduziert. Gasöl wurde damit um 10% teurer. Alle Lebensbereiche sind davon betroffen, Transporte von Nahrungsmittel und Personen, und das vor Ramadan!! Generell plagen viele Kostensteigerungen in allen Bereichen die Menschen sehr heftig!

Das war die Übersicht über das Wichtigste! Wir freuen uns zusammen mit unserem Assistenten Brahim, dass wir auf so viel erfolgreiche Arbeit in den zurückliegenden Monaten schauen können!

Die kommenden Wochen versuchen wir es etwas ruhiger angehen zu lassen, zumal der bevorstehende Ramadan und die Sommerhitze sicherlich sowieso etwas Gas aus unserem Motor nehmen werden!

Wir wünschen Euch allen eine gute Zeit, gegebenenfalls schöne und erholsame Ferien!

Bleibt uns gewogen!!

Mit herzlichen Grüßen

Eure Helga und Jürgen

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